Menü
- Stadt & Rathaus
- Bildung & Soziales
- Umwelt & Klima
- Kultur & Freizeit
- Mobilität & Stadtbild
- Wirtschaft & Wissenschaft
Die Anzahl an Hitzetagen in Deutschland steigt. Hier finden Sie Informationen und Unterstützung, so dass alle in Karlsruhe gesund durch die heißen Tage kommen. Achten Sie ganz besonders auf ältere Menschen, Kleinkinder, Wohnungslose, kranke oder pflegebedürftige Menschen in Ihrem Umfeld.
Hitze kann lebensgefährlich sein: Holen Sie sofort Hilfe unter der Notrufnummer 112, wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bei sich oder anderen beobachten:
Wenn Sie unterwegs ausreichend trinken, brauchen Sie gelegentlich eine Toilette. Öffentliche Toiletten, die meist kostenpflichtig sind, finden Sie im gesamten Stadtgebiet im Stadtplan für heiße Tage. Viele dieser Toiletten sind barrierefrei und ganzjährig zugänglich. Geschäfte, Cafés und Restaurants, die an der Initiative „Die Nette Toilette" teilnehmen, bieten die Nutzung ihrer Toiletten kostenfrei an. Sie erkennen diese Orte am Logo der „Netten Toilette“ im Eingangsbereich.
Die Auswirkungen extremer Hitze treffen prinzipiell alle Menschen gleichermaßen, ob nun in Form von Einschränkungen in Lebensqualität und Wohlbefinden, der Verringerung von Produktivität und Konzentration bis hin zu hitzebedingten und hitzeassoziierten Erkrankungen. Jedoch gibt es einige Faktoren, die das Risiko für hitzebedingte Morbidität und Mortalität erhöhen. Menschen, bei denen einer oder mehrere der folgenden Faktoren zutreffen, die die Vulnerabilität beeinflussen, zählen zu den Risikogruppen bei Hitze. Für alle Risikogruppen gibt es Maßnahmen im Hitzeaktionsplan.
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder haben im Gegensatz zu gesunden Erwachsenen eine verringerte körperliche Fähigkeit der Thermoregulation. Hinzu kommt, dass Kinder häufig insgesamt körperlich aktiver sind, was zu einer Wärmeproduktion führt und für den Körper eine zusätzliche Belastung darstellen kann. Außerdem ist die Schweißproduktion bei Kindern geringer, ihre Stoffwechselrate aber höher als bei gesunden Erwachsenen. Vor allem Babys und kleine Kinder sind von den sie betreuenden Personen abhängig und auf deren Fürsorge angewiesen und haben nur geringe bis keine Fähigkeit zur selbstständigen Einschätzung und Kommunikation ihrer Lage und gesundheitlichen Belastung.
Schwangerschaft und die damit verbundenen Veränderungen des Hormonhaushalts können Einfluss auf Stoffwechsel und Blutzirkulation haben und führen zu einer Lichtempfindlichkeit der Haut mit der Gefahr von Sonnenallergien und Hautreizungen. Schwangere sind hitzeempfindlich, da ihr Körper mehr Wärme produziert und das Herz-Kreislauf-System belastet ist. Das Gewicht des ungeborenen Kindes ist eine zusätzliche körperliche Belastung. Während Hitzewellen sind erhöhte Frühgeburtenraten, geringe Geburtsgewichte, sowie eine Zunahme ungünstiger Geburtsereignisse beobachtet worden. Auch nach der Geburt kann für Stillende weiterhin ein erhöhtes Risiko bestehen, da Stillen dehydrierend wirkt.
Mit dem Alter sinkt die Anpassungsfähigkeit des Körpers an veränderte Außenbedingungen. Besonders gefährlich ist, wenn bereits früh im Jahr eine Hitzewelle ansteht, ohne dass es eine längere Gewöhnung an wärmere Temperaturen geben konnte. Die Wärmeregulation in Form von Schwitzen ist gestört oder verlangsamt, auch das Durstgefühl nimmt mit steigendem Alter immer weiter ab. Bei hochaltrigen Menschen kommen häufig noch weitere Risikofaktoren hinzu, wie soziale Isolation oder chronische Erkrankungen.
Chronische oder akute physische Erkrankungen können zu einer Beeinträchtigung der körpereigenen Regulierung der Körpertemperatur führen. Außerdem steigt bei Hitze das Risiko akuter Verschlechterung chronischer Erkrankungen. Chronische oder akute psychische Erkrankungen können zu einer verringerten Fähigkeit zur Selbstversorgung und damit auch zum Selbstschutz oder zum Holen von Hilfe führen. Demenzerkrankungen, aber auch Veränderungen der Wahrnehmung im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen führen zu einem verringerten Bewusstsein für hitzebedingte Risiken.
Weitere Informationen gibt es beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit
Bestimmte Medikamente können die Schweißproduktion und das Durstempfinden beeinflussen oder die Durchblutung der Haut verhindern und somit die Regulierung der Körpertemperatur beeinträchtigen. Sedativa können die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und so das (frühzeitige) Erkennen von Warnsymptomen erschweren.
Bei Medikamenten, welche die Temperaturregulierung, das Schwitzen und die kognitive Wachsamkeit einschränken, die Gefäßspannung und den Blutdruck beeinflussen, muss in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin gegebenenfalls die Dosierung angepasst werden. Dazu zählen zum Beispiel blutdrucksenkenden Arzneimitteln, Entwässerungsmittel, Antidiabetika, bestimmte Antidepressiva und Neuroleptika. Arzneimittel sollten keinesfalls eigenständig ohne Rücksprache mit Ärztin oder Arzt abgesetzt oder die Dosierung verändert werden.
Wie lagere ich Arzneimittel bei hohen Temperaturen?
Weitere Informationen gibt es beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit
Suchterkrankungen sind vielfältig und in allen Bevölkerungsgruppen vorhanden. Durch den Konsum psychoaktiver Substanzen und Alkohol können Veränderungen der Reaktionen (erhöhte Reaktionszeit) und des Verhaltens sowie Bewusstseinseinschränkungen hervorgerufen werden. Betroffene schützen sich demnach meist zu spät oder überhaupt nicht vor Hitze. Der Konsum kann die Herzaktivität und den Kreislauf beeinträchtigen und haben damit auch Einfluss auf die Thermoregulation. Bei einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit kann außerdem der Wasserhaushalt weniger ausgeglichen sein, sodass der Körper einer zusätzlichen Belastung durch Hitze weniger entgegensetzen kann.
Pflegebedürftige Menschen haben meist einen schlechteren Gesundheitszustand und/oder Vorerkrankungen. Außerdem ist oftmals die Mobilität eingeschränkt - vor allem bei Bettlägerigkeit können kühlere Räume nur schwer oder gar nicht aufgesucht werden.
Im Pflegestützpunkt der Stadt Karlsruhe erhalten Menschen jeden Alters umfassende und kostenfreie Information und Beratung rund um das Thema Pflege. Das Beratungsangebot richtet sich an gesetzlich Versicherte mit Pflegebedarf und an deren Angehörige.
Wohnungs- oder obdachlose Menschen sind extremen Temperaturen besonders ausgesetzt und haben zugleich aufgrund sozialer oder finanzieller Barrieren wenig Möglichkeiten, sich in eine kühlere Umgebung, wie zum Beispiel Büchereien oder Freibäder, zurückzuziehen. Außerdem haben sie erschwerten Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen. Auch chronische Begleiterkrankung sowie der schwierigere Zugang zur Gesundheitsversorgung erhöhen die Vulnerabilität gegenüber Hitze.
Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Faktoren wie Einkommen, Bildung, Zugang zur Gesundheitsversorgung und Wohnen stärker von den negativen Folgen von Hitze betroffen als andere. So wohnen Menschen, die über geringe sozioökonomische Ressourcen verfügen, oftmals in beengten Wohnverhältnissen und/oder Dachgeschosswohnungen, so dass ein Ausweichen auf kühlere Räume nicht möglich ist. Fehlende (finanzielle) Ressourcen verhindern die adäquate Anpassung von Räumlichkeiten und tragen außerdem zu geringeren Kompensationsmöglichkeiten wie dem Besuch von kostenpflichtigen Angeboten wie Schwimmbädern bei.
Sprachliche oder kulturelle Barrieren sowie fehlende finanzielle Mittel können dazu führen, dass Geflüchtete und andere Personen in Sammelunterkünften nur über eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten verfügen.
Einsamkeit verstärkt die Gefährdung durch extreme Hitze. Einsame Menschen verfügen oftmals über weniger Kapazitäten, schützende Maßnahmen zu ergreifen, und sind generell wenig in Aktivitäten außerhalb der Wohnung eingebunden. Aufgrund des fehlenden sozialen Netzwerks bleibt ihre Gefährdungslage unbemerkt und sie erhalten verzögert Zugang zu ärztlicher Versorgung.
Die Wärmeproduktion, die sich bei körperlicher Anstrengung durch Arbeit oder Sport entwickelt, bedeutet eine deutliche Mehrbelastung für den Körper und kann das Risiko von Hitzekrankheiten wie Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag erhöhen. Außerdem führt die Anstrengung zu vermehrtem Schwitzen und zu einer erhöhten Gefahr der Dehydrierung. Bei Arbeitenden kann Schutzkleidung oder Abwärme von Maschinen eine weitere Hitzebelastung darstellen.
Wer an heißen Tagen nicht auf Sport verzichten möchte, kann von Juli bis August montags, mittwochs und freitags in den kühlen Morgenstunden von 7 bis 8 Uhr und von 8 bis 9 Uhr hinter dem Schloss am Frühsport im Park teilnehmen.
Entsiegelung, Bäume, begrünte Dächer und Fassadenbegrünung – diese und weitere Maßnahmen wirken kühlend auf Ihre Wohnung und die direkte Umgebung. Die Stadt Karlsruhe unterstützt Sie dabei: