Menü
- Stadt & Rathaus
- Bildung & Soziales
- Umwelt & Klima
- Kultur & Freizeit
- Mobilität & Stadtbild
- Wirtschaft & Wissenschaft
Der Klimawandel und daraus resultierende extreme Wetterereignisse sind in den letzten Jahren immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten. Hochwasserschutz und der Umgang mit Starkregenereignissen zählen zu den zentralen Aufgaben von Kommunen und Gebietskörperschaften. Die Stadt Karlsruhe stellt sich schon seit vielen Jahren dieser Herausforderung.
Das bestehende Hochwasserrückhaltebecken Zennerklamm in Stupferich wurde umgebaut und erweitert um die Ortslage vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu schützen.
Die Bauarbeiten innerhalb des HRB Zennerklamm sind, bis auf wenige Restarbeiten, abgeschlossen. Das Becken mit dem erweiterten Rückhaltevolumen ist bereits in Betrieb.
Derzeit werden die Ausgleichsmaßnahmen für die Erweiterungsflächen ausgeschrieben, diese werden im ersten Halbjahr 2026, bei geeigneten Witterungsverhältnissen, umgesetzt.
Information – Hochwasserrückhaltebecken Zennerklamm in Stupferich 3,43 MB (PDF)
Pressemeldung – Schutz vor Extremwetter
Pressemeldung – Schutz vor Hochwasser in Stupferich
Pressemeldung – Stupferich: Rückhaltebecken Zennerklamm wird umgebaut
Hochwasser und Starkregen sind beides Naturereignisse, die Überschwemmungen verursachen können, unterscheiden sich jedoch in ihrer Entstehung und Dynamik. Beide Naturereignisse werden durch den Klimawandel voraussichtlich vermehrt auftreten und in ihrer Intensität verstärkt.
Starkregen tritt lokal und plötzlich auf, zum Beispiel infolge intensiver Gewitter.
Innerhalb kurzer Zeit fallen große Niederschlagsmengen, die nicht schnell genug versickern oder abgeführt werden können.
Dies führt zu Sturzfluten und lokalen Überschwemmungen ohne lange Vorwarnzeiten.
Zu unterscheiden ist zwischen Ereignissen in der Ebene und in Hanglage.
Da die Höhenstadtteile zur Hanglage zählen, ist hier verstärkt mit einem Risiko von schnell abfließendem Wasser sowie mitgeführtem Erd- und Geröllmaterial zu rechnen. Im Gegensatz dazu besteht im Stadtgebiet eher die Gefahr, dass sich Mulden oder unter dem Geländeniveau liegende Bauwerke, wie etwa Unterführungen, sehr schnell mit großen Wassermengen füllen.
Die Starkregengefahrenkarten geben Hinweise darauf, welche Gebiete bei Starkregen überschwemmt werden können. Sie zeigen, wie Wasser bei intensiven Regenfällen abfließt, wo es sich sammelt und welche Gebiete besonders gefährdet sein können.
Flusshochwasser entsteht durch langanhaltende oder großflächige Niederschläge.
Die Pegel von Flüssen steigen dabei allmählich an und können weiträumige Gebiete überfluten. Es ist daher einfacher vorhersehbar als Starkregenereignisse.
Die Hochwassergefahrenkarten geben Anhaltspunkte zur Hochwassergefährdung Ihres Grundstücks.
Die Stadt Karlsruhe und das Land Baden-Württemberg stellen Hochwassergefahrenkarten zur Verfügung.
Von besonderer Bedeutung für den Hochwasserschutz in Karlsruhe ist das Flussgebiet der Alb, da dieses weite Teile des Stadtgebiets berührt.
Gemeinsam mit der Nachbarstadt Ettlingen hat die Stadt Karlsruhe ein Hochwasserschutzsystem an der Alb errichtet.
Dank stetig verbesserter Methoden zur Erstellung von Hochwassergefahrenkarten ist das relativ kleinräumige Einzugsgebiet der Alb inzwischen gut erfasst. Eine zuverlässige Vorhersage von Hochwasserwellen und die Berechnung der zu erwartenden Wassermengen ist möglich.
Im Zuge der Aktualisierung der Hochwasserstatistik und fortschreitender klimatischer Veränderungen wurde deutlich, dass das in den 1980er Jahren errichtete Hochwasserschutzsystem der Alb heute nicht mehr ausreichend ist.
Daher planen die Städte Ettlingen und Karlsruhe seit mehreren Jahren gemeinsam die Wiederherstellung des 100-jährlichen Hochwasserschutzes an der Alb.
Hochwasser- und Naturschutz in Einklang zu bringen, ist in einem so dichtbesiedelten Raum mit den zahlreichen Anforderungen an die Flächen eine komplexe Aufgabe.
Bei Albhochwasser wird der planmäßige Hochwasserabfluss der Alb sichergestellt. Hierbei ist die Verteilung auf die drei Retentionsräume Weiherwald, Salmenwiesen und Oberwald von besonderer Bedeutung.
Hochwasserereignisse
Die Hochwasserereignisse der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass sich die Hochwasserspitzen und -mengen deutlich erhöht haben und durch die Klimaänderung vermutlich weiter steigen werden.
Im Falle eines statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftretenden Hochwasserereignisses und unter Berücksichtigung des Klimaänderungsfaktors würde es auf Karlsruher Gemarkung aufgrund der Überlastung der bestehenden Rückhalteräume Weiherwald, Salmenwiesen und Oberwald zu weiträumigen Überschwemmungen kommen.
Auf der Gemarkung Ettlingen wäre vor allem die Kernstadt mit der historischen Altstadt erheblich betroffen.
Dies hat die Städte Ettlingen und Karlsruhe veranlasst eine Wiederherstellung des 100-jährlichen Hochwasserschutzes zu planen.
Ergebnis hieraus ist die Entscheidung zum Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens im Albtal, bei der Spinnerei oberhalb von Ettlingen, inklusive kleinerer Anpassungsmaßnahmen bei den Zuleitungen und Rückhalteräumen auf der Gemarkung Karlsruhe am Erlengraben und im Weiherwald. Der Planfeststellungsantrag wurde im September 2022 beim Landratsamt eingereicht.
Die Städte Ettlingen und Karlsruhe planen eine Wiederherstellung des 100-jährlichen Hochwasserschutzes der Alb.
Ergebnis der Planung ist der Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens im Albtal, inklusive kleinerer Anpassungsmaßnahmen bei den Zuleitungen und Rückhalteräumen auf der Gemarkung Karlsruhe – am Erlengraben und im Weiherwald. Die dabei erarbeitete Vorzugslösung wurde beim Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt.
Weitere Informationen finden Sie auch auf den Webseiten der Stadt Ettlingen.
Neben dem Ausbau der Gewässer und der Sicherung vor Hochwasser durch Dämme und Deiche, ist die Rückhaltung eine wichtige Maßnahme.
In den Höhenstadtteilen unterhält die Stadt mehrere Rückhaltebecken, die ständig an die veränderten Bedingungen angepasst werden.
Insgesamt werden 35 offene Rückhaltebecken unterhalten.
Diese Regen- und Hochwasserrückhaltebecken schützen tieferliegende Gebiete vor Überschwemmung und Überflutung bei Starkregenereignissen.
Bau und Betrieb dieser Anlagen sind vorrangige Aufgabenbereiche.
Das bestehende Hochwasserrückhaltebecken Zennerklamm in Stupferich wurde 2025 umgebaut und erweitert, um die Ortslage vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu schützen.
Information – Hochwasserrückhaltebecken Zennerklamm in Stupferich 3,43 MB (PDF)
Gerade im Hochwasserfall müssen die Anlagen des technischen Hochwasserschutzes kontrolliert und unterhalten werden.
Dies geschieht nicht nur bei den städtischen Anlagen – auch die Rhein- und Pfinzdämme des Landes werden bei Hochwasser kontrolliert.
Diese Kontrolle findet traditionell im Rahmen der Wasserwehr statt.
Der Pegelstand des Rheins wird permanent durch das Tiefbauamt überwacht und auch in der integrierten Leitstelle angezeigt.
Bei einem Pegelstand von 7,5 Meter am Pegel Maxau, wird der Rhein für die Schifffahrt gesperrt und das Hafensperrtor geschlossen.
Der Rheindamm wird ab einem Pegelstand von 8 Meter rund um die Uhr von Dammläufern kontrolliert.
Neben der Alb gibt es im Stadtgebiet viele kleinere Gewässer mit Hochwasserpotential. Aufgrund der topografischen Lage betrifft dies insbesondere Nebengewässer in den Höhenstadtteilen und in den Rheinniederungen.
In den Höhenstadtteilen unterhält die Stadt Karlsruhe fünf Hochwasserrückhaltebecken und 30 weitere offene Rückhaltesysteme.
Insgesamt haben die Systeme bei vielen Ereignissen sehr gut funktioniert und Bebauung sowie Infrastruktur vor größeren Schäden bewahrt.
Dennoch ist es erforderlich, den Ausbau der Becken an die aktuellen Anforderungen anzupassen. So wurde in den vergangenen Jahren das Rückhaltebecken Lustgarten in Hohenwettersbach ertüchtigt.
Das Hochwasserrückhaltebecken Zennerklamm in Stupferich wird im Jahr 2025 umgebaut und erweitert.
Hochwasserereignisse im Bereich der Rheinniederungen sind regelmäßig wiederkehrende Vorgänge in der Natur.
Nicht nur die Flutung der Flächen und ansteigendes Grundwassers, sondern auch die Entleerung verursacht oft große Schwierigkeiten.
Rheinniederungen werden oft über Grabensysteme entwässert. Über diese werden nicht nur das Niederschlagswasser, sondern auch das Druckwasser des Rheins abgeführt. Durch das geringe Gefälle der Gebiete sind dies empfindliche Systeme, die wenig Resilienz gegenüber außergewöhnlichen Ereignissen haben.
In den Rheinniederungen kommt es daher oft zu hohen Grundwasserständen.
Zu dieser Belastung kann noch hinzukommen, dass die Wasserstände im Rhein über eine lange Zeit erhöht sind. Das dann auftretende Druckwasser trifft auf die ohnehin schon hohen Grundwasserstände und tritt an der Oberfläche aus. Dieses Oberflächenwasser kann nun nicht mehr schnell genug abgeführt werden und überstaut die Rheinniederungen.
Mit den Themen Klimawandel und den entsprechenden Schutzkonzepten rückt auch das Thema Regenwasserbewirtschaftung in der städtebaulichen Planung weiter in den Vordergrund.
Ziel aller Planungen muss ein möglichst naturnaher Wasserhaushalt in bebauten Gebieten sein. Nur so kann eine Anpassung an künftige Wetterextreme mit langen Trockenphasen und plötzlichem Starkregen gelingen.
Das örtlich anfallende Regenwasser wird im Gebiet behalten und Abflussspitzen werden reduziert.
Beim Anteil der Versiegelung, der Gestaltung von Freiflächen, der Infrastruktur und der geplanten Bebauung (einschließlich Dächer) ist dies zu berücksichtigen. Durch frühzeitige Einbindung in die städtebauliche Planung, können die Maßnahmen der Regenwasserrückhaltung und -speicherung - gemäß dem Prinzip einer Schwammstadt - mit multifunktionaler Flächennutzung in die zukünftige Stadtentwicklung in Karlsruhe eingebracht werden.
Dies wurde bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt.
Etwa in den Konversionsgebieten Knielingen 2.0, Kirchfeld Nord oder im Erschließungsgebiet Technologiepark.
Auch in Zukunft liegt bei städtebaulichen Planungen für künftige Wohngebiete in Karlsruhe ein besonderes Augenmerk auf der Regenwasserbewirtschaftung.
Überflutungsschutzmaßnahmen von öffentlicher Seite können nur einen begrenzten Schutz bieten.
Daher ist es erforderlich, dass die Grundstückseigentümer*innen eigenverantwortlich Objektschutz betreiben.
Eine Übersicht der Vorsorgemaßnahmen finden Sie unter Starkregen.