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Stadtklima

Karlsruhe ist eine der wärmsten Städte Deutschlands. Diese Seite thematisiert das aktuelle Wetter, das Phänomen der städtischen Wärmeinsel, die bisherige und erwartete klimatische Entwicklung sowie die Datengrundlagen und Forschungsprojekte, an denen die Stadt Karlsruhe beteiligt ist.

Das aktuelle Wetter

Die aktuellen Daten von mehr als 100 Klimasensoren im Stadtgebiet Karlsruhe finden Sie hier.

Zusätzlich finden Sie hier aktuelle und historische Daten der LUBW-Wetterstation in Karlsruhe.

Wetterdaten für Deutschland finden Sie auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes.

Angaben zum Hochwassergeschehen finden Sie auf den Seiten der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg.

Daten über die derzeitige Bodenfeuchte und Trockenheit sind im Dürremonitor Deutschland einsehbar.

 

Das Karlsruher Stadtklima und die städtische Wärmeinsel

Der Oberrheingraben ist die wärmste Region Deutschlands. Daher ist es auch in Karlsruhe durchschnittlich wärmer als in den meisten anderen deutschen Städten. Zudem gibt es das Phänomen der städtischen Wärmeinsel. Auch innerhalb des Stadtgebietes gibt es Temperaturunterschiede, die unter anderem davon abhängig sind, wie versiegelt und bebaut die Fläche ist beziehungsweise wie viel Grünfläche es gibt.

 

Was ist eine städtische Wärmeinsel?

Die klimatische Situation in der Stadt unterscheidet sich vom Umland. Einer der wichtigsten Einflussfaktoren ist die städtische Wärmeinsel. Das bedeutet, dass es in der Stadt deutlich wärmer ist als im weniger bebauten Umland. Die städtische Wärmeinsel bildet sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden an wolkenlosen und windschwachen Tagen aus. Wie stark die Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Umland sind, hängt dabei von Größen wie Versiegelungsgrad, Bebauungsstruktur und Flächennutzung ab. In Karlsruhe können die Temperaturunterschiede in Nächten nach heißen Sommertagen bis zu sieben Grad betragen.

 

Ursachen einer städtischen Wärmeinsel

Ein wichtiger Grund für die Ausbildung der städtischen Wärmeinsel ist die Bebauung. Gebäude vergrößern die Oberfläche, die Wärme aufnehmen und speichern kann. Zudem heizen sich Baumaterialien wie Stein oder Beton unter Sonneneinstrahlung deutlich stärker auf, speichern die Wärme und geben sie langsamer ab. Hinzu kommt fehlende Verdunstungskühlung über Böden und Vegetation. Auch die zusätzlichen Wärmeemissionen von Industrie, Fahrzeugen und Gebäuden, zum Beispiel durch Klimaanlagen, spielen eine Rolle.

In windstillen, wolkenlosen Nächten entstehen so große Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Umland sowie innerhalb der Stadt. Dann können sich Flurwinde ausbilden, die kühle Umlandluft in die Stadt transportieren oder kühle Luft von innerstädtischen Grünflächen in die angrenzende Bebauung strömen lassen. Dichte Bebauung kann diese Durchlüftung behindern, so dass zu wenig kühle und frische Luft in dicht bebaute Gebiete gelangt.

 

Folgen einer städtischen Wärmeinsel

Die städtische Wärmeinsel führt dazu, dass bei ohnehin warmem Wetter die Wärmebelastung insbesondere in stark verdichteten Innenstadtquartieren zusätzlich erhöht ist. Zudem kann es wegen eines geringen Luftaustausches zu einer Ansammlung von Luftschadstoffen kommen. Der Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung der Stadt Karlsruhe gibt darüber Auskunft, wo bereits heute thermisch belastete Gebiete liegen und wo in Zukunft Belastungen durch Hitze zu erwarten sind. Außerdem zeigt er mögliche städtebauliche Anpassungsmaßnahmen für einzelne Stadtquartiere.

Hier finden Sie Tipps und Hinweise zum Umgang mit Hitze in Karlsruhe.

Klimaentwicklung in Karlsruhe

Bis zum Jahr 2015 hielt Karlsruhe zusammen mit Freiburg den Hitzerekord für Deutschland mit einer gemessenen Temperatur von 40,2°C im August 2003. Dazu trägt auch der Klimawandel bei – im Zeitraum 1991-2020 lag die Durchschnittstemperatur in Karlsruhe um 1,3°C höher als in der Periode 1961-1990. Auch in den kommenden Jahren wird ein weiterer Anstieg der Temperatur mit tropisch-heißen Sommern und milden, schneearmen Wintern erwartet.

 

Klima in der Vergangenheit

Die folgenden drei Diagramme zeigen einige wichtige Statistiken über das Wetter in Karlsruhe.

Jahresmitteltemperatur in Karlsruhe 1875-2022
Heiße Tage und Tropennächte in Karlsruhe
Jahresniederschlagssummen in Karlsruhe

Zukünftiges Klima

Für Karlsruhe wird ein weiterer Anstieg der Temperatur projiziert. Dadurch werden auch heißere Sommer mit mehr heißen Tagen und Tropennächten sowie längere und stärkere Hitzeperioden erwartet. Umgekehrt werden die Winter durchschnittlich milder und daher schneeärmer.

In Bezug auf den Niederschlag werden in der Jahressumme nur geringe Änderungen erwartet, allerdings lassen die Klimamodelle erwarten, dass sich die Verteilung über das Jahr ändert. So werden die Niederschlagsmengen im Winter eher zunehmen. Auch die Anzahl der Tage mit Starkregen wird nach den Klimaprojektionen eher zunehmen.

Hier finden Sie mehr Informationen über Hochwasser und Starkregen in Karlsruhe.

Datengrundlagen

Die Stadt Karlsruhe stellt verschiedene Datengrundlagen und Forschungsergebnisse zum Stadtklima zur Verfügung.

Im Stadtgebiet Karlsruhe sind mehr als 100 Klimasensoren installiert, die aktuelle Temperaturwerte, Luftfeuchte, Luftdruck und Sonneneinstrahlung messen. Alle Standorte und aktuelle Messwerte sind im SensorCity-Dashboard verfügbar. Zusätzlich sollen demnächst alle Messwerte seit Herbst 2025 hier veröffentlicht werden. 

Klimasensor an Laternenmast

Der Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung aus dem Jahr 2015 weist für die verschiedenen Stadtstrukturtypen im Karlsruher Stadtgebiet jeweils geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung aus. Er findet bei der Abwägung im Rahmen der Bauleitplanung genauso wie bei städtebaulichen Sanierungsvorhaben und Wettbewerben Berücksichtigung.

Aufschluss über das Karlsruher Lokalklima gibt die Klimafunktionskarte des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe (NVK). Die Karte wurde in der "Ökologischen Tragfähigkeitsstudie für den Raum Karlsruhe (2011)" im Auftrag des NVK erstellt. Grundlage ist unter anderem eine Thermalscannerbefliegung, bei der die Oberflächentemperaturen im gesamten Stadtgebiet gemessen wurden. Auf Basis dieser Daten gibt die Karte differenziert Auskunft über die thermische Belastungssituation, Ausgleichsräume in Form von Kaltluftentstehungsgebieten sowie den Luftaustausch durch die Hauptströmungsrichtung von Flurwinden und Kaltluftleitbahnen. Sie ist eine wichtige Grundlage für Stadtplanung und zukünftige Stadtentwicklung.

Die Stadt Karlsruhe war Pilotstadt in einem EU-geförderten Forschungsprojekt zur urbanen Wärmeinsel (Projekt CityClim), das die Entwicklung und Nutzung eines neuen Wettermodells für städtische Gebiete zum Ziel hat.

Screenshot des Videos über CityCLIM
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