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Wasser in der Stadt

Wasser ist in der Stadt in vielfältiger Weise sichtbar. Es durchfließt das Stadtgebiet, sammelt sich in Seen und Teichen und wird vom Menschen ganz bewusst als gestalterisches Element in Form von Brunnen eingesetzt. Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels erhält das Wasser eine enorm wichtige Bedeutung als Erholungsort und als kühlendes Element an heißen Sommertagen.

Karlsruher Brunnen und Wasserspiele

Bis zum Bau von Trinkwasserleitungen waren Brunnen als Entnahmestellen für das lebenswichtige Trinkwasser unentbehrlich. Zierbrunnen dienten der Erbauung und unterschwellig der Dokumentation von Macht und Wohlstand. Brunnen wurden vermehrt künstlerisch ausgestaltet und entwickelten sich zu Sehenswürdigkeiten, die vielfach unter Denkmalschutz gestellt wurden. Die große Beliebtheit der emporsprudelnden Wasserfontänen auf dem Marktplatz zeigt, dass Brunnen heute zusätzlich die wichtige Funktion der Abkühlung und Erfrischung an heißen Tagen haben.

Im Stadtgebiet Karlsruhe gibt es knapp 300 Brunnen und Wasserspiele. In den nächsten Jahren werden weitere hinzukommen.

Die Unterhaltung einer Vielzahl der Anlagen liegt bei der Stadt Karlsruhe. Aber auch das Land Baden-Württemberg, sowie die Karlsruher Verkehrsbetriebe und die Stadtwerke betreiben öffentliche Brunnen in Karlsruhe.

Eine kleine Auswahl der schönsten Brunnenanlagen im Karlsruher Stadtgebiet finden Sie nachfolgend näher beschrieben.

Das Bild zeigt das Großherzog-Ludwig-Denkmal auf dem Marktplatz.

Das Großherzog-Ludwig-Denkmal auf dem Marktplatz (daher auch sein Zweitname „Marktplatzbrunnen“) war einst der Hauptbrunnen der historischen Quellwasserleitung von Durlach nach Karlsruhe. Er diente lange Jahre als wichtiger Marktbrunnen bis das Marktgeschehen 1926 vom Marktplatz vor den alten Bahnhof in der Kriegsstraße verlegt wurde. Dadurch stieg die Bedeutung des Brunnens als Denkmal für den auf dem Brunnen dargestellten Großherzog-Ludwig. Dieser verstarb jedoch vor Ende der Bauzeit des Brunnens und erlebte somit die Fertigstellung im Jahr 1833 nicht mehr. Das Denkmal ist Teil einer „Via Trumphalis“ vom Rondellplatz über den Marktplatz hin zum Schloss.

Bis heute fließt Trinkwasser aus den vier Hähnen des Brunnens.

Das Bild zeigt die Wasserspiele am Marktplatz.

Die im Jahr 2020 in Betrieb genommenen Wasserspiele auf dem Marktplatz erfreuen sich großer Beliebtheit bei der Karlsruher Bevölkerung. An heißen Tagen haben vor allem Kinder ihren Spaß an den 31 bodenebenen Düsen. Diese Düsen sprudeln das Wasser zeitlich variabel unterschiedlich hoch heraus, sodass man sich in und an deren Strahl nach Lust und Laune abkühlen kann.

Die Anlage wird im Kreislaufsystem betrieben: Das Wasser aus den Düsen wird am Ende des Düsenfelds aufgefangen, in einem Behälter unterhalb des Marktplatzes gespeichert, gefiltert und desinfiziert und von dort mittels Pumpen wieder zu den Düsen transportiert. Das Wasser wird in der Regel alle zwei bis vier Wochen ausgewechselt.

Für die Meisten ist die Höhe der Baukosten von rund 345.000 Euro schwer vorstellbar. Wenn man sich jedoch die aufwändige Brunnentechnik in der Technikkammer anschaut, wird die Summe plausibel.

Das Bild zeigt den Krautkopfbrunnen auf dem Gutenbergplatz.

Der Krautkopfbrunnen auf dem Gutenbergplatz wurde schon bald nach seiner Fertigstellung zum Wahrzeichen der Karlsruher Weststadt. Wie auch viele andere Brunnen in Karlsruhe diente er früher als Marktbrun­nen.

Planung und Errichtung

Erste Planungen für die Errichtung eines großen Marktbrunnens gab es schon im Juli 1904. Mehr als ein Jahr später legte der zu den führenden Karlsruher Kusntschaffenden zählende Friedrich Ratzel erste konkretere Entwürfe vor. Diese sind leider nicht mehr erhalten. Die Auftragssumme betrug 60.000 Deutsche Mark. Eine solch hohe Summe hatte die Stadt nie zuvor für den Bau eines Brunnens aufgebracht. Die Errichtung des Brunnens gestaltete sich als extrem kostspielig, da für die Umsetzung der Brunnenent­würfe ein Umbau des erst kurz zuvor neu angelegten Gutenbergplatzes notwendig war. Sie stand 1907 sogar auf der Kippe, als sich Friedrich Ratzel das Leben nahm. Im darauffolgenden Jahr verstarb auch der für die Bildhauerarbeiten beauftragte Eugen Mezger. Der Brunnen konnte 1908 dennoch fertiggestellt und ohne offizielle Einweihung an die Stadt übergeben werden. Die Ausführung der Arbeiten erfolgte gemäß der Planung von Friedrich Ratzel.

Das Bild zeigt den Marktbrunnen, auch Liebesbrunnen genannt, in Durlach.

Der Marktbrunnen in Durlach ist heute als „Liebesbrunnen“ bekannt. Die Brunnenfigur, die ein Liebespaar zeigt, ist noch relativ jung.

Geschichtlicher Rückblick

Die Geschichte des Brunnens reicht bis ins Jahr 1862 beziehungsweise 1567 zurück. An der Stelle des jetzigen Brunnens stand vormals ein Brunnen zu Ehren des Markgrafen Karl der II. von Baden. Der Brunnen wurde durch eine Statue aus gelbem Sandstein geschmückt, die den Markgrafen in Ritterrüstung und mit umgehängter Geldtasche zeigte. Der Markgraf war auch als „Karle mit de Tasch“ bekannt. Laut einer Legende bezahlte er die Bauleute, die unter anderem das kleine Jagdschloss in Durlach zur Karlsburg ausbauten, eigenhändig aus einer Tasche, die er bei sich trug. Als der Marktplatz im Jahr 1862 neu gepflastert wurde, wurde der Brunnen entfernt und durch einen neuen, kleineren Brunnen mit gusseisernem Aufsatz ersetzt. Dieser zeigte eine männliche Büste in einem Tabernakel mit spitzem, durchbrochenem Helm. Der Aufsatz wurde jedoch 1929 mutwillig zerstört und anschließend nicht mehr erneuert. Eine andere Plastik zwar erstellt, jedoch wegen des Zweiten Weltkrieges nie aufgestellt.

Erst 1992 bekam der Marktbrunnen ein neues Aussehen verliehen. Der Künstler Klaus Ringwald aus Schonach im Schwarzwald hatte von der Stadt den Auftrag bekommen, eine neue Brunnenfigur für den alten Brunnentabernakel zu entwerfen. Im Zuge der Neugestaltung des Brunnens wurden auch das Brunnenbecken und der Sockel für den neuen Brunnenaufsatz saniert. Der neue Brunnen wurde am 16. Mai 1992 eingeweiht.

Der neue Figurenaufsatz zeigt ein lebensgroßes Liebespaar, das symbolisch für das Leben stehen soll. Dieses Liebespaar wird umgeben von dem historischen Tabernakel, der ebenfalls noch aus dem Jahr 1862 stammt. Für den Brunnenrand gestaltete Klaus Ringwald verschiedene, einander zugewandte Tierpaare. Es sind unter anderem Hasen, Igel, Raben und Eulen zu sehen.

Das Bild zeigt den Stephaniebrunnen auf dem Stephanplatz.

Schon seit über 110 Jahren schmückt der Stephaniebrunnen den Stephanplatz hinter der früheren Hauptpost (heute „Postgalerie“) in der Innenstadt. Der Brunnen wurde von der Karlsruher Bevölkerung jedoch nicht immer als „Verschönerung“ des Platzes empfunden. Der Grund war die moralische Entrüstung über die weibliche Aktfigur und die Darstellung der damaligen Karlsruher Prominenz als Karikaturen. Dabei sollte mit dem Bau eines Brunnens dem Vorwurf, die Karlsruher Stadtverwaltung unterstütze zu wenig junge Karlsruher Kunstschaffende, entgegen getreten werden.

Geschichtlicher Rückblick

Der Architekt Hermann Billing (Professor an der Karlsruher Akademie der bildenden Künste) erhielt 1903 den Auftrag, einen Brunnen auf dem Stephanplatz zu entwerfen. Der damals 26-jährige Bildhauer Hermann Binz entwarf die Brunnenfigur, die eine Quellnymphe darstellt. Die Bauphase des Stephaniebrunnens dauerte vom Sommer 1903 bis Herbst 1905.

Heute ist der Brunnen ein besonderes Stilelement auf dem 1999 bis 2001 vollständig neugestalteten Stephanplatz. Während der Bauphase musste der Brunnen ab- und wieder aufgebaut werden, um die Errichtung der Tiefgarage unter dem Platz zu ermöglichen. Bei dieser Gelegenheit konnte er gründlich saniert und seine Leitungen und die Wassertechnik erneuert werden.

Ehrenamtliches Engagement

Auch zahlreiche Bürge­rin­nen und Bürger lassen ihrer Freude über die Karlsruher Brunnen Taten folgen. Sie engagieren sich ehren­amt­lich als Brunnen­pate oder als Mitglied in der Europäischen Brunnengesellschaft.

Die Verbundenheit der Karlsruher Bevölkerung zeigt sich durch die „Brunnenpaten“: dies sind Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für ihren persönlichen Lieblingsbrunnen engagieren. Dabei halten sie nicht nur den Brunnen von Unrat frei, sondern melden auch Defekte oder Zerstörungen an das Gartenbauamt und geben zu guter Letzt Informationen und Geschichten an die interessierte Nachbarschaft und Besucherinnen und Besucher weiter. Als Brunnenpate kann man sich bei der Europäischen Brunnengesellschaft melden.

Die Europäische Brunnengesellschaft mit Sektion Karlsruhe, hält das Thema Brunnen im öffentlichen Bewusstsein und kümmert sich ehrenamtlich mit den Brunnenpaten um die Erhaltung, Pflege und Restaurierung der Karlsruher Brunnen. Die Brunnengesellschaft führt auch eine Datenbank mit allen Brunnen in Karlsruhe.

Wasser- und Brunnenmuseum

Wer sich tiefer mit der Geschichte der Karlsruher Trinkwasserversorgung befassen möchte, besucht das Wasser- und Brunnenmuseum der Stadtwerke Karlsruhe. Dort werden verschiedenartigste Exponate mit Bezug zum Thema Brunnen und Trinkwasser ausgestellt - unter anderem ein komplettes Badezimmer aus alten Zeiten, mit Heißwasserboiler mit Holzfeuerung, Zinkwanne und Utensilien aus der Waschküche vor Erfindung der Waschmaschine.

Trinkwasserbrunnen in der interaktiven Karte Karlsruhe

Brunnen in der interaktiven Karte Karlsruhe

Kontakt

Gartenbauamt

Freianlagenmanagement

Lammstraße 7 a
76133 Karlsruhe

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