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Klärwerk Karlsruhe

Das Klärwerk Karlsruhe reinigt das im Stadtgebiet und den angeschlossenen Städten und Gemeinden anfallende Abwasser. In vier Verfahrensschritten werden zunächst grobe Inhaltsstoffe sowie Sand und Fett entfernt, die organischen Belastungen sowie die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor abgebaut und anschließend noch Spurenstoffe und Mikroverunreinigungen eliminiert.

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme des Klärwerks in Karlsruhe.

Führungen durch das Klärwerk

Das Klärwerk bietet für interessierte Personen oder Gruppen kostenfreie, begleitete Führungen durch das Klärwerk an.

Diese finden an mehreren Terminen über das Jahr verteilt statt. Weitere Information erhalten sie unter:

 +49 721 133-7463

Vierte Reinigungsstufe im Klärwerk filtert auch Hormone und Medikamentenreste aus dem Abwasser

Die vierte Reinigungsstufe der Karlsruher Kläranlage wurde im Mai 2022 in Betrieb genommen. Das Abwasser kann seitdem noch besser gereinigt werden.

Es gibt eine neue Filtration in Verbindung mit einer Pulveraktivkohle-Adsorptionsanlage. Die Adsorptionsanlage wird neben einer weiteren Verbesserung der Ablaufwerte auch eine Reduzierung von sogenannten Spurenstoffen bewirken.

Spurenstoffe, wie beispielsweise Medikamentenrückstände oder Hormonstoffe, konnten mit dem bisherigen Stand der Abwasserreinigung nicht behandelt oder aus dem Ablauf einer Kläranlage entfernt werden.

Nun können erstmals auch Mikroverunreinigungen und Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt werden. Zudem werden Belastungen durch Phosphor, Organische Bestandteile und Stickstoff noch weiter reduziert. Insgesamt werden über 80 Prozent der Spurenstoffe entfernt.

Der Bau der vierten Reinigungsstufe, mit einem Gesamtaufwand von rund 70 Millionen Euro, wurde zu 20 Prozent vom Land gefördert.

Eine Brücke führt über die neuen Becken der Kläranlage. Die neue, vierte Reinigungsstufe verbessert die Abwasserreinigung erheblich.

In den siebziger und achtziger Jahren lag der Schwerpunkt in der Abwasserreinigung auf einer Reduzierung der biologisch leicht abbaubaren Kohlenstoffverbindungen, die mittlerweile weitestgehend abgebaut werden. Anschließend war das Ziel, auch die mineralischen Nährstoffe Phosphor und Stickstoff, die in gelöster Form im Abwasser enthalten sind, zu entfernen. In Karlsruhe wird seit 1988 eine Phosphorfällung mit Metallsalzen vorgenommen, seit 1996 ist die so genannte dritte Reinigungsstufe, die Stickstoffelimination, in Betrieb.

Um die gesetzlich geforderten Ablaufwerte sicher und stabil einhalten zu können, wurde eine vierte Reinigungsstufe, bestehend aus einer Flockungs-Filtrationsanlage zur Rückhaltung von Feinststoffen sowie einer Pulveraktivkohle-Adsorptionsanlage zur Reduzierung der Spurenstoffe, in Betrieb genommen.

Schautafel zu Abwasseraufbereitung im Klärwerk der Stadt Karlsruhe.

Die Flockungs-Filtrationsanlage reduziert die Stickstoff- und Phosphorbelastung im Abwasser.

Um die Kläranlage, zum Schutz der Umwelt, auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, wurde im Oktober 2019 eine neue Flockungs-Filtrationsanlage in Betrieb genommen. Der Bau dieser vierten Reinigungsstufe wurde im bereits Jahr 2012 beantragt und war damals ein freiwilliger Schritt, der im Einvernehmen mit dem Land gegangen wurde, welches das Vorhaben zu 20 Prozent förderte. Heute werden Betreiber von Kläranlagen nach und nach zur Umsetzung dieser Technologie verpflichtet.
 
Die rund 60 mal 60 Meter große Flockungs-Filtrationsanlage stellt den ersten Bauabschnitt der vierten Reinigungsstufe dar.

Der Schwerpunkt der Filtrationsanlage liegt auf der Reduzierung der Stickstoff- und Phosphorbelastung, um eine Anreicherung von Nährstoffen in den Gewässern zu reduzieren.

Um dies zu erreichen wird das bereits geklärte Abwasser durch zwei Sandschichten mit unterschiedlicher Körnung geleitet und ein weiteres Mal gefiltert. Erst danach fließt es in freiem Gefälle über die Alb in den Rhein. Ein Teil des gereinigten Wassers wird zudem für betriebliche Zwecke des Klärwerks genutzt, beispielsweise als Kühlwasser für die Klärschlammverbrennung.

Die Kläranlage Karlsruhe erhielt eine Erwähnung bei „Blaues Gut – Wir machen Gewässer besser“ des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und wurde zudem als erfolgreiches Projekt vorgestellt.

Flockungs-Filtrationsanlage
Flockungsfiltrations_Anlage
Flockungsfiltrations_Anlage
Flockungsfiltrations_Anlage
Flockungsfiltrations_Anlage
Flockungsfiltrations_Anlage

Die neue Pulveraktivkohle-Adsorptionsanlage trägt mit ihrer optimierten Abwasserreinigung dazu bei, dass weniger Spurenstoffe in die Gewässer gelangen.

Dies dient zum einen der Wasserqualität und zum anderen dem Schutz sensibler Gewässerorganismen.

Spurenstoffe stammen meist aus Produkten, die im Haushalt, in öffentlichen Einrichtungen, Industrie, Gewerbe oder Landwirtschaft eingesetzt werden. Kritisch zu betrachten sind insbesondere die Stoffe, die sich aufgrund ihrer biologischen Wirksamkeit bereits in geringen Konzentrationen nachteilig auf die Gewässerqualität und die Gewässernutzung auswirken können. Insbesondere Arzneimittel, Biozide, Pflanzenschutzmittel, Hormone, Wasch- und Reinigungsmittel, Körperpflegeprodukte sowie Baustoffe können solche Stoffe enthalten.

Die vierte Reinigungsstufe kann bis zu 80 Prozent der Hormone, Arzneimittel oder Pestizide aus dem Abwasser entfernen.

Die Pulveraktivkohle-Adsorptionsanlage wurde in zwei Teilschritten geplant.

Die erste Ausbaustufe wurde auf 7.500 Kubikmeter Abwasser pro Stunde ausgelegt, das entspricht etwa 2.100 Litern pro Sekunde. Das Abwasser wird der Adsorptionsanlage als Teilstrom des Gesamtabwasserstroms zugeführt. Bezogen auf die gesamte Jahreswassermenge können damit über 90 Prozent des gesamten Kläranlagenzulaufes in der Aktivkohle-Adsorptionsanlage behandelt werden. Sie besteht aus zwei, baulich und technisch komplett identischen Anlagenstraßen.

Nach Aufteilung des Abwasserstroms im Verteilerbauwerk auf beide Anlagenstraßen, fließt das Abwasser den drei in Reihe geschalteten Kontaktbecken zu. In diesen Becken erfolgt die Anlagerung der Schadstoffe an die Aktivkohle. Zur Verhinderung von Kohlablagerungen und der Homogenisierung des Mediums ist in jedem Kontaktbecken ein Vertikalrührwerk installiert.

Über den Einmischschacht gelangt die Abwasser-/Aktivkohle-Mischung in das Sedimentationsbecken, in dem die Trennung von Aktivkohle und Abwasser durch Ablagerung auf dem Beckenboden erfolgt. Mittels einer umlaufenden Räumeinrichtung wird die auf der Beckensohle des Sedimentationsbeckens abgelagerte Aktivkohle in einen Trichter befördert und von dort, dem Rück-/Überschusskohle-Pumpwerk zugeführt.

Da die Aktivkohle in diesem Verfahrensschritt noch nicht vollständig mit Abwasser-Inhaltstoffen angelagert ist, erfolgt zur Weiternutzung die Rückführung in das Kontaktbecken. Überschusskohle wird in der Biologie oder alternativ der Schlammverbrennung gänzlich entsorgt.

Die neue Adsorptionsstufe besteht aus sechs Kontaktbecken mit einem Durchmesser von 11,5 Metern und etwa 1.870 Kubikmeter Inhalt.

Hier wird dem biologisch gereinigten Abwasser Pulver-Aktivkohle beigemengt, so dass die im Abwasser noch gelösten Spurenstoffe gebunden werden können.

Anschließend gelangt das mit Aktivkohle vermischte Abwasser in eines der beiden großen Sedimentationsbecken, mit einem Durchmesser von 51,4 Meter und rund 8.200 Kubikmeter Inhalt. Hier wird die Aktivkohle vom Abwasser abgetrennt und in den Prozess zurückgeleitet.

Ein Teil der beladenen Aktivkohle wird aus dem Verfahren ausgeschleust und mit dem Klärschlamm auf der Anlage verbrannt.

Das vorgereinigte Abwasser wird über die Sandfiltration geleitet, um die letzten Reststoffe zu beseitigen und in den Klärwerksablauf eingeführt.

Der Bau der vierten Reinigungsstufe mit einem Gesamtaufwand von rund 70 Millionen Euro wurde zu 20 Prozent vom Land gefördert.

Die Klärschlammverbrennungsanlage besteht aus zwei Verbrennungslinien.

Die Schlammverbrennungsline 2 wurde in den Jahren 2020 und 2021 erneuert und ist seit Anfang 2021 wieder in Betrieb.

Der verbleibende Klärschlamm aus den vier Reinigungsstufen wird zunächst vorgetrocknet und anschließend der Schlammverbrennungsanlage zugeführt.

Die in der Verbrennungsanlage entstehende Wärme und der über eine Dampfturbine erzeugte Strom finden in internen Prozessen Verwendung, damit wird die Energieeffizienz des Klärwerks verbessert und die Umwelt geschont.

Schautafel zur Klärschlammbehandlung im Klärwerk der Stadt Karlsruhe

Das Zentrallabor: Abwasserüberwachung in Karlsruhe

Das Zentrallabor ist ein Teil der städtischen Infrastruktur zur Abwasserüberwachung und Teil des aktiven Gewässerschutzes für die Stadt Karlsruhe und ihr Einzugsgebiet. Angesiedelt auf dem Gelände des Klärwerks führt das Zentrallabor unter anderem Analysen von Abwässern und Klärschlämmen durch.

Aufgaben des Zentrallabors

Das Zentrallabor analysiert zahlreiche Parameter im Abwasser und stellt so sicher, dass die Abwasserreinigung im Klärwerk Karlsruhe stets die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Das Zentrallabor unterstützt mit seinen Analysen unter anderem das Klärwerk Karlsruhe dabei, die Qualitätsanforderungen für das Abwasser zu überwachen. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Wasser, welches das Klärwerk in die Natur verlässt, den vorgeschriebenen Anforderungen entspricht.

Aber auch im Stadtgebiet Karlsruhe und den angrenzenden Gemeinden ist das Zentrallabor aktiv. Insgesamt werden von über 100 Betrieben die Abwassereinleitungen überwacht. Hierfür führt das Zentrallabor Probenahmen und Analysen beispielweise von Neutralisationsanlagen, Leichtstoffabscheidern und Verdunstungskühlanlagen durch.

Probenanalyse Klärwerk

Täglich werden Proben aus dem Abwasserzulauf und Abwasserablauf sowie aus verschiedenen Zwischenströmen vom Klärwerk Karlsruhe analysiert.

 

Überwachung von Betrieben und Einrichtungen im Einzugsgebiet (Indirekteinleiter)

Das Labor analysiert auch Abwasserproben von Indirekteinleitern auf diverse Parameter, um sicherzustellen, dass diese die gesetzlichen Abwassergrenzwerte einhalten. 

 

Eine Auswahl von Routineanalysen

Analytischer Parameter

Wofür steht der Parameter

Warum wird dieser gemessen

Gesamter organischer Kohlenstoff (TOC) Die Menge an organischem Kohlenstoff im Wasser. Der TOC ist ein Maß für die Gesamtverschmutzung des Abwassers, das uns hilft, die Belastung des Zulaufs zu bewerten.
Gesamtstickstoff (TNb) Die Summe aller Stickstoffverbindungen (zum Beispiel Ammonium, Nitrat) im Wasser. Die Entfernung von Stickstoff aus dem Abwasser ist wichtig, um eine Überdüngung und das schädliche Wachstum von Algen zu verhindern.
Gesamter Phosphor (Pges) Die Summe aller Phosphorverbindungen im Wasser, bezogen auf elementaren Phosphor. Phosphor wird entfernt, um die Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) von Flüssen und Seen zu vermeiden, die zu Sauerstoffmangel führt.
pH-Wert Maß für den Säure- oder Basen-Charakter des Wassers. Dieser Wert stellt unter anderem sicher, dass die Kanalinfrastruktur nicht beschädigt wird und die biologischen Reinigungsprozesse optimal ablaufen.
Verschiedene Elemente Konzentration von Schwermetallen wie zum Beispiel Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen und Chrom Verschiedene Elemente wirken toxisch auf Umwelt und Gewässer, wie auch auf die biologische Reinigungsstufe der Kläranlage.

 

Das Zentrallabor Karlsruhe führt mit modernsten Analysengeräten Untersuchungen im Bereich Abwasseranalytik durch.

Durch die Akkreditierung und Notifizierung im Bereich Abwasser ist gewährleistet, dass die Analysen immer mit einem Höchstmaß an Qualität erfolgen.

Die gewonnenen Ergebnisse helfen dabei, die Kanäle der Stadt Karlsruhe frei von schadhaften Industrieabwässern zu halten und die Funktion der Reinigungsleistung des Klärwerks auf einem hohen Maß zu halten.

Das Zentrallabor der Stadt Karlsruhe ist nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert und notifiziert.

Hierdurch wird dem Labor formell bestätigt, dass es unparteilich handelt, die fachliche Kompetenz für die durchgeführten Analysen besitzt und über einheitliche Arbeitsweisen verfügt.

Regelmäßige Audits durch die DAkkS, Deutsche Akkreditierungsstelle, sorgen dafür, dass die Qualität der Analysen und der Arbeitsabläufe im Labor stets den zu befolgenden Vorschriften entsprechen.

Zusätzlich verfügt das Labor über eine Notifizierung. Die Notifizierung ist eine formelle Anerkennung durch eine Landesbehörde (im Falle des Zentrallabors die LUBW, Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg). Durch die Notifizierung wird sichergestellt, dass die durchgeführten Analysen nach gesetzlich anerkannten Verfahren erfolgen. Dadurch sind die ermittelten Analysenergebnisse rechtssicher.

Kompetenz und Vertrauen:  Akkreditierung ist entscheidend

Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass veröffentlichte Werte zu Abwässern, die durch das Zentrallabor analysiert wurden, auf einer transparenten, nachvollziehbaren und wissenschaftlich fundierten Basis ruhen.

Der Akkreditierungsumfang des Zentrallabors ist auch auf der Webseite der Stadt Karlsruhe unter amtliche Bekanntmachungen einsehbar – Suchbegriff „Zentrallabor“. 

Weitere Informationen

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