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Wie nah ist Karlsruhe dem Klimaziel 2030? Das Klimaschutzmonitoring ist eine zentrale Aufgabe im Klimaschutz. Es zeigt Fortschritte und Herausforderungen auf und verdeutlicht, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um die Klimaschutzziele zu erreichen.
Mit 75 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern zielt das Klimaschutzkonzept 2030 darauf ab, die Treibhausgase bis 2030 um 58 % gegenüber dem Referenzjahr 2010 zu reduzieren. Von 2010 bis 2020 konnten rund 24 % der Treibhausgase eingespart werden. Von 2020, dem Start des Klimaschutzkonzepts, bis 2030 ist eine Reduktion um 34 % gegenüber dem Referenzjahr 2010 notwendig, um das Klimaziel zu erreichen.
Seit 2020 bis 2023, konnten 7,5 % an CO2-Äquivalenten (CO2äq) reduziert werden.
88 % der Maßnahmen befinden sich in der Umsetzungsphase oder sind bereits als Daueraufgabe etabliert. Lediglich 12 % befinden sich noch in der Planungsphase.
Im Jahr 2024 konnten 18 Klimaschutzmaßnahmen als Daueraufgabe etabliert oder erfolgreich abgeschlossen werden, dazu zählen unter anderem:
Fünf weitere Maßnahmen, wie die konsequente Bevorrechtigung des öffentlichen Nahverkehrs und der Ausbau von Photovoltaik auf städtischen Gebäuden, wurden als fortgeschritten bewertet, während weitere sieben Maßnahmen, darunter die Fußverkehrsförderung, in die Umsetzungsphase überführt wurden.
Das Klimaschutzmonitoring für Karlsruhe wird jährlich durchgeführt. Die Basis des Monitorings bildet die jährliche Energie- und Treibhausgasbilanz mit ClimateView und dem berrechneten Emissionsinventar. Die Erfolge und Herausforderungen werden anhand von Diagrammen und einem Reduktionspfad dargestellt. Um die Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen, wird für die Darstellung des Monitorings das Tool ClimateView genutzt.
Das Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030 wurde 2020 vom Gemeinderat beschlossen. Es entstand in einem umfassenden Beteiligungsprozess und wurde gemeinsam mit den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet. Ziel des Konzepts ist es, durch die Festlegung und das Vorantreiben von Maßnahmen und Zielen für das Jahr 2030 in unterschiedlichen Handlungsfeldern den Klimaschutz in Karlsruhe deutlich zu stärken und bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen.
Das Konzept gliedert sich in fünf Handlungsfelder: Wärme und Strom, Bauen und Sanieren, Wirtschaft, Mobilität sowie Übergreifendes. Letzteres umfasst Maßnahmenbündel wie eine klimaneutrale Stadtverwaltung, Förderung und Beratung zum Klimaschutz, Öffentlichkeitsarbeit sowie Kooperationen.
Maßnahmenbündel bilden übergreifende Vorhaben in den einzelnen Handlungsfeldern, die wiederum aus Einzelmaßnahmen bestehen. So umfasst etwa das Handlungsfeld Mobilität das Maßnahmenbündel „Stärkung des Fuß- und Radverkehrs“, das sich unter anderem in die Einzelmaßnahmen „Forcierung des Umbaus zur Fahrradstadt“ und „Fußverkehrsförderung“ gliedert.
Einzelmaßnahmen umfassen konkrete Vorhaben, wie zum Beispiel den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum, die einem bestimmten Akteur zugeordnet sind. Die Maßnahmen werden in verschiedene Maßnahmentypen eingeteilt, etwa in Typen mit direkt messbarer CO2äq-Reduktion, Typen mit Indikator ohne direkte CO2äq-Reduktion, sowie Typen ohne Indikator und ohne messbare CO2äq-Reduktion.
Das Klimaschutzmonitoring mit ClimateView besteht aus drei Bausteinen:
Das Klimaschutzkonzept 2030 umfasst 75 Maßnahmen mit dem Ziel, der Klimaneutralität bis 2040 näherzukommen. Allerdings lässt sich nicht jeder Maßnahme eine konkrete Treibhausgasreduktion zuordnen. Technische Maßnahmen ermöglichen häufig eine Berechnung der Emissionsreduktion, beispielsweise beim Ausbau der Fernwärme auf Grundlage des Energieleitplans. Für eine Beratung zur Gebäudesanierung im Beratungszentrum der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur lassen sich hingegen keine konkreten Treibhausgasemissionen berechnen. Es gibt daher Maßnahmen, die direkt zum Reduktionspfad beitragen, und Maßnahmen, die indirekt auf den Reduktionspfad einwirken und nicht direkt messbar sind. Daraus ergeben sich drei Typen von Maßnahmen:
Die letzten beiden Maßnahmentypen erklären die in den Grafiken nicht abbildbaren Emissionen und somit unter anderem die Zielerreichungslücke zum Klimaziel des Jahres 2030.
ClimateView ist ein leistungsfähiges Monitoringinstrument. Um die Nutzung zu erleichtern und das Klimaschutzmonitoring transparent zu gestalten, werden in diesem Abschnitt zentrale Begriffe und Definitionen erläutert.
Beitrag der Klimaschutzkonzept-Maßnahmen mit direktem Einfluss auf die Emissionsreduktion im Zieljahr. Dabei bleiben bedeutende Maßnahmen außen vor, wie Beratungsleistungen oder Öffentlichkeitsarbeit, die nicht direkt in der Reduktion von CO2äq messbar sind.
Häufig wird nur von CO2 gesprochen und andere Emissionen vernachlässigt, obwohl sie ebenfalls zur Treibhauswirkung beitragen – etwa aus industriellen Prozessen oder während des Autofahrens. Deshalb spricht man korrekterweise von CO2-Äquivalenten. CO2-Äquivalente (CO2äq) messen die Treibhauswirkung verschiedener Gase relativ zu CO2. Zur Bestimmung nutzt man das globale Erwärmungspotenzial und multipliziert es mit der jeweiligen Gasmenge. Die Gesamtsumme der CO2äq ergibt sich aus der Addition der CO2äq-Mengen aller Gase.
Das Karlsruher Klimaschutzkonzept 2030 wurde 2020 beschlossen. Ziel ist eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 58 % gegenüber dem Referenzjahr 2010. Von 2010 bis 2020 konnten rund 24 % der Treibhausgase eingespart werden. Von 2020, dem Start des Klimaschutzkonzepts, bis 2030 ist eine Reduktion um 34 % gegenüber dem Referenzjahr 2010 notwendig, um das Klimaziel zu erreichen. ClimateView berechnet die Emissionsreduktion vom Referenzjahr 2020 aus. Dadurch ergibt sich in ClimateView der Wert 45 % für die notwendige Emissionsreduktion bis 2030.
Das Emissionsinventar bildet die Gesamtheit aller Emissionen in verschiedenen Sektoren, wie beispielsweise Verkehr und Industrie, über ein Jahr hinweg ab.
ClimateView geht bei der Emissionsreduzierung vom Basisjahr 2020 aus, dem Startjahr der Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes. Das Ziel für 2030 sind noch 1.596 kt CO2äq verbleibende Emissionen. Nach dem aktuellen Reduktionspfad kann dieses Emissionsziel 2030 erreicht werden. Die Zielerreichungslücke wird berücksichtigt und von der Emissionsreduktion abgezogen.
Menge an CO2äq, die im Basisjahr 2020, dem Start des Klimaschutzkonzepts 2030, ausgestoßen wurde. Das Basisjahr bildet den Ausganspunkt der Modellierung in ClimateView.
Die Stadt Karlsruhe hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Das bedeutet, dass nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden, wie durch natürliche Senken – zum Beispiel Wälder – ausgeglichen oder durch weitere Maßnahmen reduziert werden können.
Ein Umstellungselement ist eine Maßnahme, die auf die Reduktion von CO2äq abzielt.
Stand heute müssen wir die angegebene prozentuale Menge an Emissionen reduzieren, um das Ziel des Klimaschutzkonzepts 2030 zu erreichen. Die im Jahr 2030 verbleibenden Emissionen machen 1.156 kt CO2äq aus.
Die Zielerreichungslücke ergibt sich aus Maßnahmen, die zwar zum Klimaschutz beitragen, deren Auswirkung auf die Reduktion von Treibhausgasen jedoch nicht direkt messbar ist. Dazu zählen Maßnahmen wie beispielsweise Beratungsleistungen der Klimaschutz- und Energieagentur zur Gebäudesanierung (Maßnahmen mit Indikator ohne direkte CO2äq-Reduktion) oder Öffentlichkeitsarbeit durch die Klimaschutzkampagne (Maßnahme ohne Indikator und ohne direkte CO2äq-Reduktion). Darüber hinaus entsteht die Zielerreichungslücke durch Maßnahmen, die außerhalb des direkten Handlungsspielraums der Kommune liegen, wie Emissionen im Bereich Industrie, bei denen die Kommune lediglich beratend wirken kann.