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Starkregen

Von Starkregen spricht man, wenn innerhalb kurzer Zeit in einem lokal sehr begrenzten Bereich Niederschläge von hoher Intensität und Menge auftreten. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Gebiete in Karlsruhe potenziell von Starkregenschäden betroffen sind, welche Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten ungefähr zu erwarten sind und wie Sie sich schützen können.

Die Pyramide auf dem Marktplatz in Karlsruhe im Regen.

Was ist Starkregen?

Starkregen kann überall, auch abseits von Flüssen, zu plötzlichen Überschwemmungen führen. Besonders im Sommer können intensive Regenfälle in Verbindung mit starken Gewittern große Schäden verursachen.

Die genaue Vorhersage ist schwierig, so dass es oft nur eine kurze oder gar keine Vorwarnzeit gibt.

In der Ebene können Wassermengen die Entwässerungssysteme überlasten, wodurch Senken und Infrastruktur betroffen sind. Kleine Gewässer können schnell anschwellen und über die Ufer treten.

Im bergigen Gelände können sich Sturzfluten mit hohen Fließgeschwindigkeiten bilden.

In Karlsruhe und Umgebung kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Starkregenereignissen mit hohen Schäden und Gefahr für Leib und Leben. Beispielhaft sind hier einige Ereignisse aufgelistet:

  • August 2025: Starkes Sommergewitter vor allem im Westen des Stadtgebiets, über 100 Feuerwehreinsätze wegen voll gelaufener Keller.
  • August 2024: Schweres Unwetter im Landkreis Karlsruhe. Eine Familie in Gondelsheim überlebt nur knapp einen Wassereintritt im Keller.
  • Sommer 2021: Karlsbad wird innerhalb von zwei Wochen dreimal von Starkregen heimgesucht, viele Grundstücke werden überflutet.
  • Juni 2016: Gewitter mit Starkregen in den Karlsruher Höhenstadtteilen und Durlach mit vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen. Die Feuerwehr rückt zu zahlreichen Einsätzen aus. Auch Geschäftsräume und Werkstätten werden überflutet.
  • Juli 1995: Beim FEST in der Günther-Klotz-Anlage gibt es heftige Regenfälle, die das ganze Festgelände knöcheltief unter Wasser setzen.

 

Starkregengefahrenkarten

Starkregengefahrenkarten für Karlsruhe.

Starkregengefahrenkarten geben Hinweise darauf, welche Gebiete bei Starkregen überschwemmt werden können. Sie zeigen, wie Wasser bei intensiven Regenfällen abfließt, wo es sich sammelt und welche Gebiete besonders gefährdet sein können.

Die Starkregengefahrenkarten zeigen die folgenden Informationen:

  • Überflutungsflächen: Hinweise auf Bereiche, in denen Wasser stehen kann
  • Überflutungstiefen: Hinweise auf mögliche Wassertiefen
  • Fließwege und Fließgeschwindigkeiten: Wo und wie schnell sich das Wasser bei Starkregen bewegen kann. Insbesondere in den Karlsruher Höhenstadtteilen ist dies wichtig, um ein Bild von der Dynamik eines Starkregenereignisses zu bekommen.

Wenn Sie die möglichen Gefahren und Risiken am eigenen Standort kennen, können Sie zielgerichtet geeignete Vorsorgemaßnahmen ergreifen.

 

Achtung – die Karten zeigen nicht die Auswirkungen von Hochwasserereignissen, die durch ausufernde Flüsse entstehen.

Für Orte in der Nähe des Rheins, der Alb und der Pfinz sollten daher unbedingt zusätzlich die Hochwassergefahrenkarten zu Rate gezogen werden.

Starkregenereignisse können unterschiedlich stark ausfallen. Es gibt Starkregen, die relativ häufig auftreten und eher geringe Auswirkungen haben (ortsüblicher Starkregen). Es kann aber auch zu extremen Starkregen mit katastrophalen Schäden kommen.

Grafik: Starkregen-Kategorien

Die Starkregengefahrenkarten basieren auf den folgenden landesweit einheitlichen Szenarien:

  • Seltener Starkregen: Ein aus vergangenen Regenereignissen statistisch abgeleitetes Regenereignis von einer Stunde Dauer mit einer Jährlichkeit von 30 Jahren.
  • Außergewöhnlicher Starkregen: Ein aus vergangenen Regenereignissen statistisch abgeleitetes Regenereignis von einer Stunde Dauer mit einer Jährlichkeit von 100 Jahren.
  • Extremer Starkregen: Bei diesem Szenario wird von einer Regenmenge von 128 Litern pro Quadratmeter  (l/m²) innerhalb einer Stunde ausgegangen. Das entspricht dem größten jemals in Baden-Württemberg gemessenen Niederschlagsereignis.

 

Der Begriff Jährlichkeit gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Naturereignis eintritt oder überschritten wird.
Diese Wahrscheinlichkeit wird aus vergangenen Ereignissen statistisch ermittelt und zum leichteren Verständnis in Jahren angegeben.

Ein 100-jährliches Ereignis tritt demnach statistisch einmal in 100 Jahren ein. Wie immer bei Wahrscheinlichkeitsangaben ist es jedoch möglich, dass ein Ereignis öfter oder seltener eintritt als der Zahlenwert es ausdrückt.

Im Folgenden finden Sie Hinweise zur Nutzung der Starkregengefahrenkarten im Geodatenportal der Stadt Karlsruhe.

Schaltflächen

Hier können Sie zwischen den Starkregenereignissen wechseln. Voreingestellt ist das außergewöhnliche Ereignis.

Hinweise zur Kartenanwendung – Schaltflächen

Zu erwartende Wassertiefe

Die blaue Einfärbung zeigt die erwartete Wassertiefe von überschwemmten Flächen. Nicht gekennzeichnete Flächen haben eine erwartete Wassertiefe von weniger als fünf Zentimetern. Es wird immer die maximale Wassertiefe während eines Ereignisses dargestellt.

Das bedeutet, dass die in den Karten dargestellte Wassertiefe nicht überall zum gleichen Zeitpunkt auftreten muss.

Starkregengefahrenkarte – Zu erwartende Wassertiefe.

Fließrichtung des Wassers

Beim Hineinzoomen erscheinen farbige Pfeile, die die erwartete Richtung und Geschwindigkeit des Wassers darstellen.

Auch dies sind die erwarteten maximalen Fließgeschwindigkeiten während eines Ereignisses.

Darstellung der zu erwartende Fließrichtungen und Geschwindigkeiten des Wassers in den Starkregengefahrenkarten.

Hochwassergefahrenkarten

Mit dem Hochwasser-Button oben rechts können Sie zu den Hochwassergefahrenkarten wechseln, die die Effekte von ausufernden Flüssen zeigen. Dies ist insbesondere für Orte in der Nähe des Rheins, der Alb und der Pfinz empfohlen.

Von den Hochwassergefahrenkarten können Sie mit einem ähnlichen Button wieder zurück zu den Starkregengefahrenkarten wechseln.

Der Hochwasserbutton auf der Starkregengefahrenkarte.

Eingabe einer Adresse

Wie bei allen Fachplänen im Geoportal der Stadt Karlsruhe können Sie eine konkrete Adresse über die Adresseingabe suchen sowie weitere Hintergrundkarten und Luftbilder einblenden.

Adresssuche auf der Starkregengefahrenkarte.

Die Starkregengefahrenkarten basieren auf einer hydraulischen Modellierung und zeigen drei definierte Niederschlagsszenarien.

Welches Szenario für Ihren Zweck am besten zu berücksichtigen ist, hängt von Ihrer persönlichen Einschätzung der Gefährdungslage und anderen Aspekten ab. Hierzu erhalten Sie im Leitfaden der LUBW weitere Informationen.

Wie sich ein konkretes Starkregenereignis in Karlsruhe in der Realität auswirken wird, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht alle in der Modellierung berücksichtigt werden können.

Die Karten geben daher nur orientierende Hinweise auf überschwemmte Flächen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten.

Der Gebäudebestand ist, neben anderen, ein wichtiger Faktor für die hydraulische Modellierung. In den dargestellten Gefahrenkarten ist der Gebäudebestand mit Stand Dezember 2022 berücksichtigt (Gebäudebestand und Baugrenzen bis dahin rechtskräftiger Bebauungspläne).

Mögliche Effekte des Klimawandels sind in der Modellierung nicht berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Methodik finden Sie im Leitfaden der LUBW.

 

Vorsorge

Der Schutz vor Starkregen ist nicht allein kommunale Aufgabe. Auch Bürgerinnen und Bürger haben sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten vor den Gefahren von Starkregen zu schützen. Durch geeignete Vorsorgemaßnahmen können Sie Ihr starkregenbedingtes Risiko und nachteilige Folgen für Ihr Grundstück merklich vermindern.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise auf Möglichkeiten der privaten Vorsorge gegen Starkregen. Detaillierte Informationen finden Sie unter der Linkliste.

Schutz vor Starkregen: Bürgerinformation Rückstausicherung und Überflutungsschutz
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Video  

  • Machen Sie sich mittels der Starkregengefahrenkarten über die Betroffenheit auf Ihrem Grundstück vertraut.
  • Nutzen Sie Warn-Apps, zum Beispiel die Warnwetter-App des DWD und die NINA-Warn-App.
  • Lagern Sie wertvolle Gegenstände nicht im Keller. Wenn sich dies nicht vermeiden lässt, lagern Sie diese möglichst erhöht.
  • Prüfen Sie insbesondere die Lagerung von persönlichen Gegenständen und wichtigen Dokumenten, die sich nicht einfach ersetzen lassen.

Am eigenen Grundstück und Gebäude lassen sich effektive Vorsorgemaßnahmen treffen, um sich zu schützen.

Eine erste Übersicht bietet diese Grafik:

KEA-Flyer: Starkregen: Schützen Sie Ihr Gebäude vor eindringendem Wasser!

Weitere Tipps:

  • Schutzanlagen im Außenbereich, zum Beispiel kleine Mauern oder Schwellen, helfen, dass das Wasser gar nicht erst das Gebäude erreicht. Achten Sie darauf, dass hierdurch keine nachteiligen Folgen für Ihre Nachbarschaft entstehen.
  • Tipps für den Schutz Ihres Kellers finden Sie in der Broschüre Schutz vor Kellerüberflutung des Tiefbauamts Karlsruhe.
  • Sachkundige bieten Ihnen eine professionelle Gefährdungseinschätzung für Ihr Haus auf Grundlage einer Vor-Ort-Besichtigung und eine persönliche Beratung zum Überflutungsschutz. Eine Liste von möglichen Beratern finden Sie zum Beispiel auf den Seiten des Hochwasser Kompetenz Centrum e.V..
  • Weitere Hinweise unter Weitere Informationen | Linkliste.

Bei extremen Ereignissen kann es trotz baulicher Vorsorge zu Schäden durch Starkregen kommen. Damit wenigstens die monetären Schäden gemildert werden, kann sich eine Versicherung lohnen.

Prüfen Sie, ob Ihre Hausrat- und Wohngebäudeversicherung den erweiterten Schutz vor Elementarschäden beinhaltet. Nur dann sind Schäden durch Starkregen und Hochwasser im Versicherungsschutz enthalten.

Hier kann sich auch ein Tarifvergleich lohnen.
Die Verbraucherzentralen bieten hierzu Informationen.

Weitere Details und Erklärvideos finden Sie beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Warnung und Verhalten während eines Starkregens

Wichtige Verhaltensregeln während eines Starkregenereignisses:

  • Gehen Sie nicht in Kellerräume oder Tiefgaragen! Bereits ab einem niedrigen Wasserstand besteht Lebensgefahr, weil Türen blockieren können und Gefahr durch Stromschlag besteht!
  • Bringen Sie zuerst sich und andere Personen in Sicherheit – zum Beispiel in höhere Stockwerke. Kümmern Sie sich danach um wichtige Dokumente und erst dann um weitere Gegenstände, wenn dies gefahrlos möglich ist.
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt mit dem Wasser. Das Wasser kann kontaminiert sein und es kann gefährliche Strömungen geben.
  • Wenn Sie im Auto unterwegs sind, meiden Sie tiefer gelegene Straßen, Brücken oder Unterführungen – schon niedrige Wasserstände können Ihr Fahrzeug unkontrollierbar machen. Im Zweifel das Auto stehen lassen und sich zu Fuß in Sicherheit bringen.
  • Bleiben Sie informiert, zum Beispiel über die WarnWetter-App des DWD und die NINA-Warn-App.

Informationen für Gewerbebetriebe

In Betrieben können Starkregenereignisse weitere Schäden verursachen. Beispielsweise können Produktionsabläufe und Lieferketten unterbrochen werden oder Schadstoffe austreten. Weitere Informationen über spezifische Gefahren und mögliche Vorsorge- und Notfallmaßnahmen finden Sie in diesem Merkblatt der IHK Karlsruhe.

Kommunale Vorsorge

Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Bürgerinnen und Bürger, die private Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung haben jeweils eigene Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Die Stadt Karlsruhe ist unter anderem in folgenden Bereichen aktiv:

Die Stadt Karlsruhe hat eine Untersuchung zum Starkregenrisikomanagement durch ein externes Ingenieurbüro erstellen lassen.

Dabei wurde die Starkregengefahr des Gemeindegebietes analysiert und darauf aufbauend die Starkregengefahrenkarten erstellt.

Mit diesen Ergebnissen wird ein Handlungskonzept zur Gefahrenabwehr und Starkregenvorsorge entwickelt.

In den Höhenstadtteilen unterhält die Stadt mehrere Rückhaltebecken, die an die veränderten Bedingungen angepasst werden.

Insgesamt werden 35 offene Rückhaltebecken unterhalten. Diese Regen- und Hochwasserrückhaltebecken schützen tieferliegende Gebiete vor Überschwemmung und Überflutung bei Starkregenereignissen.

Das Karlsruher Kanalnetz ist entsprechend aller gültigen Richtlinien bemessen und für eine langfristige Entwicklung ausgelegt.

Allerdings lässt sich ein Kanalnetz aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht für extreme Regenereignisse jeglicher Größenordnung auslegen.

Bei der Stadtplanung spielt das Regenwassermanagement eine wichtige Rolle.

Ziel ist ein möglichst naturnaher Wasserhaushalt in bebauten Gebieten.

Das örtlich anfallende Regenwasser soll im Gebiet behalten und Abflussspitzen sollen reduziert werden. Dies wurde bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt, wie etwa in den Konversionsgebieten Knielingen 2.0, Kirchfeld Nord oder im Erschließungsgebiet Zukunft Nord.

Auch zukünftig liegt bei städtebaulichen Planungen für neue Wohngebiete ein besonderes Augenmerk auf der Regenwasserbewirtschaftung.

Sollte es trotz aller Vorbereitungsmaßnahmen zu außergewöhnlichen Ereignissen wie beispielsweise Notfällen, Krisen oder Katastrophen kommen, können zu deren Bewältigung der städtische Verwaltungsstab und Führungsstab einberufen werden.

Durch die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure wird sichergestellt, dass Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt werden können.

Starkregen und Hochwasser – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Starkregen und Hochwasser aus Fließgewässern sind beides Naturereignisse, die Überschwemmungen verursachen können, unterscheiden sich jedoch in ihrer Entstehung und Dynamik.

Starkregen tritt lokal und plötzlich auf, zum Beispiel infolge intensiver Gewitter. Innerhalb kurzer Zeit fallen große Niederschlagsmengen, die nicht schnell genug versickern oder abgeführt werden können. Dies führt zu Sturzfluten und lokalen Überschwemmungen ohne lange Vorwarnzeiten.

Flusshochwasser hingegen entsteht durch langanhaltende oder großflächige Niederschläge und ist daher einfacher vorhersehbar. Dabei steigen die Pegel von Flüssen allmählich an und können weiträumige Gebiete überfluten.

Hierzu können Sie die Hochwassergefahrenkarten auf den Seiten der Stadt Karlsruhe einsehen.

Beide Naturereignisse werden durch den Klimawandel voraussichtlich vermehrt auftreten und in ihrer Intensität verstärkt.

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