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Von Starkregen spricht man, wenn innerhalb kurzer Zeit in einem lokal sehr begrenzten Bereich Niederschläge von hoher Intensität und Menge auftreten. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Gebiete in Karlsruhe potenziell von Starkregenschäden betroffen sind, welche Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten ungefähr zu erwarten sind und wie Sie sich schützen können.
Starkregen kann überall, auch abseits von Flüssen, zu plötzlichen Überschwemmungen führen. Besonders im Sommer können intensive Regenfälle in Verbindung mit starken Gewittern große Schäden verursachen.
Die genaue Vorhersage ist schwierig, so dass es oft nur eine kurze oder gar keine Vorwarnzeit gibt.
In der Ebene können Wassermengen die Entwässerungssysteme überlasten, wodurch Senken und Infrastruktur betroffen sind. Kleine Gewässer können schnell anschwellen und über die Ufer treten.
Im bergigen Gelände können sich Sturzfluten mit hohen Fließgeschwindigkeiten bilden.
In Karlsruhe und Umgebung kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Starkregenereignissen mit hohen Schäden und Gefahr für Leib und Leben. Beispielhaft sind hier einige Ereignisse aufgelistet:
Starkregengefahrenkarten geben Hinweise darauf, welche Gebiete bei Starkregen überschwemmt werden können. Sie zeigen, wie Wasser bei intensiven Regenfällen abfließt, wo es sich sammelt und welche Gebiete besonders gefährdet sein können.
Die Starkregengefahrenkarten zeigen die folgenden Informationen:
Wenn Sie die möglichen Gefahren und Risiken am eigenen Standort kennen, können Sie zielgerichtet geeignete Vorsorgemaßnahmen ergreifen.
Achtung – die Karten zeigen nicht die Auswirkungen von Hochwasserereignissen, die durch ausufernde Flüsse entstehen.
Für Orte in der Nähe des Rheins, der Alb und der Pfinz sollten daher unbedingt zusätzlich die Hochwassergefahrenkarten zu Rate gezogen werden.
Starkregenereignisse können unterschiedlich stark ausfallen. Es gibt Starkregen, die relativ häufig auftreten und eher geringe Auswirkungen haben (ortsüblicher Starkregen). Es kann aber auch zu extremen Starkregen mit katastrophalen Schäden kommen.
Die Starkregengefahrenkarten basieren auf den folgenden landesweit einheitlichen Szenarien:
Der Begriff Jährlichkeit gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Naturereignis eintritt oder überschritten wird.
Diese Wahrscheinlichkeit wird aus vergangenen Ereignissen statistisch ermittelt und zum leichteren Verständnis in Jahren angegeben.
Ein 100-jährliches Ereignis tritt demnach statistisch einmal in 100 Jahren ein. Wie immer bei Wahrscheinlichkeitsangaben ist es jedoch möglich, dass ein Ereignis öfter oder seltener eintritt als der Zahlenwert es ausdrückt.
Im Folgenden finden Sie Hinweise zur Nutzung der Starkregengefahrenkarten im Geodatenportal der Stadt Karlsruhe.
Hier können Sie zwischen den Starkregenereignissen wechseln. Voreingestellt ist das außergewöhnliche Ereignis.
Die blaue Einfärbung zeigt die erwartete Wassertiefe von überschwemmten Flächen. Nicht gekennzeichnete Flächen haben eine erwartete Wassertiefe von weniger als fünf Zentimetern. Es wird immer die maximale Wassertiefe während eines Ereignisses dargestellt.
Das bedeutet, dass die in den Karten dargestellte Wassertiefe nicht überall zum gleichen Zeitpunkt auftreten muss.
Beim Hineinzoomen erscheinen farbige Pfeile, die die erwartete Richtung und Geschwindigkeit des Wassers darstellen.
Auch dies sind die erwarteten maximalen Fließgeschwindigkeiten während eines Ereignisses.
Mit dem Hochwasser-Button oben rechts können Sie zu den Hochwassergefahrenkarten wechseln, die die Effekte von ausufernden Flüssen zeigen. Dies ist insbesondere für Orte in der Nähe des Rheins, der Alb und der Pfinz empfohlen.
Von den Hochwassergefahrenkarten können Sie mit einem ähnlichen Button wieder zurück zu den Starkregengefahrenkarten wechseln.
Wie bei allen Fachplänen im Geoportal der Stadt Karlsruhe können Sie eine konkrete Adresse über die Adresseingabe suchen sowie weitere Hintergrundkarten und Luftbilder einblenden.
Die Starkregengefahrenkarten basieren auf einer hydraulischen Modellierung und zeigen drei definierte Niederschlagsszenarien.
Welches Szenario für Ihren Zweck am besten zu berücksichtigen ist, hängt von Ihrer persönlichen Einschätzung der Gefährdungslage und anderen Aspekten ab. Hierzu erhalten Sie im Leitfaden der LUBW weitere Informationen.
Wie sich ein konkretes Starkregenereignis in Karlsruhe in der Realität auswirken wird, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht alle in der Modellierung berücksichtigt werden können.
Die Karten geben daher nur orientierende Hinweise auf überschwemmte Flächen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten.
Der Gebäudebestand ist, neben anderen, ein wichtiger Faktor für die hydraulische Modellierung. In den dargestellten Gefahrenkarten ist der Gebäudebestand mit Stand Dezember 2022 berücksichtigt (Gebäudebestand und Baugrenzen bis dahin rechtskräftiger Bebauungspläne).
Mögliche Effekte des Klimawandels sind in der Modellierung nicht berücksichtigt.
Weitere Informationen zur Methodik finden Sie im Leitfaden der LUBW.
Der Schutz vor Starkregen ist nicht allein kommunale Aufgabe. Auch Bürgerinnen und Bürger haben sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten vor den Gefahren von Starkregen zu schützen. Durch geeignete Vorsorgemaßnahmen können Sie Ihr starkregenbedingtes Risiko und nachteilige Folgen für Ihr Grundstück merklich vermindern.
Im Folgenden finden Sie einige Hinweise auf Möglichkeiten der privaten Vorsorge gegen Starkregen. Detaillierte Informationen finden Sie unter der Linkliste.
Am eigenen Grundstück und Gebäude lassen sich effektive Vorsorgemaßnahmen treffen, um sich zu schützen.
Eine erste Übersicht bietet diese Grafik:
Weitere Tipps:
Bei extremen Ereignissen kann es trotz baulicher Vorsorge zu Schäden durch Starkregen kommen. Damit wenigstens die monetären Schäden gemildert werden, kann sich eine Versicherung lohnen.
Prüfen Sie, ob Ihre Hausrat- und Wohngebäudeversicherung den erweiterten Schutz vor Elementarschäden beinhaltet. Nur dann sind Schäden durch Starkregen und Hochwasser im Versicherungsschutz enthalten.
Hier kann sich auch ein Tarifvergleich lohnen.
Die Verbraucherzentralen bieten hierzu Informationen.
Weitere Details und Erklärvideos finden Sie beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Wichtige Verhaltensregeln während eines Starkregenereignisses:
In Betrieben können Starkregenereignisse weitere Schäden verursachen. Beispielsweise können Produktionsabläufe und Lieferketten unterbrochen werden oder Schadstoffe austreten. Weitere Informationen über spezifische Gefahren und mögliche Vorsorge- und Notfallmaßnahmen finden Sie in diesem Merkblatt der IHK Karlsruhe.
Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
Bürgerinnen und Bürger, die private Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung haben jeweils eigene Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Die Stadt Karlsruhe ist unter anderem in folgenden Bereichen aktiv:
Die Stadt Karlsruhe hat eine Untersuchung zum Starkregenrisikomanagement durch ein externes Ingenieurbüro erstellen lassen.
Dabei wurde die Starkregengefahr des Gemeindegebietes analysiert und darauf aufbauend die Starkregengefahrenkarten erstellt.
Mit diesen Ergebnissen wird ein Handlungskonzept zur Gefahrenabwehr und Starkregenvorsorge entwickelt.
In den Höhenstadtteilen unterhält die Stadt mehrere Rückhaltebecken, die an die veränderten Bedingungen angepasst werden.
Insgesamt werden 35 offene Rückhaltebecken unterhalten. Diese Regen- und Hochwasserrückhaltebecken schützen tieferliegende Gebiete vor Überschwemmung und Überflutung bei Starkregenereignissen.
Das Karlsruher Kanalnetz ist entsprechend aller gültigen Richtlinien bemessen und für eine langfristige Entwicklung ausgelegt.
Allerdings lässt sich ein Kanalnetz aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht für extreme Regenereignisse jeglicher Größenordnung auslegen.
Bei der Stadtplanung spielt das Regenwassermanagement eine wichtige Rolle.
Ziel ist ein möglichst naturnaher Wasserhaushalt in bebauten Gebieten.
Das örtlich anfallende Regenwasser soll im Gebiet behalten und Abflussspitzen sollen reduziert werden. Dies wurde bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt, wie etwa in den Konversionsgebieten Knielingen 2.0, Kirchfeld Nord oder im Erschließungsgebiet Zukunft Nord.
Auch zukünftig liegt bei städtebaulichen Planungen für neue Wohngebiete ein besonderes Augenmerk auf der Regenwasserbewirtschaftung.
Sollte es trotz aller Vorbereitungsmaßnahmen zu außergewöhnlichen Ereignissen wie beispielsweise Notfällen, Krisen oder Katastrophen kommen, können zu deren Bewältigung der städtische Verwaltungsstab und Führungsstab einberufen werden.
Durch die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure wird sichergestellt, dass Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt werden können.
Starkregen und Hochwasser aus Fließgewässern sind beides Naturereignisse, die Überschwemmungen verursachen können, unterscheiden sich jedoch in ihrer Entstehung und Dynamik.
Starkregen tritt lokal und plötzlich auf, zum Beispiel infolge intensiver Gewitter. Innerhalb kurzer Zeit fallen große Niederschlagsmengen, die nicht schnell genug versickern oder abgeführt werden können. Dies führt zu Sturzfluten und lokalen Überschwemmungen ohne lange Vorwarnzeiten.
Flusshochwasser hingegen entsteht durch langanhaltende oder großflächige Niederschläge und ist daher einfacher vorhersehbar. Dabei steigen die Pegel von Flüssen allmählich an und können weiträumige Gebiete überfluten.
Hierzu können Sie die Hochwassergefahrenkarten auf den Seiten der Stadt Karlsruhe einsehen.
Beide Naturereignisse werden durch den Klimawandel voraussichtlich vermehrt auftreten und in ihrer Intensität verstärkt.