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Neugestaltung der Kaiserstraße

Eine Fußgängerzone mit Platz zum ungestörten Verweilen und ein Marktplatz als echtes Herz der Stadt – was viele Jahre wie eine Utopie erschien, wird Realität.

© mach:idee, R. Mach

Karlsruhe: Eine Innenstadt, die zum Verweilen einlädt

Mit der Fertigstellung der Kombilösung erhält die Karlsruher Innenstadt ein neues Gesicht und gleichzeitig die große Chance auf eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung.

Im Zuge der Neugestaltung der Kaiserstraße wird nicht nur die Oberfläche komplett neu gestaltet, sondern auch die Infrastruktur im Untergrund umfassend erneuert.

Neugestaltung der Kaiserstraße

 

Das Bauvorhaben ist in zwei große Bauabschnitte untergliedert.

Jeder Bauabschnitt ist in verschiedene Bauphasen unterteilt, welche wiederum aus mehreren Baufeldern bestehen.

  • Erster Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt zur Neugestaltung der Kaiserstraße liegt zwischen Ritterstraße und Adlerstraße. Die Bauzeit für den ersten Bauabschnitt beträgt voraussichtlich zweieinhalb Jahre.

Die Bauarbeiten haben im April 2023 am Marktplatz und im Bereich der Ritterstraße begonnen. Am Marktplatz wird die Pflasterung des Platzes nahtlos fortgeführt und der Marktplatz vollendet. Die weiteren Baufelder entlang der Kaiserstraße erstrecken sich jeweils zwischen zwei Strahlenstraßen. Als Strahlenstraßen werden in Karlsruhe jene Straßen bezeichnet, die strahlenförmig vom Karlsruher Schloss wegführen.

  • Zweiter Bauabschnitt

Der zweite Bauabschnitt ist in die Bereiche „West“ und „Ost“ unterteilt.
Der Bereich „West“ umfasst die Baufelder zwischen Karlstraße bis Ritterstraße, der Bereich „Ost“ liegt zwischen Adlerstraße und Fritz-Erler-Straße.
Die geplante Bauzeit für den zweiten Bauabschnitt beträgt etwa drei Jahre.

Bagger und Bauarbeiter bei der Arbeit in der Kaiserstraße auf Höhe Marktplatz.
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Video  

Zeitlicher Bauablauf mit Lageplan

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, Übersicht
Lageplan

Lageplan Erster Bauabschnitt

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, Januar bis Februar 2024
Januar 2024

Fünfte Bauphase, Kaiserstraße

Januar bis Februar 2024

Baufelder 3a, 3b und 5b

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, Februar bis April 2024
Februar 2024

Sechste Bauphase, Kaiserstraße

Februar bis April 2024

Baufelder 3b und 5b

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, März bis April 2024
März 2024

Siebte Bauphase, Kaiserstraße

März bis April 2024

Baufelder 3b, 5b und 5c

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, April/Mai bis Juni 2024
April/Mai 2024

Achte Bauphase, Kaiserstraße

April/Mai bis Juni 2024

Baufelder 5, 5a und 6

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, Juli bis August 2024
Juli 2024

Neunte Bauphase, Kaiserstraße

Juli bis August 2024

Baufelder 5, 5a und 6

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, August bis November 2024
August 2024

Zehnte Bauphase, Kaiserstraße

August bis November 2024

Baufelder 4b und 6a

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, November 2024 bis April 2025
November 2024

Elfte Bauphase, Kaiserstraße

November 2024 bis April 2025

Baufelder 6b, 7, 9 und Zierband

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, April bis Juli 2025
April 2025

Zwölfte Bauphase, Kaiserstraße

April bis Juli 2025

Baufelder 6b, 7a, 8 und 9a

Neugestaltung der Kaiserstraße, Erster Bauabschnitt, Juli bis Oktober 2025
Juli 2025

Dreizehnte Bauphase

Juli bis Oktober 2025

Baufelder 6b und 8a

Beschreibung der Baumaßnahme

Die Kaiserstraße erhält nicht nur eine neue Oberflächengestaltung,
auch die Infrastruktur im Untergrund wird umfassend erneuert.

Die Baumaßnahmen umfassen unter anderem den Rückbau der Gleistrasse sowie Leitungsverlegungen für Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation, Beleuchtung, Entwässerung und Fernwärme.

Im Arbeitsumfang sind zudem Ausstattungen, wie Bäume inklusive Bewässerungseinrichtungen, Brunnen, Fahrradabstellplätze und einiges mehr, enthalten.

Weiterhin werden umfassende Erdarbeiten (Aushub, Transport, Wiedereinbau, Verdichtung) und Pflasterarbeiten durchgeführt.

Ein Baufeld wird immer von „innen nach außen“ und von „unten nach oben“ gebaut.

Dieses schrittweise Vorgehen ermöglicht, dass:

  • um das Baufeld ausreichende Flächen für zu Fuß Gehende und Anlieferung bleiben
  • die Zugänge zu den Gebäuden gewährleistet bleiben
  • es großräumige Umleitungen für Radfahrende gibt
  • ausschließlich kurzzeitige Sperrungen der Haltestellenabgänge erfolgen
  • die Bauzeit pro Baufeld maximal drei bis vier Monate beträgt

Leitungsverlegungen

  • Versorgungsleitungen für Gas, Wasser, Strom
  • Telekommunikationsleitungen
  • Beleuchtungsleitungen
  • Sammelleitungen zur Straßenentwässerung
  • Fernwärmehausanschluss

Einbauten

  • Bäume inklusive Bewässerungseinrichtungen
  • Brunnen
  • Müllsammelbehälter
  • Senkelektranten zur Stromversorgung bei Veranstaltungen
  • Litfaßsäulen, Kultursäulen und -wegweiser
  • Sitzbänke, Fahrradabstellplätze
  • und vieles mehr ...
Neugestaltung der Kaiserstraße, Querschnitt

Oberflächengestaltung

  • circa 13 000 Quadratmeter Gesamtfläche
  • Einbau eines Zierbandes im Bereich der heutigen Gleistrasse, analog zum Marktplatz
  • großformatiges Natursteinpflaster in der Kaiserstraße
  • kleinformatiges Natursteinpflaster in den Strahlenstraßen
Neugestaltung der Kaiserstraße, Oberflächengestaltung

Aktuelle Meldungen zum Thema

Innenstadt-West-IMG_4511.JPG

Informationsveranstaltung zum Sanierungsgebiet Kaiserstraße-West

Menschen genießen bei einem Stadtbummel die Fußgängerzone in der Kaiserstraße von Karlsruhe

Umbau schreitet weiter voran

Visualisierung der neugestalteten Kaiserstraße

Baumfällungen in der Kaiserstraße im Bereich Kreuzung Kaiserstraße und Adlerstraße

Mit einem Spezialgerät verlegen Bauarbeiter das Granitpflaster am Marktplatz.

Baustellen-Newsletter zur Neugestaltung der Kaiserstraße

Baustelle Kaiserstraße

Neugestaltung der Kaiserstraße liegt vor dem Zeitplan

Visualisierung des Bernhardusplatzes, Blick in Richtung Stadtmitte

Vorbereitende Maßnahmen zur Neugestaltung des Bernhardusplatzes

Die Visualisierung zeigt die neugestaltete Kaiserstraße.

Baumfällungen in der Kaiserstraße

Die Neugestaltung der Karlsruher Innenstadt geht voran: Seit Mitte Oktober ist der Marktplatz bis zur Nordseite fertiggestellt.

Baufeld am Marktplatz abgeschlossen

Visualisierung der zukünftigen Kaiserstraße mit Bäumen.

Baumkonzept in Kaiserstraße wird angepasst

Rathaus am Marktplatz-IMG_4178.JPG

Unerlaubtes Transparent vom Rathausbalkon entfernt

Blätterdach: Nach Umgestaltung der Kaiserstraße sollen 86 neue Bäume den notwendigen Schatten spenden. Bis sie dazu in der Lage sind, will die Stadt für Übergangslösungen sorgen.

Erklärung der Stadt Karlsruhe zur Protestaktion auf der Kaiserstraße

Mit einem Spezialgerät verlegen Bauarbeiter das Granitpflaster am Marktplatz.

Baustelle liegt vor dem Zeitplan

Fahrradverbot_Kaiserstraße

Zu viele Unfälle: Radverkehr muss Kaiserstraße künftig meiden

Impact Hub

Stadt setzt Impuls gegen Leerstand

Am 19. April 2023 wurde die ersten Schienen aus der Kaiserstraße entfernt. die Neugestaltung der Fußgängerzone beginnt damit.

Neugestaltung der Kaiserstraße

Schaufenster des "Fair Fashion Store"

Stadt setzt Impuls in Kaiserstraße

Fußgängerfrequenzen erhöht: Wieder mehr Leben in der City

Ausbau der Schienen in der Kaiserstraße

Kaiserstraße wird fit gemacht für die Zukunft

Neugestaltung Kaiserstraße: Baubeginn nach Ostern

Zukunftsvision: Nach Umgestaltung der Kaiserstraße sollen 86 neue Bäume den notwendigen Schatten spenden. Bis sie dazu in der Lage sind, will die Stadt für Übergangslösungen sorgen.

Beschlossene Sache: Stadt dokumentiert Wurzeln gefällter Platanen

Hell, freundlich und grün wird sich die Kaiserstraße künftig den Besuchern präsentieren. Am 17. April beginnen die Arbeiten zur Neugestaltung der zentralen Karlsruher Flaniermeile.

Modernisierung der Kaiserstraße startet in Kürze

Blätterdach: Nach Umgestaltung der Kaiserstraße sollen 86 neue Bäume den notwendigen Schatten spenden. Bis sie dazu in der Lage sind, will die Stadt für Übergangslösungen sorgen.

Kein Erhalt für Platanen in der Kaiserstraße

In der Tourist-Information Karlsruhe kann die neugestaltete Kaiserstraße in einem 3D-Modell interaktiv erkundet werden.

Digital durch die Fußgängerzone

Aufwertung: Im kommenden Frühjahr beginnen die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt zur
Neugestaltung der Fußgängerzone

Neues Gesicht für die Fußgängerzone

Europaplatz

Kaiserstraße West erhält Städtebau-Fördermittel

Ihr Kontakt bei Fragen zum Projekt

 

Projektleitung

Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe: Tiefbauamt

Sie erreichen uns unter:

 

Anliegerkommunikation und Baustellenmarketing

Die KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH unterstützt das Tiefbauamt anlässlich der Neugestaltung der Kaiserstraße bei der Anliegerkommunikation und ist zugleich verantwortlich für das begleitende Baustellenmarketing.

Zu den geplanten und umgesetzten Marketingmaßnahmen

 

Newsletter

Der Newsletter „Neugestaltung der Kaiserstraße“ erscheint in regelmäßigen Abständen und informiert zum aktuellen Baufortschritt und zu den geplanten Arbeiten.

Anmeldung zum Newsletter „Neugestaltung der Kaiserstraße“

Informationsmaterialien

Die Baumaßnahmen werden durch eine umfangreiche Anliegerkommunikation begleitet.

  • Berichterstattung in der Presse (Presse- und Informationsamt)
  • Infopoint in der Tourist-Information Karlsruhe (virtuelles 3D-Modell)
  • Newsletter des Tiefbauamts (in regelmäßigen Abständen)
  • Newsletter der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH
  • Präsentation im Forum Innenstadt (jährlich)

 

In der Tourist-Information Karlsruhe am Marktplatz kann die neugestaltete Kaiserstraße in einem 3D-Modell interaktiv erkundet werden.

Mittels Joystick können sich Interessierte durch die Visualisierung der neuen Fußgängerzone bewegen.

Häufig gestellte Fragen | FAQ

Wie ist der Zeitplan für die Umgestaltung?

Der erste Bauabschnitt erstreckt sich zwischen Ritterstraße und Adlerstraße und soll bis Ende 2025 fertiggestellt sein.

Daran schließt sich der zweite Bauabschnitt an, dieser ist in die Bereiche "West" und "Ost" unterteilt. Hierbei wird parallel in den Bereichen zwischen Karlstraße und Ritterstraße im Westen sowie zwischen Adlerstraße und Fritz-Erler-Straße im Osten gearbeitet.

Die Bauabläufe folgen den bereits bekannten Leitsätzen „von unten nach oben“ und „von innen nach außen“ sowie „von Strahlenstraße zu Strahlenstraße“.

Für den zweiten Bauabschnitt ist eine Bauzeit von drei bis dreieinhalb Jahren vorgesehen, so dass die gesamte Fußgängerzone voraussichtlich bis 2028 in neuem Glanz erstrahlt.

 

Sind nach Abschluss der Neugestaltung weitere Baumaßnahmen in der Kaiserstraße geplant?

Nein, nach Fertigstellung der Bauabschnitte eins und zwei sind die Baumaßnahmen seitens der Stadt abgeschlossen.

In diese Arbeiten integriert sind weitreichende Arbeiten der bekannten Leitungsträger. Jedoch sind private Bauvorhaben möglich, etwa beim Neu- oder Umbau von Geschäftshäusern.

Wann und wo diese Bauvorhaben stattfinden, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Für die Kaiserstraße bestehen nach Abschluss der Arbeiten bei solchen Arbeiten strenge Auflagen bezüglich des Umgangs mit den Flächen.

 

Was passiert mit den Abschnitten zwischen Europaplatz und Kaiserplatz sowie Kronenplatz und Durlacher Tor?

Auch die Bereiche in der westlichen und östlichen Kaiserstraße stehen perspektivisch zur Umgestaltung an.

So ist vorgesehen, westlich des Europaplatzes eine Fußgängerzone zwischen Douglas- und Hirschstraße auszuweisen. Im Anschluss daran entsteht zwischen Hirsch- und Leopoldstraße eine Straßenbahnhaltestelle, was auch hier eine Umgestaltung des gesamten Straßenraums bedingt.

In der östlichen Kaiserstraße soll mittels eines Reallabors im Rahmen des städtischen Projekts „Öffentlicher Raum und Mobilität Innenstadt“ (ÖRMI) untersucht werden, wie sich hier eine Quartiersstraße gestalten lassen kann. Auf Basis dieser Ergebnisse sind weitere Maßnahmen denkbar.

 

Warum wurden die Gleise in der Kaiserstraße nicht als Rückfallebene für Sperrungen des Stadtbahntunnels erhalten?

Die Straßenbahngleise lediglich als Rückfallebene in der Kaiserstraße zu belassen, hätte einen erheblichen Unterhaltungsaufwand nach sich gezogen, damit die Strecke weiterhin betriebsbereit bleiben kann. Zudem hätte der Erhalt erhebliche Einschränkungen für die Planungen bedeutet.

Ohne Gleise kann die Fußgängerzone komplett umgestaltet werden und so den Charakter einer Flaniermeile mit großer Aufenthaltsqualität erhalten. Beispielsweise kann so die heutige Entwässerung über die Schienen beseitigt und nach aktuellem Stand der Technik neu geplant werden.

Es bietet sich jetzt die einmalige Chance, die Kaiserstraße aus einem Guss zu gestalten und ihr so ein homogenes Bild zu geben. Dies ist ein wichtiger Gegenpol zu dem sehr heterogen wirkenden Gebäudebestand. Mit Eröffnung der Straßenbahntrasse in der Kriegsstraße steht im Übrigen  eine leistungsfähige Ausweichroute im Falle einer Sperrung des Stadtbahntunnels zur Verfügung.

Wie ist die neue Innenstadt auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet?

In der Fußgängerzone werden insgesamt 86 Bäume neu gepflanzt und damit deutlich mehr als die bisherige Anzahl an Platanen.

Die Kaiserstraße wird zukünftig zu einer Baumallee, die sich vom Marktplatz weg nach Osten und Westen immer mehr verdichtet. Diese neuen Bäume gelten als „Zukunftsbäume“, das bedeutet, sie kommen mit den Auswirkungen des Klimawandels gut zurecht.

Außerdem ist die gesamte Oberfläche der Fußgängerzone so ausgebildet, dass ein Teil des Regenwassers versickern kann. Angesichts zunehmender Extremwetter-Ereignisse mit Starkregen ist dies ein wichtiger Faktor. Darüber hinaus werden natürliche helle Oberflächenbeläge eingesetzt, die im Vergleich zu dunklen Oberflächen weniger Wärmeenergie speichern und dadurch an Hitzetagen die Temperaturen im Straßenraum reduzieren.

Weitere Faktoren werden in anderen Programmen zur Aufwertung der Innenstadt berücksichtigt, wie beispielsweise Fassadenbegrünung, Entsiegelung von Freiflächen, Schaffung eines „grünen Netzwerks“ in der Innenstadt oder verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien.

Das Thema Wasser ist bei der Neuplanung ebenfalls berücksichtigt. Schon realisiert sind die Wasserspiele und der Ludwigsbrunnen auf dem Marktplatz. In der Kaiserstraße sollen die bestehenden beziehungsweise momentan abgebauten Brunnen wieder installiert werden.

Geht es bei dem Umbau nur um die Neugestaltung der Oberfläche?

Nein. Wichtig ist nicht nur die Neugestaltung der Oberfläche, sondern vor allem auch die Erneuerung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen, also von Schmutzwasserkanälen, Wasser-, Fernwärme- und Gasleitungen, Trinkwasserversorgung und Telekommunikation.

Im Zuge der Arbeiten zur Kombilösung konnte in Teilbereichen schon die Erneuerung des Leitungsbestandes erfolgen. Nach Fertigstellung des Stadtbahntunnels und der damit verbundenen Einstellung des Bahnbetriebs und Abbau der Schienen ist jetzt der ideale Zeitpunkt für die grundhafte Erneuerung des übrigen Leitungsnetzes. Diese stellt zugleich sicher, dass in den nächsten Jahrzehnten keine großräumigen Leitungsbauarbeiten in der Kaiserstraße mehr erforderlich sind.

 

Welche Materialien kommen bei der Oberflächengestaltung zum Einsatz?

Nach Ausbau der Gleise und anschließender Verlegung der vorgesehenen Leitungen erfolgt auf gesamter Breite der Einbau von Schotterschichten aus Natursteinschotter, da sich dieser durch eine besonders hohe Belastbarkeit auszeichnet. Das Material stammt aus regionalen Quellen, zum Beispiel aus dem Schwarzwald.

Auf der Schotterschicht wird Drainbeton eingebracht, der die Tragfähigkeit etwa zum Befahren mit schweren Fahrzeugen sicherstellt. Den Abschluss an der Oberfläche bildet großformatiges Natursteinpflaster aus Granit in unterschiedlicher Farbgebung in den Seitenbereichen sowie das Zierband in der Mitte mit kleinformatigen Pflastersteinen, die ebenfalls aus Granit sind.

Die Auswahl des Natursteinpflasters erfolgte auch unter dem Aspekt der Klimaanpassung. Helle Oberflächen heizen sich bei Sonneneinstrahlung wesentlich weniger stark auf als dunkle Materialien, so dass in der Nacht weniger Wärme an die Umgebung abgegeben wird.

 

Kann bei dem neuen Pflasterbelag Regenwasser versickern?

Ja. Der neue Belag ist wasserdurchlässig aufgebaut.

Eine wichtige Rolle spielt der Drainbeton, abgeleitet vom englischen Wort „to drain“ – „entwässern“. Das Besondere ist hierbei die Materialzusammensetzung, bei der die grobkörnigen Bestandteile nur an den Kontaktstellen mit Zementleim verbunden sind und sich so Hohlräume bilden können. Im Gegensatz zu herkömmlichem Beton, der eine hermetisch dichte Schicht bildet, ist Drainbeton dank seiner großporigen Struktur wasserdurchlässig und dennoch tragfähig genug, um das Befahren der Kaiserstraße mit Rettungsfahrzeugen, Müllautos oder ähnlichem zu ermöglichen.

Auf den Drainbeton kommt dann der Pflasterbelag. Dieser trägt durch die sogenannte ungebundene Bauweise ebenfalls zur Versickerung bei. Ungebundene Bauweise bedeutet hier die Verlegung auf einer Bettung sowie die Verfüllung der Fugen mit Splittmaterial. Im Gegensatz zur sogenannten gebundenen Bauweise, bei der kein Niederschlagswasser in den Untergrund gelangt, lässt sich in der Kaiserstraße anfallendes Regenwasser über die Fuge, die Bettung und danach die Drainbetonschicht dem natürlichen Kreislauf zuführen.

Wenn man genau hinschaut, erkennt man die etwas größeren Fugen, durch die Niederschlagswasser versickern kann. Dennoch sind auch in der Kaiserstraße reguläre Regenabläufe mit einem Anschluss an den öffentlichen Kanal vorgesehen, um größere Niederschlagsmengen aufnehmen zu können.

 

Wie sichert man den Belag vor Verschmutzungen? Wird die Fußgängerzone auch in 20 Jahren noch gut aussehen?

Das Natursteinpflaster zeichnet sich durch eine hohe Stabilität und damit Belastbarkeit aus und führt im Zusammenspiel mit dem gewählten Aufbau zu einer nachhaltigen und dauerhaften Bauweise. Wichtig ist dabei eine sorgfältige Verlegung, damit es nicht zu Verwerfungen an der Oberfläche kommt. Aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses wird das Pflaster mit der Zeit eine etwas dunklere Färbung annehmen.

Verschmutzungen können aufgrund der vielseitigen Nutzung der Kaiserstraße nicht vermieden werden. Sie lassen sich mit handelsüblichen Reinigungsmaschinen allerdings weitestgehend entfernen.

 

Sind in der Fußgängerzone Bänke vorgesehen?

Ja, bei der Neugestaltung werden ausreichend Sitzmöglichkeiten installiert. Es handelt sich dabei um das bereits vom Marktplatz bekannte Gestaltungsmodell.

Dass die Bänke längs zum Straßenverlauf stehen werden, ist vor allem der begrenzten Verfügbarkeit von ausreichend Raum im Straßenquerschnitt geschuldet. Die zur Möblierung vorgesehene Zone wird durch die erforderlichen Bewegungsräume für zu Fuß Gehende, Anlieferverkehr, Feuerwehrzufahrten, Warenauslagen und so weiter begrenzt. Da die Bänke relativ lang sind, reicht der Platz für eine Aufstellung quer zum Straßenverlauf nicht aus.

Warum werden in der Kaiserstraße alle Bäume ersetzt?

Während der Planungsphase führte eine intensive Prüfung des vorhandenen Baumbestands zu dem Ergebnis, dass eine Erhaltung der Platanen nicht sinnvoll ist.

Dies hat unterschiedliche Gründe:

  1. Die Erneuerung der unterirdischen Leitungsinfrastruktur (Wasser, Abwasser, Telekommunikation, Energie) führt zu erheblichen Eingriffen in den Wurzelbereich der Bäume, die die Statik der Bäume gefährden und zu Vitalitätsverlusten der Bäume führen können.
  2. Ein weiterer technischer Aspekt ist die Höhe des Wurzelansatzes der Bäume. Dieser ist so hoch, dass man kein ausreichendes Oberflächengefälle des Belages bei der Neugestaltung hätte herstellen können.
    Im Hinblick auf Starkregenereignisse, sind jedoch ausreichende Oberflächengefälle unbedingt erforderlich, um die Oberflächenwässer zügig von den angrenzenden Gebäuden mit ihren barrierefreien Ladeneingängen zu den Entwässerungspunkten zu führen.
  3. Ein dritter Aspekt ist die aktuelle Baumstellung nah an den Gebäudefassaden. Der Abstand beträgt etwa zwischen 4,6 und 5,7 Meter. Für eine gute Kronenentwicklung ist der Abstand viel zu gering, weshalb es zum Schiefstand der Platanen kommt.
  4. Die Platanen sind zudem mit dem Pilz Massaria infiziert, der zu unerwarteten Astbrüchen führen kann. Die Bäume müssen regelmäßig und verstärkt kontrolliert werden, um die Verkehrssicherheit – insbesondere in einer stark frequentierten Fußgängerzone – zu gewährleisten. Mit der Neugestaltung werden die neuen Baumreihen weiter in die Straßenmitte gerückt, so dass sie künftig 6,3 bis 7 Meter Abstand zu den Häusern haben werden und somit mehr Raum für eine gute Baumentwicklung zur Verfügung stehen wird.

Nachdem zwischenzeitlich die ersten Bäume gefällt wurden, haben Untersuchungen an vier Baumstandorten die oben genannten Annahmen bestätigt. Die Wurzeln der Bäume sind genau im Bereich der Leitungsinfrastruktur in einer Tiefe von 0,6 bis 1,5 Meter anzutreffen und haben sich insbesondere in den Leitungsgräben entlang der Leitungen ausgebreitet.

Hinzu kommt als weiterer Aspekt, dass der neue Belagsaufbau eine Stärke von knapp 90 Zentimetern aufweist, um möglichst tragfähig und dauerhaft zu sein. Auch hier muss daher massiv in den vorhandenen Wurzelbereich eingegriffen werden.


Ist es korrekt, dass die Stadt neue Bäume für einige Abschnitte der Kaiserstraße plant?
Wenn ja, wann werden diese gepflanzt?

Ja, es werden insgesamt 86 Bäume neu gepflanzt.

Die Pflanzung erfolgt sukzessive in der Abfolge der drei geplanten Bauabschnitte der Neugestaltung der Kaiserstraße. Nach derzeitigem Zeitplan werden die ersten zehn neuen Bäume Anfang 2025 im Bereich Kaiserstraße West und die nächsten zehn Bäume Ende 2025 im Bereich Kaiserstraße Ost gepflanzt.

 

Wie viele Platanen gab es in der Kaiserstraße?

Ursprünglich standen in der Fußgängerzone 66 Platanen.

Einige davon befanden sich im Baustellenbereich der U-Strab-Haltestellen und mussten daher schon vor einigen Jahren gefällt werden. Vor dem Beginn der Umgestaltung im Herbst 2022 belief sich der Bestand auf 48 Bäume.


Wie alt sind die vorhandenen Bäume und wo stehen sie?  

Das genaue Pflanzjahr kann nicht angegeben werden. Es ist davon auszugehen, dass die Platanen im Zuge der Ausgestaltung der Kaiserstraße gepflanzt worden sind.

Die Bäume wurden immer als Vierer-Gruppe an den Kreuzungen der Fächerstraße mit der Kaiserstraße angeordnet. Daher gibt es aktuell keinen durchgehenden Baumbestand. Mit der Neugestaltung wird dies korrigiert, indem die neuen Baumstandorte gleichmäßiger über die Kaiserstraße verteilt werden und der Charakter einer Allee entstehen wird.


Um welche Art(en) von Bäumen soll es sich handeln und wann kann man mit einem abgeschlossenen Wachstum rechnen?

Die neue bestimmende Baumart ist Celtis australis, der europäische Zürgelbaum.

Ergänzend zum Zürgelbaum sollen zwei weitere Zukunftsbaumarten eingesetzt werden, die Rebona-Ulme und die Blumenesche. Auf diese Weise soll die Neugestaltung der Kaiserstraße noch besser auf potentielle potenzielle Stressfaktoren des Klimawandel ausgerichtet werden. Bei der Rebona-Ulme wird mit einem höheren Wuchs als bei den Zürgelbäumen gerechnet. Die Ulmensorte ist gegen das Ulmensterben hochresistent und ein traditioneller Straßenbaum. An den Kreuzungsbereichen der Kaiserstraße mit den Strahlenstraßen ist die Blumenesche als zusätzlicher Akzentgeber vorgesehen. Sie zeichnet sich durch eine umfangreiche Blüte sowie eine orange-rote Herbstfärbung aus.

Da es sich bei Bäumen um lebende Organismen handelt ist es nicht ganz einfach, Prognosen zur Entwicklung der Bäume abzugeben. Aufgrund der deutlich höheren Anzahl an neuen Bäumen gegenüber dem noch bislang vorhandenen Bestand ist damit zu rechnen, dass hoffentlich schon recht bald die positiven Wirkungen der neuen Bäume zum Tragen kommen.


Wie werden die geplanten Neupflanzungen konkret aussehen?

Die Pflanzung erfolgt nach dem Stand der Technik. Alle neuen Bäume erhalten ein sogenanntes Baumquartier im Boden mit einer Grundfläche von 3 x 3 Metern und einer Tiefe von 1,5 Metern, das mit verbessertem Substrat aufgefüllt wird.

Dadurch lässt sich die Wurzelentwicklung gezielt in die unteren Bodenschichten in Richtung des anstehenden Grundwassers lenken – und damit aus dem Bereich der Versorgungsleitungen heraus. Als besondere Maßnahme für die Klimaanpassung werden alle neuen Baumstandorte an eine automatische Bewässerung angeschlossen, um eine möglichst gute Entwicklung der Bäume zu erreichen. Die gezielte Bewässerung fördert außerdem das Wurzelwachstum nach unten.

Die Bäume wurden bereits vor einigen Jahren in der städtischen Baumschule aufgepflanzt und fachgerecht verschult, um sie an die hiesigen klimatischen Verhältnisse anzupassen.

Was kostet die Maßnahme insgesamt?

Die Vergabesumme für die Arbeiten im ersten, aktuell im Bau befindlichen Abschnitt belaufen sich auf rund elf Millionen Euro zuzüglich Eigenleistungen der städtischen Dienststellen.

Für den zweiten Bauabschnitt wird die Ausschreibung derzeit vorbereitet, so dass die voraussichtlichen Kosten noch nicht feststehen.

Ist die Erreichbarkeit aller Geschäfte während der Bauzeit gewährleistet?

Ja. Alle Zugänge zu den Geschäften, Gaststätten, Stadtbahnhaltestellen und Wohnhäusern sind jederzeit erreichbar.

Um die Belastung der Betriebe möglichst gering zu halten, sind die einzelnen Baufenster kleinteilig getaktet. Ziel ist es, möglichst nicht mehr als drei bis maximal vier Monate an einer Stelle zu bauen. Durch eine strategische Planung der Bauabläufe kann zudem den Belangen der Gastronomie oder des Einzelhandels weitgehend Rechnung getragen werden.

Allen Projektbeteiligten ist es zudem ein großes Anliegen auf die einzelnen Belange mit Detaillösungen einzugehen, sofern hierdurch keine weitreichenden Störungen des Bauablaufs entstehen.

Wird es während der Bauarbeiten wieder begleitende Aktionen und Events geben?

Ja. Die KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH begleitet die Arbeiten in der Kaiserstraße mit einem eigenen Baustellenmarketing.

Im Rahmen dessen sind verschiedene Aktionen geplant.
Details zum Programm sind auf karlsruhe-erleben.de/baustellenmarketing einsehbar.

Radverkehrsführung

Radverkehr ist in der Kaiserstraße nicht gestattet.
Das Fahrverbot gilt im Übrigen auch für E-Scooter.

Aktuell ist das Radfahren in der gesamten Kaiserstraße aus Sicherheitsgründen untersagt, da es wiederholt zu Unfällen kam, bei denen Radfahrende in den Gleisrillen zu Fall kamen.

Ebenfalls für den Radverkehr gesperrt sind die im Baufeld liegenden oder daran angrenzenden Querungen. Ausweichrouten sind ausgeschildert.

Ob das Radfahren in der Fußgängerzone nach Abschluss der Bauarbeiten wieder freigegeben wird und wenn ja, mit welchen Regelungen, wird zu einem späteren Zeitpunkt von den städtischen Gremien entschieden.

Mit den City-Routen Nord und Süd verlaufen zwei attraktive Radverkehrsverbindungen in unmittelbarer Nähe zum Baufeld. Diese werden als Umfahrung für die jeweiligen Baufelder in der Kaiserstraße genutzt.

Für den Radverkehr ist ab der Adlerstraße im Osten und der Ritterstraße im Westen eine Umfahrung über die Erbprinzenstraße und den Zirkel ausgeschildert.
Im Baubereich sind die Strahlenstraßen in Nord-Süd Richtung für den Radverkehr gesperrt. Querungen der Kaiserstraße sind für den Radverkehr im Bereich zwischen Zähringer Straße und Zirkel daher nicht mehr gestattet. Das betrifft die Ritter-, Lamm- und Kreuzstraße sowie den Weg über den Marktplatz.

Der Zirkel ist als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Osten für Kraftfahrzeuge ausgeschildert. In Gegenrichtung ist der Zirkel ab Höhe der Poller Kreuzstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt, lediglich Baustellenverkehre sind bis zur Lammstraße zugelassen.

Kaiserstraße, Umleitungsplan für den ersten Bauabschnitt

Um die Erreichbarkeit der Innenstadt zu unterstützen wurden bereits vor Beginn der Bauarbeiten zusätzliche Fahrradabstellanlagen rund um den Baubereich umgesetzt.
Aktuell werden weitere Abstellanlagen in der Lammstraße und in der Ständehausstraße realisiert.

Projektförderung

Das Sanierungsgebiet Kaiserstraße-West ist Teil des Landessanierungsprogramms (LSP) und das Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost wird durch das Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ (LZP) gefördert.

Die Baumaßnahme wird gefördert durch: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden und Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, Baden-Württemberg
21. Februar 2024, Stadt Karlsruhe

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