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Geschlechtsspezifische Gewalt hat viele Gesichter. Sie beginnt bei alltäglichem Sexismus und reicht über verbale Anfeindungen, Belästigung und Stalking bis hin zu sexualisierter Gewalt und Femiziden. Von geschlechtsspezifischer Gewalt sind insbesondere Frauen, Mädchen und queere Personen betroffen. Sie kann überall stattfinden – unabhängig von Alter, sozialem Status, Herkunft oder Lebenssituation. Dabei ist Gewalt gegen Frauen nicht nur ein individuelles Problem, sondern steht auch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen.
Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass weltweit etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erfährt – häufig durch eine Person aus ihrem eigenen Umfeld.
1999 hat die UNO (Organisation der Vereinten Nationen) den „Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ als internationalen Aktionstag anerkannt.
Die Orange Days greifen die UN-Kampagne „Orange the world“ auf, die seit 2008 auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht.
„Häusliche Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein gesellschaftliches Problem. Es gibt Wege der Unterstützung – für Frauen, die Hilfe suchen, ebenso wie für Männer, die bereit sind, sich zu verändern. Die Orange Days sind eine gute Gelegenheit, um darüber ins Gespräch zu kommen.“ Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup
Der Veranstaltungskalender wächst stetig – wieder vorbeischauen lohnt sich.
Für die Auswahl sind keine Veranstaltungen im Kalender eingetragen. Besuchen Sie unseren Veranstaltungskalender für Alternativen.
Mit dem Aufhängen der Plakate in Fenstern oder an geeigneten Plätzen werden die Orange Days in Karlsruhe sichtbar. Unterstützen Sie die Aktion und setzen Sie ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Betroffene erhalten mit den Informationen auf den Plakaten schnellen Zugang zu Hilfsangeboten.
Handout „Gewalt gegen Frauen geht uns alle an“ 156 KB (PDF)
Plakat A3 zum Tag gegen Gewalt an Frauen 2025 528 KB (PDF)
Plakat A4 zum Tag gegen Gewalt an Frauen 2025 1,56 MB (PDF)
Plakat A3 „Kein Täter sein“ mit Beratungsadressen 2025 119 KB (PDF)
Plakat A4 „Kein Täter sein“ mit Beratungsadressen 202 1,56 MB (PDF)
Wirksamer Gewaltschutz erfordert nicht nur Schutz und Beratung, sondern auch den Zugang zu bezahlbarem und sicherem Wohnraum. Seit über 25 Jahren setzt sich die Stadt aktiv für den Schutz und die Unterstützung von Frauen ein, die von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.
Unter diesem eindringlichen Motto macht der diesjährige Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen auf eine erschütternde Realität aufmerksam: Für viele Frauen und Kinder ist das eigene Zuhause kein sicherer Ort, sobald Gewalt passiert. Wohnraummangel, drohende Obdachlosigkeit und sozialer Abstieg sind für viele Frauen unmittelbare Folgen der Entscheidung, sich aus einer Gewaltbeziehung zu befreien. Partnerschaftsgewalt bedeutet daher nicht selten auch den Verlust des eigenen Zuhauses – und kann Frauen direkt in die Wohnungslosigkeit führen.
2026 wurde vom Koordinationskreis „Häusliche Gewalt überwinden“ unter Federführung des Frauenhauses SkF die Initiative §25/11 gestartet. Gemeinsam mit der Volkswohnung und dem Verein für Jugendhilfe werden Menschen dort erreicht, wo häusliche Gewalt häufig stattfindet: im unmittelbaren Wohnumfeld. Hausflurplakate, Postkarten, Beiträge in Mieterzeitschriften und Schulungen machen auf das Thema aufmerksam und informieren Betroffene sowie die Nachbarschaft über Hilfs- und Beratungsangebote.
Die Initiative wird am 25. November auf der Fachveranstaltung des Koordinationskreises vorgestellt. Die Veranstaltung finden von 9 bis 12 Uhr in der Kinemathek Karlsruhe statt. Fachpersonal und Interessierte sind herzlich eingeladen. Download des Programmflyers 156 KB (PDF)
Im Koordinationskreis „Häusliche Gewalt überwinden“ arbeiten Fachstellen, Behörden und Institutionen eng zusammen. Die gut eingespielte Interventionskette, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Maßnahmen stärken den Schutz und die Unterstützung betroffener Frauen nachhaltig.
Das Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der im Jahr 2011 in Istanbul erstmals unterzeichnet wurde. Die Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten, Gewalt gegen Frauen zu verhindern, Betroffene zu schützen und Täter strafrechtlich zu verfolgen. Sie ist das wichtigste rechtsverbindliche internationale Abkommen, das umfassende Maßnahmen zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt festlegt. Deutschland gehörte zu den unterzeichnenden Staaten.
Daher ist hier in Deutschland am 28. Februar 2025 das Gewalthilfegesetz (GewHG) in Kraft getreten, welches ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und zugleich zur Erfüllung europarechtlicher Verpflichtungen ist.
Weitere Informationen: Gewaltfrei leben
Erfasste Straftaten
531 erfasste Straftaten, davon 79 Prozent männliche Täter: Die Anzahl der Fälle ist in den vergangenen fünf Jahren stetig angestiegen. Laut der Dunkelfeldstudie des Bundeskriminialamtes werden nur fünf Prozent aller Fälle angezeigt.
Beratungskontakte
2946 Beratungskontakte in der Frauenberatungsstelle | SkF Stadt und Landkreis und der Frauenberatungsstelle | Frauenhaus: Die meisten Anfragen werden von den Betroffenen selbst iniziiert, ohne dass zuvor die Polizei eingegriffen hat.
Frauenhäuser
78 Frauen mit 84 Kindern in Frauenhäusern: Betroffene können aus Sicherheitsgründen oft nicht am Wohnort untergebracht werden. Das Frauenhaus des SkF und das Frauenhaus des Vereins zum Schutz misshandelter Frauen und deren Kinder sind oft belegt und müssen Anfragen abweisen.
Anti-Gewalt-Beratung
204 männliche Täter in Anti-Gewalt-Beratung: Gewaltausübende können selbstständig Beratungsangebote der Beratungsstelle bei Gewalt im sozialen Nahraum in Anspruch nehmen. Zunehmend werden diese aber auch von übergeordneter Stelle angeordnet.
Die Schwestern Patria, Minerva und María Teresa Mirabal waren Widerstandskämpferinnen, die sich gegen ein Regime der Gewalt auflehnten.
Die 50er Jahre in der dominikanischen Republik unter Diktator Trujillo waren geprägt von Angst, Terror und Unterdrückung. Zusammen mit ihren Ehemännern gehörten sie der Organisation „Bewegung des 14. Juni“ an – mit dem Ziel, Trujillo zu stürzen und sich für Frieden und Demokratie in ihrem Land einzusetzen. Im Untergrund arbeiteten sie unter dem Decknamen „Las mariposas – die Schmetterlinge“.
Die Schwester gelten als Symbol für Zusammenhalt, Mut und die Kraft, gemeinsam für etwas einzustehen. Obwohl sie inhaftiert, gefoltert und vergewaltigt wurden, verrieten sie nie ihre Verbündeten. Nach einem gescheiterten Putschversuch 1959 wurden die drei Schwestern und ihre Männer verhaftet. Auf Grund von internationalem Druck wurden die Frauen wieder freigelassen, doch Trujillo ließ sie anschließend entführen und ermorden. Infolge dessen verlor Diktator Trujillo die restlichen Sympathien seines Landes und der Nachbarländer. Im Mai 1961 fiel er selbst einem Attentat zum Opfer.
Die Schwestern Mirabal wurden zur Legende. Ihr Mut gilt als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft zu entwickeln, sich gegen jegliches Unrecht zu wehren und für seine Rechte zu kämpfen. Rund 20 Jahre später wird der 25. November ein internationaler Gedenktag: Beim ersten Lateinamerikanischen Frauenkongress in Kolumbien 1981 wurde dieser Tag zum Gedenken an diese drei Frauen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen und 1999 offiziell durch die Vereinten Nationen aufgegriffen.
Der „Tag der Erinnerung an die Opfer von Trans*feindlichkeit“, ist ein jährlich am 20. November stattfindender Gedenktag, an dem Betroffene transfeindlicher Gewalttaten gedacht und auf diese Problematik aufmerksam gemacht wird. Initiiert wurde der Gedenktag von Gwendolyn Ann Smith. Anlass war der Mord an Rita Hester in Allston (Massachusetts) im November 1998. Hester, eine afro-amerikanische Transfrau, war in ihrer Wohnung erstochen worden. Über den Mord gab es nahezu keine Berichterstattung und der Fall wurde nie aufgeklärt. Smith gründete daraufhin das Internet-Projekt „Remembering Our Dead“, aus dem später zu Ehren von Rita Hester der internationale Transgender Day of Remembrance hervorging.