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Gewalt im Namen der „Ehre" und Zwangsverheiratung sind eng miteinander verknüpft. Bei beiden Formen geht die Gewalt und der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Personen meist von männlichen Verwandten aus. Dabei spielen familiäre oder religiöse Traditionen eine große Rolle.
Unter Gewalt im Namen der „Ehre" werden gewalttätige Handlungen verstanden, die Täter damit begründen, die „Familienehre" aufrechterhalten oder wiederherstellen zu wollen. Diese Form der Gewalt beginnt oftmals mit emotionalem Druck und Erpressung. Sie kann darüber hinaus aber auch Formen von körperlicher und sexualisierter Gewalt annehmen, bis hin zu Zwangsverheiratungen und Mord, der dann als „Ehrenmord" bezeichnet wird. Auch Männer, die sich nicht an traditionelle Rollenzuschreibungen gebunden fühlen oder homosexuell sind, werden Opfer von Ehrenmorden.
Quelle: www.bmfsfj.de
Gewalt im Namen der „Ehre" kommt in besonders patriarchalischen und abgeschotteten Familienstrukturen vor. Frauen gelten dort als Besitz. Die „Ehre" der Männer hängt vom „richtigen" Verhalten der Mädchen und Frauen in der Familie ab. Seinen symbolischen Ausdruck findet dieses „richtige" Verhalten in der Kontrolle des weiblichen Körpers und der weiblichen Sexualität.
Gewalt im Namen „Ehre" umfasst grundsätzlich alle Formen, die auch sonst bei häuslicher Gewalt vorkommen. Anders als bei Gewalt in Partnerschaften sind die Täterinnen und Täter aber nicht nur aktuelle oder vergangene Beziehungspartner. Gewalt im Namen der „Ehre" führen meist männliche Familienmitglieder aus – wie Väter, Brüder, Onkel oder Cousins. Häufig sind mehrere Mitglieder einer Familie – auch Frauen – in die Planung und Ausführung mit einbezogen.
Quelle: www.bmfsfj.de
Von Zwangsverheiratung ist zu sprechen, wenn Mädchen und junge Frauen sich zur Ehe gezwungen fühlen. Sie finden entweder mit ihrer Weigerung kein Gehör oder wagen nicht sich zu widersetzen, weil Eltern, Familie, Verlobter und Schwiegereltern mit unterschiedlichen Mitteln Druck ausüben.
Zu den Merkmalen gehören
Neben Zwangsehen gibt es auch arrangierte Ehen. Dabei sind die Grenzen nicht immer klar, vor allem wenn zu Gehorsam erzogene Mädchen sich dem Willen der Eltern fügen.
Von Zwangsverheiratung sind vereinzelt auch Jungen oder junge Männer betroffen.
Wie viele junge Frauen in Deutschland zur Ehe gezwungen werden, ist nicht bekannt. Im Jahr 2008 wurden allein in den Fachberatungsstellen 3.500 Fälle gezählt. 44 Prozent der betroffenen Frauen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, 32 Prozent waren in Deutschland geboren. Es ist davon auszugehen, dass viele weitere betroffene Menschen – darunter sind auch Männer – nicht zur Beratung gehen. (Studie des Familienministeriums 2011).
Durch Zwangsheirat wird Mädchen und jungen Frauen das Recht auf persönliche Freiheit abgesprochen. Sie werden zu ehelichen Pflichten (auch im sexuellen Bereich) gezwungen. Ihre Arbeitskraft wird ausgebeutet, ihre Bildungschancen meist gemindert und eine freie Wahl ihrer Lebensgestaltung verhindert. Zwangsheirat ist Unrecht gegenüber den heranwachsenden jungen Erwachsenen, widerspricht dem Selbstbestimmungsrecht und stellt eine Menschenrechtsverletzung dar.
Betroffene oder bedrohte Frauen können sich an das anonyme, mehrsprachige und bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" wenden:
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen"
Es steht auch Angehörigen, Freunden und Fachkräften zur Verfügung.
Im akuten Notfall wenden Sie sich an