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Nächste Schritte für Karlsruhe 2040: Das Ziel im Blick

Gemeinderat beschließt gemeinsames Zielbild für ISEK-Prozess

Teilnehmer einer Workshopgruppe bei der „Werkstatt Karlsruhe 2040“ . Teilnehmer einer Workshopgruppe bei der „Werkstatt Karlsruhe 2040“ . © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Wie soll Karlsruhe im Jahr 2040 aussehen? Wie möchten wir künftig zusammenleben, arbeiten, wohnen und unterwegs sein? In seiner Sitzung im Juni hat der Karlsruher Gemeinderat einen Meilenstein zu Antworten auf diese Fragen erreicht. Er hat mehrheitlich das offizielle Zielbild für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) „Karlsruhe 2040“ beschlossen.

Darin ist verankert, dass die Fächerstadt in den kommenden Jahren folgende Eigenschaften weiter ausbauen möchte ausprägen möchte: gerecht und lebenswert, grün und innovativ, nachhaltig und resilient sowie demokratisch und gemeinschaftlich. Darüber hinaus formuliert das Zielbild für zentrale Themen der Stadtentwicklung –beispielsweise Wohnen, Klima, Innenstadt sowie Bildung und Soziales – Leitideen. Damit setzt das Zielbild Karlsruhe 2040 einen Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung der Stadt.

Breite Beteiligung auf dem Weg zum Zielbild

Das Besondere an dem Zielbild ist, dass es von Januar bis April 2026 in vielfältigen Beteiligungsformaten aus der Stadtgesellschaft heraus entwickelt wurde. Über 2.800 Online-Beiträge wurden eingereicht. Zudem brachten sich 120 per Losverfahren repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in einer zentralen Werkstatt ein. Begleitet wurde der Prozess durch ein „Trendlabor“ mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Karlsruhe, vier interdisziplinären Stakeholder-Werkstätten mit rund 130 Akteurinnen und Akteuren, Workshops der Verwaltung sowie einer Klausur des Gemeinderats, in der die Politik eigene Prioritäten setzte. Auch die Perspektiven der 12. Jugendkonferenz flossen in den Abgleich ein.

Die Arbeit am ISEK Karlsruhe 2040 ist durch das Zusammenwirken sämtlicher Akteurinnen und Akteure in der Stadt geprägt. Beim ISEK handelt sich um ein gemeinschaftlich erarbeitetes und auch gemeinsam getragenes Konzept. Gerade angesichts der dramatischen kommunalen Finanzlage hilft es zum einen Prioritäten zu setzen. Zum anderen verweist es darauf, dass die Entwicklung der Stadt eine Gemeinschaftsaufgabe ist, zu der jede und jeder einen positiven Beitrag leisten kann. 

Unterstützung für Zielbild und Vorgaben für weiteres Vorgehen

In der Plenardebatte stieß das Zielbild Karlsruhe 2040 auf breite Zustimmung. Die Grünen betonten die gelungene Verzahnung des Zielbilds mit den Prinzipien nachhaltiger Stadtentwicklung, und die SPD bezeichnete den Beschluss als Meilenstein. Die CDU erklärte, das Zielbild uneingeschränkt mittragen zu können, forderte jedoch für den weiteren Prozess die verbindliche Beratung durch einen Wirtschaftsbeirat, um die Wirtschaft über die Stakeholder-Werkstätten hinaus einzubinden. Während die FDP die Notwendigkeit eines solchen Gremiums mit Blick auf die Finanzierbarkeit unterstrich, plädierte Die Linke dafür, in einem solchen Rat auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Gewerkschaften stark zu berücksichtigen. Demgegenüber sah Volt im Wirtschaftsbeirat kein zielführendes Instrument. Die KAL und weitere Fraktionen betonten, dass es nun in den nächsten Schritten – das Zielbild markiert einen Zwischenschritt zur Erarbeitung des ISEK Karlsruhe 2040 – wenn es um die Definition konkreter Maßnahmen geht, spannend werde und deshalb weiterhin intensiv beteiligt werden solle. Kritik kam von der AfD, die angesichts der Finanzlage mahnte, mit dem ISEK keinen falschen Hoffnungen für größere Veränderungen zu erwecken. Für die Fraktion FÜR muss das ISEK ungeachtet der aktuell schwierigen Lage als Gemeinschaftsprojekt umgesetzt werden.

Bürgerrat wird ins Leben gerufen

Gleichzeitig fällte der Gemeinderat eine Entscheidung über den für Herbst 2026 im Rahmen des ISEK Karlsruhe 2040 geplanten Bürgerrat. Dieser wird sich mit der Frage befassen, wie Mobilität gerecht, sicher und zuverlässig für alle Bevölkerungsgruppen gestaltet werden kann. Ein Änderungsantrag der CDU, den Bürgerrat stattdessen mit Innenstadtentwicklung und Finanzen zu betrauen, fand keine Mehrheit. Für die Besetzung des Bürgerrats werden rund 50 Bürgerinnen und Bürger repräsentativ über ein doppeltes Losverfahren ausgewählt. Die Ergebnisse sollen Anfang 2027 in Form eines Bürgergutachtens an den Gemeinderat übergeben werden. Während ein Großteil der Fraktionen das Thema Mobilität als eines der wichtigsten und emotionalsten Handlungsfelder ausdrücklich für den Bürgerrat begrüßte, lehnte die AfD das Instrument Bürgerrat generell ab, da der Gemeinderat damit Verantwortung delegiere.

Der nun erfolgte Beschluss des Zielbilds Karlsruhe 2040 markiert den Auftakt für die nächste ISEK-Phase: Bis zum Sommer 2027 wird das Zielbild Karlsruhe 2040 in messbare Ziele, praxisnahe Strategien und konkrete Maßnahmen übersetzt. Dies geschieht in komprimierten Arbeitsphasen, sogenannten Fokusthemen-Sprints, die jeweils von eigenen Beteiligungsformaten begleitet werden. -kau-

Dies ist ein Beitrag der StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter karlsruhe.de/stadtzeitung.

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