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Die Vielfalt der Karlsruher Lebensräume ist nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt relevant. Sie bildet auch die Lebensgrundlage für uns Menschen. Der Schutz und die Verknüpfung dieser Lebensräume ist Kernaufgabe des Biotopverbunds.
Von den Rheinauen über die Hardtebene bis hin zum Schwarzwaldrand gibt es in Karlsruhe eine Vielzahl diverser Lebensräume, welche Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen bieten. Diese Lebensräume, auch Biotope genannt, müssen ausreichend groß und in ausreichender Anzahl vorhanden sein, um das Bestehen von Arten zu gewährleisten. Außerdem sollen sich Tiere und Pflanzen ungehindert ausbreiten können, sodass ein genetischer Austausch oder die Besiedelung neuer Lebensräume möglich sind.
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen Biotope erhalten, aufgewertet und vor allem durch weitere Biotope und Trittsteinflächen erweitert und verbunden werden. Solch ein Netz aus verschiedenen, untereinander verknüpften Lebensräumen nennt sich Biotopverbund.
Viele Arten und ihre Lebensräume sind durch zunehmende Bebauung und Zerschneidung der Landschaft gefährdet. Viele Biotope sind zu klein oder zu isoliert um das Überleben von Arten zu sichern. Zudem kann es in Folge des Klimawandels beispielsweise zu Verschiebungen von Verbreitungsgebieten kommen, sodass Arten in andere Gebiete ausweichen müssen.
Daher ist die Stärkung des Biotopverbunds von wesentlicher Bedeutung, um das Überleben der Artengemeinschaften nachhaltig zu sichern und die biologische Vielfalt und damit auch unsere Lebensgrundlage langfristig zu erhalten.
Schon seit 2002 ist der Biotopverbund in Paragraph 20 des Bundesnaturschutzgesetzes verankert und soll 10 Prozent der Landesfläche einnehmen. Seit 2020 ist im Naturschutzgesetz des Landes in Paragraph 22 festgehalten, dass ein funktionaler Biotopverbund bis zum Jahr 2030 auf mindestens 15 Prozent der Offenlandfläche in Baden-Württemberg zu etablieren ist. Der Ausbau soll mit Zwischenzielen bis 2023 auf 10 Prozent und bis 2027 auf 13 Prozent der Offenlandfläche erfolgen.
Die für 2023 ermittelte Biotopverbundfläche in Baden-Württemberg entspricht einem Anteil von 10,9 Prozent an der Offenlandfläche. Das erste Etappenziel von 10 Prozent ist damit erreicht.
Für den Ausbau des Biotopverbunds werden als Grundlage auf kommunaler Ebene Planungen erstellt, die verschiedenste Daten zusammenfassen und auswerten. Unter anderem dient in Baden-Württemberg der Fachplan Landesweiter Biotopverbund der Landesanstalt für Umwelt als Planungsgrundlage. Außerdem stehen zahlreiche Arbeitshilfen für die landesweite einheitliche Erstellung der Planung zur Verfügung.
So können Kernflächen- und Trittstein-Biotope sowie Verbundachsen identifiziert und Zielarten ausgewählt werden. Darauf aufbauend werden Maßnahmen zur Optimierung der Lebensräume und der Vernetzung der Zielarten entwickelt. Diese sind aber nicht nur für die Zielarten von Bedeutung, sondern dienen auch vielen weiteren Arten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen.
Im Jahr 2009 wurde eine Biotopverbundplanung für die Stadt Karlsruhe erstellt. Diese wird zurzeit von einem Umweltplanungsbüro nach den aktuellen Vorgaben des Landes überarbeitet um als Grundlage für den Erhalt und die Entwicklung des Biotopverbunds im Stadtkreis zu dienen. Die Planung soll im Jahr 2026 fertiggestellt werden. Es werden aber bereits Maßnahmen für den Biotopverbund umgesetzt, sodass die Stadt auch jetzt schon ihren Beitrag zur Stärkung des Biotopverbunds leistet.
Weitere Informationen zur Biotopverbundplanung aus dem Jahr 2009:
Biotopverbundplanung 2009 2,28 MB (PDF)
Zielkarte 2009 12,34 MB (PDF)
Legende 2009 220 KB (PDF)