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Die Partnerschaft zwischen Karlsruhe und Nancy ist eine der ältesten deutsch-französischen Städtepartnerschaften und geht auf einen ersten Schüleraustausch im Jahr 1955 zurück. Vorteilhaft für die enge Verbindung ist sicherlich die geografische Nähe von nur 230 Kilometern, die sogar Tagesausflüge ermöglicht.
In Juli diesen Jahres hatte Karlsruhe die Freude, die jungen Musikerinnen und Musiker von „Le Gâteau sur la Cerise“ (deutsche Übersetzung: „Der Kuchen auf der Kirsche“) aus Nancy begrüßen zu dürfen, die gemeinsam mit der Bläserphilharmonie Karlsruhe ein einzigartiges und großartiges Programm vorbereitet haben. Das Konzert war der letzte Stopp einer einwöchigen Konzerttournee von Le Gâteau sur la Cerise.
Am Samstag, 18. Juli 2026, 20 Uhr, hat das gemeinsame Konzert von „Le Gâteau sur la Cerise“ und der Bläserphilharmonie auf dem Kirchplatz vor der St. Stephankirche stattgefunden.
Schon in der Woche davor war die Band aus Nancy für eine gemeinsame Probe mit der Bläserphilharmonie in Karlsruhe und wurde im Rathaus begrüßt.
Beim Konzert begeisterten die 12- bis 18-jährigen Jugendlichen und zwei Erwachsenen von Le Gâteau sur la Cerise und der Bläserphilharmonie mit zwei gemeinsamen Stücken und vielen Beiträgen aus den eigenen Repertoires der beiden Gruppen mit Musik aus den verschiedensten Genres wie Blues, Pop, (Free-)Jazz, Rock und Noise. Wir freuen uns sehr über diese neu entstandene Verbindung zwischen den jungen Musikerinne und Musikern und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Initiativen, die die Freundschaft und die Beziehungen zwischen unseren Partnerstädten weiter stärken.
Vom 16. bis 19. Juli besuchte uns die Zirkusschule „Memo“ aus Nancy mit 11 Kindern und Jugendlichen während ihrer Sommerferientour. Gemeinsam durfte die Gruppe die Jonglage-Produktionsstätten von „Henry’s“ besichtigen. Die Kinder und Jugendlichen durften sich anschauen, wo und wie das Jonglagematerial und -zubehör produziert wird, welches auf der ganzen Welt von Jongleurinnen und Jongleuren geliebt wird.
Am Freitag präsentierten die französischen Gäste eine kleine, spektakuläre Show mit den Höhepunkten der Aufführungen des deutsch-französischen Zirkusaustausches der vergangenen 5 Jahre. Im Publikum befanden sich dabei viele Teilnehmer*innen und Trainer*innen der vergangenen Treffen und gegenseitigen Aufenthalte.
Der Samstag stand dann im Zeichen der gemeinsamen Unternehmungen: Einige der Teilnehmer*innen der Maccaroni-Gruppen der vergangenen Jahre trafen sich mit den französischen Jugendlichen zu Spiel, Spaß und einem erfrischenden Besuch im Turmbergbad in Durlach, wo wir gemeinsam einen schönen Tag und Abend verbrachten.
Am Tag der Abreise besuchte die Memo-Gruppe abermals Durlach, bevor sie nach Nancy zurückkehrte. Alle Beteiligten haben sich über das diesjährige Wiedersehen und die schönen gemeinsame Zeit sehr gefreut und äußerten den Wunsch, den Austausch auch im nächsten Jahr fortzusetzen.
In Mai 2026 hatte Karlsruhe die Ehre, an einem sehr schönen und herzlichen Projekt im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Nancy teilzunehmen. Einige Studierende aus Nancy verfassten persönliche Nachrichten auf Französisch, Deutsch und Englisch und verschickten personalisierte Postkarten zu den Themen Frieden, Freundschaft und europäische Solidarität an ältere Menschen des Seniorenzentrums Parkschlössle in Karlsruhe.
Das Projekt wurde anlässlich des Europamonats von der Union Départementale des Associations Familiales de Meurthe-et-Moselle (UDAF 54) im Rahmen des Programms Voyage-Voy’Âge unter dem Titel „Europa der Begegnungen“organisiert.
Das Programm Voyage-Voy’Âge verfolgt das Ziel, Begegnungen zwischen Seniorinnen und Senioren sowie internationalen Studierenden zu fördern und den Austausch, das Teilen von Erfahrungen und das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen. Es bietet internationalen Studierenden die Möglichkeit, ihre Französischkenntnisse in einem geselligen und anderen Rahmen als dem universitären Umfeld anzuwenden.
Das Projekt trägt außerdem dazu bei, der sozialen Isolation älterer Menschen durch gemeinsame Aktivitäten und Workshops entgegenzuwirken und internationale Studierende bei ihrer Ankunft und ihrem Leben vor Ort zu unterstützen.
Die zum Teil wunderschön gestalteten Karten, die persönlichen und liebevollen Worte und vor allem diese besondere Geste haben den Seniorinnen und Senioren in Karlsruhe große Freude bereitet. So wurde aus einer einfachen Postkarte ein persönlicher Gruß, der über die Entfernung hinweg zwei Generationen miteinander verbunden hat.
Wir freuen uns sehr, an solchen Projekten teilhaben zu können, die den Dialog zwischen den Generationen ermöglichen und zeigen, dass Begegnungen auch über Grenzen und Entfernungen hinweg entstehen können. Und wer weiß, vielleicht entstehen durch diese Postkarten ja sogar neue Brieffreundschaften, die noch lange über dieses Projekt hinaus bestehen bleiben.
Unter dem Motto „Resiliente Städte, resiliente Demokratien“ kamen vom 2. bis 4. Juni 2026 Städte und Kommunen aus aller Welt in Nancy zum U7-Gipfel zusammen. Das Ziel: Städten und Kommunen soll stärker in internationale politischen Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Globale Krisen und Herausforderungen haben schließlich besonders in den Kommunen Auswirkungen, gegen die direkt vor Ort Maßnahmen ergriffen werden müssen. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup nahm an dem Gipfel in Karlsruhes französischer und ältester Partnerstadt teil und beteiligte sich an einer Podiumsdiskussion. Ebenfalls vor Ort war Oberbürgermeister Serhii Morhunov der Stadt Winnyzja, mit der Karlsruhe und Nancy seit 2023 trilateral verbunden sind. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde eine 'Erklärung von Nancy' mit Forderungen der Städte und Kommunen an die G7 unterzeichnet.
Nancy ist Universitätsstadt, Verwaltungszentrum, Kongressstadt, Finanzzentrum und der Mittelpunkt einer Region, deren Schwerpunkt Eisen- und Stahlindustrie um moderne Industriezweige erweitert wurde.
Die emotionale Nähe zwischen Karlsruhe und Nancy entsteht durch die zahlreichen lebendigen Freundschaften, Projekte und Begegnungen in den unterschiedlichsten Bereichen der Zivilgesellschaft, der Verwaltung und der Politik.
Vereine und Schulen sind teils seit vielen Jahren im regen Austausch mit ihren Partnern in der französischen Stadt. So gibt es zahlreiche Verbindungen und Begegnungen zum Beispiel bei Sportevents oder im kulturellen Bereich: Konzerte, Filmprojekte, Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen. Dem kulturellen Miteinander hat sich das Centre Culturel Franco-Allemand in Karlsruhe verschrieben und engagiert sich mit verschiedenen Aktionen wie beispielsweise dem Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar.
Eine Besonderheit der Beziehung ist das vierwöchige Sommerpraktikum bei den Stadtverwaltungen in Karlsruhe und Nancy, zu dem Studierende aus den jeweiligen Partnerstädten eingeladen sind. Hier werden nicht nur Sprachkenntnisse vertieft, sondern europaweit Kontakte geknüpft. Gewachsen ist dieses internationale Netzwerkprojekt aus einem bilateralen Austausch zwischen Karlsruhe und Nancy.
Eine Besonderheit ist auch die trilaterale Partnerschaft mit der jüngsten gemeinsamen Partnerstadt Winnyzja in der Ukraine, die 2023 in Nancy und 2024 in den beiden anderen Städten mit der Unterschrift der Oberbürgermeister besiegelt wurde. Die trilaterale Partnerschaft mit der russischen Stadt Krasnodar aus dem Jahr 2017 hingegen ruht – wie die offiziellen Beziehungen zu Krasnodar selbst – seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022.
Der Deutsch-Französische Freundeskreis Karlsruhe und sein Partnerverein Cercle Amical France-Allemagne in Nancy bieten regelmäßig Bürgerreisen an.
Welch hohen Wert die Kommunalpolitik der Partnerschaft beimisst, beweisen die Treffen der Gemeinderäte, die seit 2017 regelmäßig in Nancy und Karlsruhe stattfinden.
Nancy ist eine Stadt mit einem reichen historischen Erbe, eine Stadt mit einer mehr als 1000-jährigen Geschichte. Diesen Reichtum an Kulturgütern verdankt sie zum Teil ihrer Architektur aus dem 18. Jahrhundert, die sich insbesondere in drei berühmten Plätzen widerspiegelt: Place Stanislas, Place d'Alliance und Place Carrière. Heute sind diese architektonischen Elemente im Übrigen Teil des UNSECO Weltkulturerbes, was die Bürgerinnen und Bürger Nancys mit großem Stolz erfüllt. Dieses prachtvolle Ensemble, das unter Stanislaus Leszczynski, polnischer König und Schwiegervater Ludwigs XV., gebaut wurde, trug dazu bei, dass die Stadt den Beinamen "königliches Nancy" erhielt.
In Nancy pflegt man auch die italienische Lebensart. Einheimische wie auch Touristinnen und Touristen sind begeistert von den unterschiedlichen Stilrichtungen der jeweiligen Stadtteile: Von der Altstadt mit dem Stadttor Porte de la Craffe und der Place de la Carrière bis hin zur Neustadt mit der Place Stanislas und der Kirche Notre Dame de l'Annonciation.
Durch ihre Lage an den Grenzen zu Luxemburg, Belgien und Deutschland ist die Metropole Nancy eng verbunden mit ihrem europäischen Umfeld. Auf internationaler Ebene bestätigt Nancy seinen Rang als weltoffene Stadt durch elf Städtepartnerschaften, darunter Karlsruhe - eine der ältesten deutsch-französischen Städtepartnerschaften überhaupt.
Diese Verbindung wird über das gesamte Jahr hinweg durch zahlreiche Aktionen und Projekte rund um die Themen Bildung, Kultur, Schulaustausch, aber beispielsweise auch durch die Einweihung der Place de Karlsruhe in Nancy deutlich.
Nancy ist eine Stadt mit vielen Facetten. Zunächst einmal ist sie vor allem Universitätsstadt und Verwaltungszentrum. Gleichzeitig ist sie Messe- und Kongressstadt, Finanzzentrum und bildet das Herz der Region, deren vorherrschende Eisen- und Stahlindustrie durch moderne Wirtschaftszweige ergänzt wird. All dies macht sie zu einer modernen, dynamischen und innovativen Stadt.
Hinzu kommt der im Südwesten der Stadt entstandene Technologiepark, ein großes Projekt mit futuristischer Dimension, das die herausragende Rolle Nancys unterstreicht. Die Tatsache, dass die Industriegebiete außerhalb der Stadt entstanden sind, hat es ermöglicht, ihr historisches Erbe zu erhalten.
Die Kultur nimmt in Nancy einen bedeutenden Platz ein. Die unterschiedlichen Kunstströmungen des Jugendstils, der Gegenwartskunst und der alten Kunst tragen gemeinsam mit den sechs Museen der Stadt zu einem vielseitigen kulturellen Angebot bei: Dem Musée des Beaux-Arts (Kunstmuseum), dem Musée de l‘École de Nancy (Jugendstilmuseum), dem Lothringischen Museum (künftig Palast der Herzöge von Lothringen), dem Naturkundlichen Museum mit Aquarium, dem Eisen-Museum und dem Palast der Herzöge von Lothringen.
Ihre unbestrittene Attraktivität verdankt die Stadt Nancy insbesondere ihren zahlreichen Live-Veranstaltungen, Festivals, den Jardins éphémères („vergänglichen Gärten“) oder auch dem nicht mehr wegzudenkenden Lichtfestspiel auf der Place Stanislas.
„Das wahre Glück besteht darin, andere glücklich zu machen.“ Stanislaus Leszczynski
Lage: Im Osten Frankreichs, am Fluss Meurthe und am Rhein-Marne-Kanal gelegen, etwa 200 m über NN, zweitgrößte Stadt Lothringens, Hauptstadt des Departements Meurthe-et-Moselle
Fläche: 14 km2
Bevölkerung: 105.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Stadtgebiet (330.000 einschließlich der Vororte)
Wirtschaftsstruktur: Traditionelle Eisen- und Stahlindustrie, Salinen, Brauereien, Großmühlen, Kristallherstellung, moderne Technologie, Finanz- und Bankenzentrum, Messegelände, Kongressstadt
Wissenschaft und Bildung: Seit 1768 Universität mit geistes- und naturwissenschaftlichen Fakultäten, Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung, Ingenieurschulen, Verwaltungsakademie, Akademie der Künste, Konservatorium, insgesamt ca. 50.000 Studierende – Informationen zum Studium in Nancy https://www.nancy.fr/utile/jeunes-a-nancy/etudier-a-nancy-343.html (französisch)
Kultur: Weltkulturerbe Theater, Symphonieorchester, Ballett, Jazz-Festival, Museen, berühmte Stadtarchitektur (Jugendstil), Livre sur la Place, Nikolausfeierlichkeiten
Sport und Freizeit: Skatepark, Sportpark "Marcel Picot", Olympisches Schwimmstadion von Gentilly, Eislaufbahn, Reitplatz, Pferderennbahn, Golf und Tennis, große Wassersportanlage Pôle Aquatique, Thermalbad
Verkehr: 1,5 Stunden von Paris entfernt, TGV-Bahnhof, Autobahnen A4 und A31, Eisenbahnknotenpunkt, Schiffsverbindungen über den Rhein-Marne-Kanal zur Nordsee und zum Mittelmeer; die Flugverbindungen nach Paris und Lyon werden voraussichtlich eingestellt
Newcastle-upon-Tyne, Großbritannien – seit 1954
Lüttich, Belgien – seit 1954
Padua, Italien seit – 1964
Kanazawa, Japan – seit 1973
Kirjat Schmona, Israel – seit 1984
Lublin, Polen – seit 1988
Cincinnati, Ohio, USA – seit 1991
Krasnodar, Russische Föderation – seit 2017
Trilateraler Vertrag Karlsruhe-Krasnodar-Nancy – seit 2017
Winnyzja, Ukraine – seit 2023
Trilaterale Vereinbarung Karlsruhe-Winnyzja-Nancy – seit 2023
2025 feierten Karlsruhe und Nancy das 70-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Dieses besondere Jubiläum ist ein wahrer Meilenstein, der durch eine Vielfalt an Veranstaltungen, Aktionen und Begegnungen gefeiert wurde.
70 Jahre Karlsruhe – Nancy: ein wahrer Meilenstein für die Städtepartnerschaft und die deutsch-französische Freundschaft. Sowohl in Nancy als auch in Karlsruhe wird die Städtepartnerschaft aktiv und auf vielfältigste Weise gelebt. Dies spiegelt sich in den zahlreichen lebendigen Freundschaften, Projekten und Begegnungen in den unterschiedlichsten Bereichen der Zivilgesellschaft, der Verwaltung und der Politik, zwischen Vereinen und Schulen, beim Sport oder im Kulturaustausch.
Der offizielle Festakt fand am 28. Juni im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses mit Delegationen aus Nancy und der gemeinsamen Partnerstadt Winnyzja statt. Die Veranstaltung bot wertvolle Gelegenheit, um sich gegenseitig noch besser kennenzulernen und auszutauschen, auf 70 Jahre erfolgreiche Partnerschaft anzustoßen und gemeinsam in die Zukunft zu blicken.
Im Vorfeld des Festaktes fand zudem das gemeinsame Arbeitstreffen der Gemeinderäte aus Nancy und Karlsruhe statt, das dieses Jahr bereits zum sechsten Mal durchgeführt wurde. Alle zwei Jahre kommen die Gemeinderäte beider Städte zusammen, um sich zu einem Thema auszutauschen, das die Städte bewegt. In diesem Jahr widmeten sich die Stadträtinnen und Stadträte intensiv dem Thema „Daseinsvorsorge in den Kommunen – Wasser als Lebensgrundlage“. Das Gemeinderatstreffen wurde mit themenspezifischen Vorträgen und Stadtführungen umrahmt.
Deutsch-Französischer Freundeskreis e. V.
Thorsten Cramer
1. Vorsitzender
Postfach 2153
76009 Karlsruhe
0721 573377