Mehr Möglichkeiten zur Abkühlung schaffen – das ist ein Fazit, das die Stadtverwaltung und das Städtische Klinikum nach der jüngsten Hitzewelle gezogen haben. Mit Temperaturen von weit über 30 Grad an mehreren Tagen hintereinander und Spitzen von mehr als 40 Grad Ende Juni in Karlsruhe hat sich eine außergewöhnliche Einsatzlage ergeben, berichtete erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Über 2.500 Anrufe seien in dieser Zeit bei der integrierten Leitstelle eingegangen und führten dort zu einer angespannten Situation. „Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren am Limit“, sagte Lisbach. „Das war ein außergewöhnliches Ereignis für das Städtische Klinikum“, betonte auch Dr. Björn Bergau, Leiter des integrierten Notfallzentrums. Viele kritisch kranke Personen seien zeitgleich angeliefert worden und hätten zur Gesundheitsstabilisierung eine kühle Umgebung benötigt. Das Klinikum versuche sich mit dem Üben von Abläufen und einem sogenannten Krankenhausalarmplan bestmöglich auf ähnliche Situationen vorzubereiten.
Die Stadt sei mit ihrem Hitzeaktionsplan, der unter anderem den Stadtplan für heiße Tage beinhaltet, schon recht gut aufgestellt, bilanzierte Lisbach. Dennoch müsse vor allem die Suche nach geeigneten kühlen Räumen intensiviert werden – auch für einen nächtlichen Aufenthalt. „Wir schaffen nicht alles auf einen Schlag“, sagte Franziska von Andrian-Werburg, Leiterin des städtischen Umwelt- und Arbeitsschutzes. „Wir müssen priorisieren und peu à peu mehr kühle Räume generieren.“ Aktuell bieten Kirchen und einige Museum Abkühlung an heißen Tagen. Außerdem soll der Stadtplan für heiße Tage dahingehend weiterentwickelt werden, das gekennzeichnet wird, welche Räume auch bei einer länger anhaltenden Hitzeperiode kühl bleiben. Letztendlich stehe aber auch die „Solidarität im Fokus“, betonte von Andrian-Werburg. „Wir sind auf Mitwirkung von Ehrenamtlichen angewiesen.“ Auch Lisbach appellierte: „Wir müssen aufeinander achtgeben.“ -gia-