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Denkmalgerechte Sanierung und Umstrukturierung der Riedschule Rüppurr
Die denkmalgeschützte Riedschule aus dem frühen 20. Jahrhundert erhielt eine neue Hortküche, die heutigen Anforderungen entspricht. Zudem wurden Flure, Treppenhäuser und Foyer sowie die sanitären Anlagen behutsam und mit Blick auf die Historie saniert und modernisiert.
„Die Arbeit mit und in historischem Bestand ist eine besondere Herausforderung – moderne Bedürfnisse müssen erfüllt werden, ohne dabei die Geschichte des Gebäudes zu zerstören. Und manchmal treten sogar unerwartete Entdeckungen zu Tage!“
Über 100 Jahre Lernen gehen an einer Schule nicht spurlos vorbei: Die Riedschule in Alt-Rüppurr, die zwischen 1911 und 1913 von Friedrich Beichel als Volksschule für ein Neubaugebiet im südwestlichen Teil von Alt-Rüppurr errichtet wurde, ist heute eine Grundschule und Lernheimat von knapp 200 Schülern und Schülerinnen. Für sie bietet der Stadtjugendausschuss im Schülerhort ein Betreuungsangebot an, dessen Küche inzwischen veraltet und zu klein geworden war. Deshalb wurde ein alter Klassenraum in eine moderne Küche umgewandelt und die alte Küche in einen Mehrzweckraum umfunktioniert.
Darüber hinaus wurde die verbindende Erschließung der Schule renoviert: Flure, Treppenhäuser und Foyers erhielten einen neuen Anstrich, der die prägnante Farbgestaltung aus der Entstehungszeit des Baus aufgreift. Eigens durchgeführte restauratorische Untersuchungen erlaubten Rückschlüsse auf Beichels Farbkonzept und offenbarten manche Überraschung. So tragen etwa die Sockelzonen der Flure nun wieder warme Grüntöne statt nüchternen Graus. Ein jahrzehntelang verdecktes Ornamentfries zieht sich als Bordüre um die Wände des Foyers – erst durch die Sanierungsarbeiten kam es wieder ans Tageslicht.
Auch der schwarzweiße Terrazzoboden im Bereich der Treppenabsätze und den Toiletten wurde freigelegt und saniert.
Die WC-Anlagen für Schüler und Lehrer wurden vollständig modernisiert. Ihre gesamte Technik wurde ausgetauscht und mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergänzt, die Oberflächen von Wänden und Böden wurden erneuert. Auch hier wurde die historische Bausubstanz möglichst intakt erhalten und ergänzt: Die aus der Bauzeit erhaltenen Trennwände im Mädchen-WC im 1. Obergeschoss wurden aufgearbeitet und wiedereingesetzt, die Fenster denkmalgerecht ausgewechselt. Waren sie zuvor aus Kunststoff und nur an wenigen Stellen noch im Original – etwa in einem heutigen Lagerraum über den Toiletten im 2. Obergeschoss – vorhanden, wurden sie nun in Absprache mit dem Landesdenkmalamt und der Unteren Denkmalschutzbehörde gegen Holzfenster ausgetauscht, die sich an den historischen Bestand anlehnen.
Architektur | Lohr Architekten |
Projektleitung | Stadt Karlsruhe, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft |
Fachplanung Haustechnik | Bender+Urich GmbH & Co.KG. |
Fachplanung Elektrotechnik | Bender+Urich GmbH & Co.KG. |
Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination | IWP Ingenieurberatung Wilfried Peter |
Bauzeit | 05/2020 – 01/2021 |
Gesamtaufwand | 1.077.372 Euro |
Fotos | Dirk Altenkirch, Karlsruhe |
Text | Dr. Simone Kraft |