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Zeichen der Vielfalt: Regenbogenempfang zum CSD 2023

Queere Community zu Gast im Rathaus / OB Mentrup: "Für unsere Stadt ein großer Gewinn"

Der a-Cappella-Chor Queerbeet unter der Leitung von Karsten Kremer sorgte für das musikalische Rahmenprogramm. Der a-Cappella-Chor Queerbeet unter der Leitung von Karsten Kremer sorgte für das musikalische Rahmenprogramm. © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

"Wie schön, dass Sie alle zu dieser Premiere gekommen sind", begrüßte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup die Gäste des ersten Regenbogenempfangs am vergangenen Donnerstag im Bürgersaal. Zwei Tage vor dem Christopher Street Day (CSD) am 3. Juni hatte die Stadt Vertreter*innen der queeren Community ins Karlsruher Rathaus am Marktplatz geladen.

Das Stadtoberhaupt bedankte sich ausdrücklich bei den zahlreichen Engagierten: "Ohne Ihr Engagement gäbe es diese enorme Sichtbarkeit nicht." Die Szene sei ein "besonderer Reichtum der Stadt", bedürfe aber auch besonderen Schutz. OB Mentrup erinnerte in seiner Begrüßungsansprache aber auch daran, dass das Verhältnis von Verwaltung und queerer Community nicht immer unbeschwert gewesen sei. Umso glücklicher sei er über die gemeinsame Entwicklung und dass in diesem Jahr eine Fußgruppe aus der Stadtverwaltung am CSD teilnehmen werde.

CSD als Ort der Begegnung

Seit 2011 findet die Demonstration für Gleichberechtigung und queere Rechte regelmäßig in Karlsruhe statt, organisiert durch ein ehrenamtliches Team des Vereins CSD Karlsruhe e.V. Dessen Vorsitzender Karsten Kremer nutzte die Gelegenheit, den zahlreichen Unterstützer*innen zu danken: "Danke an alle, die sehr viel Zeit und Energie aufgewendet haben, um den CSD zu dem zu machen, was er heute ist."

"Ich wünsche uns allen einen friedlichen CSD 2023", betonte Karsten Kremer, Vorsitzender des Vereins CSD Karlsruhe.

Kremer erinnerte, dass seit dem Start bereits viel im Bereich der LGBTQIA+-Rechte erreicht worden sei, es gebe aber immer noch viel zu tun. "Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir als queere Menschen sichtbar sind, aufklären und darauf hinwirken, Vorurteilen abzubauen." Bereits OB Mentrup hatte die Bedeutung des CSD als Ort der Begegnung hervorgehoben. Er würdigte auch den großen Mut der queeren Beteiligten, denn es sei das eine, die eigene Wahrheit zu leben, aber das andere, sich in einen öffentlichen Diskurs zu begeben. "Die, die sich von Vorteilen leiten lassen, erhalten hier eine riesige Chance, zu lernen."An erster Stelle stehe aber die Sicherheit der Teilnehmenden, so OB Mentrup. Die Erinnerung an die queerfeindlichen Übergriffe am Rand des Christopher Street Days im vergangenen Jahr war beim diesjährigen Regenbogenempfang noch sehr präsent. Es brauche Sensibilisierung auf Seiten der Polizeibeamten, Begleitung und Sicherheitsposten. Um in diesem Jahr einen friedlichen CSD zu gewährleisten, hatte es im Vorfeld "konstruktive" Gespräche mit der Karlsruher Polizei gegeben, wie auch CSD-Vereinsvorsitzender Kremer bestätigte.

Katalog für ein queerfreundliches Karlsruhe übergeben

Auch der Verein queerKAstle, vertreten durch Sprecherin Alexandria Dritschler, beim Regenbogenempfang zu Wort. Als Anlaufstelle und "Zentrum für die queere Community" bietet queerKAstle Heimat und Treffpunkt für die unterschiedlichen Akteure der Szene. Auch die Vernetzung spiele eine wichtige Rolle: "Wir wollen herausfinden, was unsere Bedürfnisse sind." Ein großes Thema sei derzeit das Finden einer geeigneten Immobilie, um alle Veranstaltungen, Beratungs- und Vernetzungsangebote unter ein Dach zu bringen, erklärte Dritschler.

 

 

Alexandria Dritschler (Sprecherin queerKAstle) präsentiert den in Kooperation mit 20 Vereinen erstellten Forderungskatalog für ein queerfreundliches Karlsruhe.

Um die Bedürfnisse der queeren Community in Karlsruhe in eine Form zu gießen, ist in Kooperation mit 20 Vereinen ein Forderungskatalog entstanden. Zahlreiche Vorschläge und Maßnahmen, die in große Bereiche wie Förderung der Community, Vernetzung (beispielsweise in einem Diversitätsbeirat), Bildungs- und Beratungsangebote, Sicherheit und Gesundheit (Sensibilisierung etwa durch Fortbildungen für Mitarbeitende), Geschichte und Erinnerung sowie Sport und Kultur gegliedert sind, sollen Karlsruhe zu einem queerfreundlicheren Ort machen. "Wir haben viele diverse Sichtweisen aufgenommen", betonte Dritschler, bevor sie das gebundene Heft an OB Mentrup überreichte.

Impressionen vom Regenbogenempfang 2023

Regenbogenempfang 2023
Regenbogenempfang 2023
Regenbogenempfang 2023
Regenbogenempfang 2023
Regenbogenempfang 2023
Regenbogenempfang 2023

CSD 2023 in Karlsruhe

Am Samstag, 3. Juni, startet die Demonstration für LGBTQIA+-Rechte unter dem Motto "Stand Up for Love" auf dem Karlsruher Marktplatz.

Mehr Informationen zum Ablauf und Rahmenprogramm finden Interessierte auf der Website des Vereins.

Kontakt

Gleichstellungsbeauftragte

Verena Meister

Karl-Friedrich-Straße 10
76133 Karlsruhe

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