Zurzeit fliegt und brummt es wieder überall. Unter den aktuell vermehrt aktiven Insekten sind auch die Hautflügler, zu denen unter anderem Wespen, Hornissen und viele Bienenarten gehören. Wespen und Hornissen haben bereits mit dem Nestbau begonnen - in der Natur, aber auch an Gebäuden oder in Gärten. Als wichtige Nützlinge erbeuten heimische Hornissen und Wespen auch andere Insekten, wie z.B. Mücken. Zudem besuchen sie gelegentlich Blüten und leisten so einen Beitrag zur Bestäubung.
Wespen
Ein konfliktarmes Zusammenleben mit Wespen ist durchaus möglich. Die Tiere stechen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Hektische Bewegungen, Wegschlagen oder Anpusten sollten daher vermieden werden. Zudem empfiehlt es sich, Speisen und Getränke im Freien abzudecken, Essensreste zu beseitigen und Kindern nach dem Essen Mund und Hände abzuwischen. Auch intensive Düfte und auffällig bunte Kleidung können Wespen anlocken.
Wespen unterliegen dem allgemeinen Artenschutz. Deshalb ist sorgfältig abzuwägen, ob ein Nest entfernt werden muss oder bestehen bleiben kann. Häufig befinden sich Nester in Hohlräumen an Gebäuden, etwa in Rollladenkästen. Einfluglöcher sollten nicht verschlossen werden, da dies die Tiere aggressiv machen kann. Stattdessen helfen Fliegengitter, ausreichend Abstand zum Nest und das Freihalten von Flugbahnen. Die Völker sterben im Winter ab, die Nester werden nicht erneut besiedelt und können dann entfernt werden. Aktive Nester sollten nur bei Vorliegen triftiger Gründe und ausschließlich durch geschulte Fachkräfte wie Schädlingsbekämpfer*innen oder Imker*innen entfernt werden.
Europäische Hornisse
Die Europäische Hornisse ist sogar besonders geschützt, da sie in der Vergangenheit immer seltener geworden ist. Daher ist die Entfernung ihrer Nester nicht erlaubt. Die oft als „sanfte Riesen“ bezeichneten Tiere sind in der Regel friedlich und scheu. Mit ausreichend Distanz zum Nest der Tiere sowie der Meidung ihrer Flugbahn stellen diese in der Regel keine Gefahr dar. Anders als Wespen interessieren sie sich nicht für menschliche Nahrung, sondern ernähren sich vor allem von anderen Insekten – darunter auch Wespenarten. Mit einem Hornissennest im Garten bleibt die Wespenplage beim gemeinsamen Grillen oder Kaffeetrinken aus!
Wenn sich Hornissenvölker an einem kritischen Platz angesiedelt haben, können diese im Einzelfall durch geschultes Fachpersonal umgesiedelt werden. Wenden Sie sich dazu bitte an den Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe (E-Mail: hornissen(at)ua.karlsruhe.de, Telefon: 115).
Asiatische Hornisse
Zunehmend breitet sich auch die Asiatische Hornisse in der Region aus. Die aus Südostasien stammende Art gilt als invasiv. Seit 2025 besteht keine gesetzliche Pflicht mehr zur Beseitigung von Nestern der Asiatischen Hornisse. Die Stadt empfiehlt jedoch weiterhin ausdrücklich, festgestellte Nester entfernen zu lassen, um die Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen. Die Organisation und Finanzierung der Entfernung obliegt den jeweiligen Grundstücks- und Hauseigentümerinnen bzw. -eigentümern.
Vor einer Entfernung ist jedoch eine Verifizierung über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erforderlich. Nach der Bestätigung erhalten Meldende Informationen zum weiteren Vorgehen und zertifizierten Nestentfernern. Aktuell bestehen zudem Fördermöglichkeiten des Landes Baden-Württemberg für Nestentfernungen, die durch die zertifizierten Nestentferner*innen beantragt und abgerufen werden können.
Welche Hornissenart sich bei Ihnen niedergelassen hat, wie das weitere Vorgehen und die richtigen Ansprechpartner sind, finden Sie hier heraus. Hier finden Sie auch den Link zur Meldeplattform der LUBW für Nester der Asiatischen Hornisse.
Honigbienen und Wildbienen
Neben Wespen und Hornissen gehören auch Honigbienen und zahlreiche Wildbienenarten zur Ordnung der Hautflügler. Während Honigbienen in großen, dauerhaft bestehenden Völkern leben, sind die meisten Wildbienen Einzelgängerinnen. Sowohl Honig- als auch Wildbienen gelten als friedfertig und interessieren sich in der Regel nicht für menschliche Nahrung. Sie stechen meist nur dann, wenn sie unmittelbar bedrängt oder eingequetscht werden. Wildbienen sind zudem oft kaum in der Lage, die menschliche Haut zu durchdringen. Als wichtige Bestäuber leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag für die heimische Pflanzenwelt.
Im Frühjahr und Frühsommer können Honigbienenschwärme auftreten, die oft als große Trauben an Bäumen hängen. Solche Schwärme wirken zwar beeindruckend, sind aber meist friedlich. Über die Webseite schwarmrettung.de können Imkerinnen und Imker in der Nähe kontaktiert werden, die die Tiere fachgerecht einfangen.