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Flott nach Ettlingen

Erkundung der "Vorzugsvariante" für den Radschnellweg RS 10

Vorstellung der "Vorzugsvariante" für den Radschnellweg Karlsruhe - Ettlingen Vorstellung der "Vorzugsvariante" für den Radschnellweg Karlsruhe - Ettlingen © Stadt Karlsruhe, Georg Hertweck

Wer Zeit mitbringt, schätzt die gemütliche Fahrt am Raiherbach durchaus, aber wer es eilig hat, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit, empfindet die Radwegverbindung Richtung Ettlingen eher als Hindernis. Schmale Wegstrecken, scharfe Kurven und Kreuzungen bremsen die Radlerinnen und Radler aus. Abhilfe soll hier gegen Ende dieses Jahrzehnts der Radschnellweg RS 10 bringen, über dessen Trassenführung das Regierungspräsidium Karlsruhe unlängst bei einer öffentlichen Befahrung informierte.

Beginn an der Weiherfeldbrücke

Wie groß das Interesse an einer flotten Verbindung zwischen den beiden Nachbarstädten ist, zeigte alleine schon die Teilnehmerzahl. Eine stattliche Schlange von über 70 Fahrrädern bewegte sich über die knapp fünf Kilometer lange Route, die in Karlsruhe an der Weiherfeldbrücke beginnt. "Hier haben wir einen sehr guten Übergangspunkt in das städtische Netz", erläuterte Radverkehrsplaner Janick Friese vom Stadtplanungsamt, so etwa auch an eine zukünftige "Rad-Südtangente". Vom Neckarplatz dort aus führt die Route durch das Weiherfeld auf der Neckarstraße zum Belchenplatz und weiter auf den Scheibenhardter Weg. Diese beiden Straßen sollen als Fahrradstraße nach den Standards des Landes Baden-Württemberg ausgebaut werden. Damit verläuft die in mehreren Planungsrunden ermittelte "Vorzugsvariante" nicht wie der heutige Radfernweg über die Straße Links der Alb. Deren Querschnitt sei zu schmal für eine Fahrradstraße, sagte Johannes Schell vom Stadtplanungsamt auf die Frage eines Teilnehmers. Zudem stelle der Weg entlang des Raiherbachs einen weiteren Engpass dar.

Neubau-Abschnitt entlang der Rheintalbahn

Ab der Weiherwald-Grundschule biegt der Radschnellweg dann in das Kleingartengelände ab, wo er über Gottlob-Schreber-Weg und Försterpfad führt. Obwohl hier bereits Straßen vorhanden sind, bedarf es nach Aussage von Axel Speer, Leitender Baudirektor beim Regierungspräsidium, einiger Eingriffe: ´"Wir müssen ein bis zwei Meter von den Kleingärten wegnehmen und ein Parkierungskonzept erstellen". Am Ende des Försterpfads beginnt der eigentliche Neubauabschnitt, für dessen Bau das Land zuständig ist. Ein kleiner Schlenker am Ende des Hauschildpfads bringt die Zweiradtrasse an die Rheintalbahn und dann immer entlang der Gleise bis zur Autobahn. Dabei sollten auch Planungen für den Ersatz des Bahnübergangs am Brunnenstückerweg berücksichtigt werden, erläuterte Speer, damit hier eine kreuzungsfreie Fahrt möglich ist. Wo heute noch zwei scharfe 90-Grad-Kurven flotte Radler ausbremsen, mündet der Neubauabschnitt schließlich auf den bestehenden Weg.

Perspektivisch Weiterführung Richtung Rastatt

In Ettlingen geht es zwischen den Bahngleisen und der Bulacher Straße bis zum Erlengraben, ehe durch die vorhandene Unterführung auf die andere Seite der Bahn gewechselt wird. Endpunkt des Radschnellwegs ist am Bahnhof Ettlingen West. Weil von dort aus eine Weiterführung Richtung Rastatt geplant sei, habe man sich, so Wassil Meyer-Buck vom Planungsamt der Stadt Ettlingen, für die Anbindung an die Lorenzstraße entschieden. Zudem gebe es im Industriegebiet eine größere Zahl an Berufspendlern, die zum Umstieg auf das Fahrrad animiert werden sollen.

Bis der Radschnellweg, der planungsrechtlich wie eine Landesstraße behandelt wird, fertig ist, werden indes noch einige Jahre ins Land ziehen. "Unterschiedliche Interessen müssen alle gegeneinander abgewogen werden", erklärte Axel Speer, wie etwa Naturschutz und Landwirtschaft sowie der Grunderwerb. "Wenn es sehr gut läuft", rechne das Regierungspräsidium daher mit einem Baubeginn für 2029.

Radschnellweg RS 10

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