Auch in den kommenden Jahren können die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste sich weiterhin mit Leihfahrrädern durch die Fächerstadt bewegen. Der Gemeinderat sprach sich jetzt für die Fortführung dieses Angebots aus, indem er die die Verwalltung beauftragte, einen neuen Vertrag mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) abzuschließen. Der KVV will die Vergabe des Fahrrad-Verleihsystems ab März 2027 ausschreiben und damit die Weichen für die nächsten sechs Jahre stellen. Zugleich beschloss der Gemeinderat, den in den Beratungen zum Doppelhaushalt verankerten Sperrvermerk für den Zuschuss zum Bike-Sharing aufzuheben. Der städtische Zuschuss soll sich künftig auf 75.000 Euro pro Jahr belaufen, was eine deutliche Reduzierung der bisherigen Zuwendungen bedeutet. Diese hatten sich zuletzt auf 270.000 Euro jährlich belaufen. Beschlossen wurde die Neuregelung mit den Stimmen von Grüne, SPD, Volt, KAL und Die Linke sowie der Einzelstadträte Max Braun (Die Partei) und Friedemann Kalmbach (FÜR). Dagegen votierten die Fraktionen von CDU, AfD und FDP/FW.
Baustein zur nachhaltigen Mobilität
"Nextbike" sei "sicherlich eine schöne Ergänzung" zu den Angeboten des KVV, sagte Bettina Meier-Augenstein (CDU), begründete aber die Ablehnung ihrer Fraktion mit den Kosten. Es müsse es eine Möglichkeit geben, ein Fahrradverleihsystem anzubieten, das den städtischen Haushalt nicht belaste. Auch Dr. Stefan Noé (FDP) verwies auf die Kosten und kritisierte den Beschluss als "einseitige Bevorzugung des Fahrrad-Sharings". Dagegen verteidigte Ceren Akbaba (Grüne) die Leihräder als "Standortfaktor, der die Stadt für junge Menschen attraktiver macht", während Sibel Uysal in Nextbike einen "wichtigen Baustein des Mobilittätskonzepts" sah. Nachhaltige Mobilität werde dadurch "im Alltag einfach und unkompliziert" zur Verfügung gestellt.
Flächendeckende Versorgung angestrebt
Fabian Gaukel (Volt) verwies zudem darauf, dass nur durch städtische Zuschüsse eine adäquate Bedienung auch von Randgebieten möglich sei". Die bestätigte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup: "Wenn wir das fortsetzen möchten, müssen wir einen Eigenbeitrag leisten". Die Fahrräder sollten nicht wie die E-Scooter dem freien Markt überlassen werden, zumal es auch um die Versorgung der Nachbarkommunen gehe. Mentrup hofft, dass diese ebenfalls bei der Fortsetzung von "Nextbike" mitziehen. -eck-