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Schöner lernen im Schatten des Schlosses

Schulkomplex in Durlach rundum erneuert

Die Abbildung zeigt die west-südliche Fassade des Gebäudes mit beige­farbenem Klinkermauerwerk, einem Flachdach und Metallfenstern mit Holzlamellen. Die Gestaltung ist farblich an die umliegende Bebauung angepasst

In die Jahre gekommene, unpraktische und pädagogisch nicht mehr aktuelle Räumlichkeiten: Die Schloss-Schule in Durlach hatte einigen Nachholbedarf. Innerhalb von fünf Jahren ist sie im laufenden Betrieb modernisiert und teilweise erneuert worden. Die Grundschüler*innen und das Lehrpersonal haben nun mehr Schulhof, mehr Begegnungsfläche und auch technisch ist nun alles auf dem neuesten Stand. Von den Gesamtkosten inklusive Provisorien in Höhe von circa 30,5 Millionen tragen Land und Bund 2,25 Millionen über diverse Förderungen.

„Es gelang den Architekten, Funktionalität, Ästhetik und auch die pädagogischen Anforderungen in einem Konzept zu vereinen.“

Drei Bauphasen: Neubau, Renovierung, Außenanlagen

Das Hauptgebäude und drei miteinander verbundene Pavillons der vierzügigen Grundschule neben der Karlsburg stammten aus den 60er-Jahren. In drei Arbeitsschritten erfolgte die umfassende Sanierung: Zunächst wurde ein Pavillon abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau errichtet. Schritt zwei war die Modernisierung des Hauptgebäudes. Diese Schritte sind nun erfolgreich abgeschlossen; die Schule feierte im Mai die Einweihung der neuen Räumlichkeiten. In einem dritten Schritt werden die beiden nun nicht mehr benötigten Pavillons abgerissen und die Außenarbeiten an Schulhof und Schlossplatz umgesetzt. Die Planung startete 2017; Schritt drei soll 2026 beendet sein.


Öffnung nach Außen und neue Raumfunktionen

Durch Umbau und Erweiterung konnten Heid + Heid Architekten aus Fürth, die sich im europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerb durchgesetzt hatten, neue Räume für eine zeitgemäße Nutzung der Schulgebäude schaffen. Dazu zählt die Erweiterung von 4 auf 4,5 Züge mit einem Ganztagsbereich für 300 Schülerinnen und Schüler. Der Mensabereich kann mit anderen Flächen zusammengeschlossen werden und für Veranstaltungen genutzt werden. Die brandschutztechnisch gegebenen breiten Flure bieten jetzt Raum für Lernlandschaften für individuelles Lernen. Zudem ist die Schloss-Schule insgesamt flexibler in der Nutzung der Räume: Durch Zusammenlegungen können zusätzliche Klassenzimmer entstehen.


Technik und Nachhaltigkeit auf dem neuesten Stand

Eine neue Brandmeldeanlage, komplett sanierte Sanitär- und Elektro-Anlagen im Bestandsgebäude sowie die barrierefreie Erschließung aller Gebäudeteile bringen die Schule technisch spürbar voran. Alle Gebäude erfüllen den Passivhausstand für Modernsierungen. Die zentrale mechanische Lüftungsanlage sowie die neue Pelletheizung entsprechen modernem Standard. Das Dach erhielt eine Photovoltaikanlage und ist, wo statisch möglich, begrünt. Als Lichtschutz, Einbruchschutz und für die Nachtauskühlung dienen partiell vorgehängte drehbare Vertikallamellen an den Aluminiumfenstern.


Mehr Fläche für Schlosshof und Schulhof

Das Fassadenkonzept mit Klinkersichtmauerwerk ist farblich auf die umgebende Bebauung abgestimmt und trägt zur Einbindung der Bauten in die Altstadt Durlach bei. Auch räumlich gingen die Architekten sensibel vor: Die Kubatur des Erweiterungsbaus ist deutlich kleiner als die vorhandene Baumasse und nimmt Bezug auf die Karlsburg. Der rückwärtige Schlosshof kommt wieder besser zur Geltung; es entsteht ein großer zusammenhängender Freiraum für den Schulhof, der mit Baumpaketen in erhöhten Pflanzbeeten mit Sitzgelegenheiten untergliedert wird.

 

Architektur

Heid + Heid Architekten 

Projektleitung

Stadt Karlsruhe, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft

Projektsteuerung

Kubus 360

Tragwerkplanung

Arbeitsgemeinschaft Koch + CES

Fachplanung Heizung
Lüftung

Ingenieurbüro Stahl GmbH

Fachplanung Sanitär 

Ingenieurbüro Klenert

Fachplanung Elektrotechnik

KW2 Ingenieure

Aufzugsplanung/Container

Hochmuth + Beyer

Bauphysik

Stahl + Weiß

Küchentechnik

Ingenieurges. für Verpflegungstechnik mbH

Außenanlagen

Landschaftsarchitekt Bernard Lorenz

Schadstoffplaner, Bodengutachten

Ingenieurges. F. Geo -und Umwelttechnik

Sicherheits- und
Gesundheitsschutz-
koordination

Gerweck Arbeitsschutz

Bauzeit

April 2020 bis April 2025

Gesamtaufwand

circa 30 Millionen Euro

Nachhaltiges Bauen und 
Energiemanagement 

PV-Anlage mit 27,6 kWp; Pelettheizanlage

Fotos

Stephan Baumann, bild_raum

Text

Cordula Schulze

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