Obwohl es schon zehn Entwicklungskonzepte für zehn Stadtteile gibt, bietet das elfte dennoch ein Novum. In Daxlanden wird erstmals die Soziale Quartiersentwicklung mit der integrierten Stadtentwicklung (ISEK) verknüpft. Herausgekommen ist dabei ein Katalog mit Maßnahmen und Zielen, der nun vom Gemeinderat mit großer Mehrheit zur Umsetzung beschlossen wurde.
Alles, was auf 74 Seiten in den Kategorien Mobilität, Kultur und Freizeit, Soziales, Natur und Umwelt, Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Versorgung sowie Bildung aufgelistet ist, kann indes nicht realisiert werden. Denn zum einen wurden bereits bei der Erstellung einige Ideen als nicht umsetzbar identifiziert und zum anderen steht der Gemeinderatsbeschluss unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Weil es kein eigenes Budget für Daxlanden gibt, müssen die zuständigen Fachämter die Projekte in ihren jeweiligen Haushaltsplänen abbilden und Prioritäten setzen.
Dessen ungeachtet begrüßten die Ratsmitglieder ausdrücklich das ISEK als einen „sehr guten Ansatz“, so Aljoscha Löffler (Grüne), der „nicht ohne die Unterstützung der Menschen vor Ort funktioniert hätte“. Dirk Müller (CDU) warnte davor, das Werk in der Schublade verschwinden zu lassen. Vielmehr sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Auch Mathias Tröndle (SPD) unterstützte das Konzept, fand aber auch nachdenkliche Töne. Zum einen sei die Teilnahme an Veranstaltungen teilweise bescheiden gewesen und zum anderen „vermissten die Bürger sichtbare Ergebnisse“. Während Dr. Paul Schmidt die Ablehnung seiner AfD-Fraktion mit einer grundsätzlichen Kritik am Entstehungsprozess verknüpfte, gab Dr. Stefan Noé (FDP/FW) zu bedenken, dass „man es auch ein paar Nummer kleiner hätte machen können“. Gleichwohl sei für ihn Bürgerbeteiligung sehr wichtig. Sonja Döring (KAL) warnte davor, das Engagement ihres Stadtteils klein zu reden: „Die Menschen in Daxlanden machen sich auf den Weg.“ Und das ohne überzogene Erwartungen, denn „allen war klar, dass sie keinen goldenen Kirchplatz bekommen“. Auch OB Dr. Frank Mentrup verwies auf die Bedeutung des gemeinschaftlichen Entwicklungsprozesses, hier sei der Weg das Ziel. -eck-