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Was blüht denn da?

Großer Artenreichtum auf geschützten Wiesen im Stadtgebiet

Wiesensalbei Knittelberg Wiesen-Salbei am Knittelberg © Caroline Neumann, UA, Stadt Karlsruhe

Aktuell stehen im Karlsruher Stadtgebiet die durch die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie geschützten Mähwiesen in voller Blüte. Diese Wiesen befinden sich hauptsächlich im Bereich der Rheinniederung bei Neureut und Daxlanden sowie um die Bergdörfer herum.

Auch für Nicht-Botanikerinnen und -Botaniker sind diese Wiesen meist an der Farbenpracht ihres außergewöhnlich hohen und vielfältigen Blütenreichtums zu erkennen. Zu den typischen Pflanzenarten zählen Wiesen-Salbei, Hornklee, Glockenblume, Wiesen-Flockenblume, Klappertopf, Schafgarbe, Wiesen-Bocksbart oder Margerite.

„FFH-Mähwiesen“ sind sehr arten- und blütenreiche Mähwiesen, die als europaweit geschützter Lebensraumtyp „Magere Flachland-Mähwiese“ ausgewiesen sind. Kulturhistorisch sind diese Mähwiesen durch jahrzehntelange Nutzung zur Heugewinnung entstanden. Das Land Baden-Württemberg weist in Deutschland und sogar EU-weit eines der bedeutendsten Schwerpunkt-Vorkommen artenreicher Mähwiesen auf und trägt dadurch eine besondere Verantwortung. Ein großer Anteil der FFH-Mähwiesen ist bereits durch eine Nutzungsänderung (Flächeninanspruchnahme, Nutzungsintensivierung oder -aufgabe) verloren gegangen und muss demnach wiederhergestellt werden. Bisher sind die Anstrengungen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Mähwiesen noch nicht ausreichend. Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen nicht ausreichendem Schutz der FFH-Mähwiesen eingeleitet.

Was kann zum besseren Schutz der Mähwiesen getan werden?

Für viele seltene Tiere und Pflanzen bietet eine „extensiv“ genutzte FFH-Wiese ideale Lebensbedingungen. „Extensiv“ bedeutet, dass die Wiese mit geringem Aufwand - nämlich maximal zweimal jährlich - gepflegt werden sollte. Die beste Zeit für die Mahd ist im Juni, wenn die Gräser blühen und im Herbst nach der Blüte aller Kräuter. Dadurch können sich viele seltene Pflanzenarten etablieren, die den Insekten in ihrer Blüte lange als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Das Mahdgut sollte dabei unbedingt abgeräumt werden, es kann beispielsweise als Heu oder Einstreu genutzt werden.

Die Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden auf Streuobstwiesen ist nicht notwendig und stellt eine Gefahr für Pflanzen und Tiere dar. Eine insektenfreundliche Mahd erfolgt dabei generell durch Balkenmäher oder Ähnliches. Diese Maschinen funktionieren wie Scheren und schneiden die Vegetation nicht so tief ab. Insekten und Kleintiere haben die Möglichkeit, zu fliehen und werden nicht wie in rotierenden Mähwerken angesaugt und getötet.

Wenn einige Bereiche als Altgrasstreifen stehen bleiben und mehr als ein Jahr gar nicht gemäht werden, entstehen wichtige Rückzugsräume und heimische Arten werden gefördert. Einen positiven Effekt hat dies auch im eigenen Garten. Nähere Information hierzu sind auf karlsruhe.de zu finden.

Wer wissen möchte, wo die FFH-Mähwiesen in Karlsruhe liegen und wo Handlungsbedarf besteht, kann dazu die Umwelt-Daten-Online der LUBW nutzen.

Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe

Der Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe, Fachbereich Ökologie, berät gerne zum Naturschutz rund um Mähwiesen.

Kontakt:

E-Mail:
Telefon: 0721 133-3101

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