Es war nicht das erste Mal, dass das Thema auf der Tagesordnung erschien und weitere Beratungen werden wohl noch folgen, denn mit großer Mehrheit lehnte der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung den Abriss der ehemaligen Garnisonskirche im Baugebiet Knielingen 2.0 ab. Dies hatte die FDP/FW-Fraktion beantragt und dabei auf den langen Leerstand des Bauwerks hingewiesen. „Dieses Gebäude wird seit gut und gerne zehn Jahren auf dem Markt angeboten“, erklärte FDP-Stadtrat Thomas Hock, und man finde keinen Käufer, weil der Invest zu hoch sei. Angesichts des fortschreitenden Verfalls der Bausubstanz sollte „dieser Punkt jetzt endlich zum Abschluss gebracht werden“, so Hock.
Letzte Chance erhalten
Statt des geforderten Abrisses erhält das denkmalgeschützte Bauwerk nun aber eine letzte Chance. „Es gibt jetzt Interessenten, es gibt Diskussionen“, informierte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Mit dem aktuellen Stand der Dinge werde sich der Aufsichtsrat der Volkswohnung, die Eigentümerin des denkmalgeschützten Bauwerks ist, in Bälde beschäftigen. Sollte der neuerliche Bieterwettbewerb zu keinem Ergebnis führen, könne man dann immer noch eine Abrissgenehmigung beantragen, erklärte der OB. Ob dieser dann auch von der Denkmalbehörde stattgegeben werden könne, „wissen wir übrigens alle nicht“.
Mit dem Beschluss des Gemeinderats gegen gegen den Antrag, dem sich neben der FDP/FW lediglich die AfD anschloss, hatte sich dann auch ein Ansinnen von FÜR-Stadtrat Friedemann Kalmbach erledigt. Er hatte in einem Änderungsantrag vorgeschlagen, die Kirche abzureißen und baugleich wieder neu zu errichten, oder – sofern dies nicht möglich sei – wenigstes die historische Identität des Ortes städtebaulich abzusichern. -eck-