Hinter dem grundsätzlichen Vorhaben, mehr Güter auf die Schiene zu bringen, steht der Gemeinderat mit einstimmiger Mehrheit. Ebenso einig ist sich das Gremium überdies, dass die Planungen der Deutschen Bahn für eine Neubaustrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe kritisch unter die Lupe zu nehmen und Alternativen zu prüfen sind.
Verknüpfungsbauwerk im Güterbahnhof
Auf eine interfraktionelle Resolution verständigen sich die Ratsmitglieder, nachdem die Bahn ihre Vorzugsvariante für die neue Güterzug-Trasse offengelegt hatte. Von Norden kommend, sollen die Gleise entlang der Autobahn A 5 das Stadtgebiet erreichen. Nach Überquerung der Pfinz tauchen die Züge in den Untergrund ab, um in einem Trog das Gewerbegebiet Rossweid, den Elfmorgenbruch und das Durlach-Center zu passieren. In der Kleingartenanlage "Mastweide" soll die Trasse dann wieder an die Oberfläche führen und im Güterbahnhof über ein Kreuzungsbauwerk an die vorhandenen Gleisanlagen angeschlossen werden.
Während der in Tieflage verlaufende Abschnitt bei der Geräuschentwicklung seitens der Stadt als eher unproblematisch betrachtet wird, könnte es hingegen im Süden des Stadtgebiets auch auf den anschließenden Bestandsstrecken zu Konflikten kommen. Hier geht es insbesondere um die Verknüpfung mit den beiden Richtung Rastatt führenden Trassen. Daher fordert die Resolution, diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Außerdem solle die Bahn die Vor- und Nachteile eines durchgehenden Tunnels unter dem Karlsruher Stadtgebiet gegenüber der Trogvariante darlegen.
Tunnel wäre deutlich teurer
Obwohl ein Tunnel nach Einschätzung von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup deutlich teurer werde und "seine Tücken" habe, "müssen wir unsere Forderungen für den einen wie für den anderen Fall haben". "Auch ein Tunnel bringt massive ökologische Eingriffe“, gab Christian Klinkhardt (Grüne) den Befürwortern einer Röhre gegenüber zu bedenken. Zu diesen zählten etwa Fabian Gaukel (Volt) und Michael Haug (KAL). Zudem dürften bei der Bevölkerung keine Erwartungen geweckt werden, die man nicht halten könne, so Klinkhardt weiter. Während Petra Lorenz (FDP/FW) die Entwürfe für die Vorzugsvariante als "ein ziemliches Stückwerk" kritisierte, warb Tilman Pfannkuch (CDU) dafür, die Region stärker mit einzubeziehen, um dem Bund gegenüber Geschlossenheit zu demonstrieren.
"Wir sind nicht Herr der Planungen", warnte Dr. Raphael Fechler (SPD) und lag damit auf einer Linie mit dem OB. Welche Trassenvariante letztlich zum Zuge komme, "wird eine politische Entscheidung des Bundestags sein", erklärte das Stadtoberhaupt. Daher sollten die Abgeordneten aus der Region möglichst frühzeitig eingebunden werden. -eck-