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Mit Sprachgewalt

Zum 200. Todestag des Dichters Johann Peter Hebel

Hebel-Büste an der Leopoldschule Hebel-Büste an der Leopoldschule © StAK

„Und wenn de amme Chrützweg stohsch, und nümme weisch, wo’s ane goht, halt still, und frog di Gwisse z’erst, ’s cha dütsch, Gottlob, und folg si’m Roth!“ Diese Verse aus Johann Peter Hebels Gedicht „Der Wegweiser“ sind – ist man der alemannischen Mundart, in der sie geschrieben sind, mächtig – ein Lebensrat: An einem Scheideweg soll man innehalten und auf sein Gewissen hören. Diese Verbindung von Lebensnähe, Nachdenklichkeit und eindringlicher Sprache macht Hebels Texte besonders.

Johann Peter Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren. Früh verlor er beide Eltern und wuchs in Basel und im Wiesental auf, dessen Landschaft und Sprache ihn später stark prägten. Nach seiner Schulzeit in Schopfheim, Basel und Karlsruhe studierte er evangelische Theologie.

Nach verschiedenen beruflichen Stationen kehrte er nach Karlsruhe zurück und unterrichtete am Gymnasium. 1792 wurde er Hofdiakon, 1798 Professor für Theologie und Hebräisch und 1808 Direktor des Gymnasiums. 1819 wurde er erster Prälat der evangelisch-lutherischen Landeskirche und Mitglied der Badischen Ständeversammlung. Dort setzte er sich für Bildung, Kirche und soziale Belangeein. Er wirkte außerdem an der Gründung der vereinigten evangelisch-protestantischen Landeskirche Badens 1821 mit.

Als Schriftsteller wurde Hebel vor allem durch seine „Alemannischen Gedichte“ bekannt. In der Mundart des Wiesentals schilderte er darin Landschaft, Menschen und Lebensart seiner Heimat und verlieh dem
Dialekt literarischen Rang. Große Bekanntheit erlangte er zudem mit seinen aufklärerisch geprägten Kalendergeschichten im „Rheinländischen Hausfreund“. 1811 erschien eine Sammlung dieser Geschichten unter dem Titel „Das Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes“, die bis heute in rund 20 Sprachen übersetzt wurde. Hebel starb 1826 in Schwetzingen. Straßen, Schulen, Denkmäler und Preise erinnern an ihn.

-nue-

Dieser Beitrag gehört zur StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

 

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