Eine steigende Anzahl von Kauffällen und weiter wachsende Wertumsätze prägen den Immobilienmarkt in der Fächerstadt. "Wir sind im zweiten Jahr hintereinander in einer Phase, in der sich der Markt beruhigt hat", bilanziert Rüdiger Huck, Leiter der städtischen Grundstücksbewertungsstelle, als Ergebnis des Immobilienmarktberichts 2025. Diesen hatte der Gutachterausschuss am 28. April beschlossen. Es war die erste Sitzung des Gremiums nach seiner Neubestellung durch den Gemeinderat.
Rund 1,15 Milliarden Euro Wertumsatz
Dem 113 Seiten starken Bericht zufolge ist beispielsweise die Gesamtzahl der Kauffälle um zwölf Prozent von 2.306 im Jahr 2024 auf nunmehr 2.578 gestiegen. Auch der Wertumsatz legte zu, er stieg von 1,077 auf 1,15 Milliarden Euro. Damit werde der Wert von 2018/19 wieder erreicht, erläutert Timo Schorb, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der durch den Krieg gegen die Ukraine ausgelösten Energiekrise "kommen wir aus einem großen Tief heraus".
Wohnungs- und Teileigentum stark gefragt
Mit Abstand den höchsten Anteil bei den Kauffällen haben erneut Wohnungs- und Teileigentum (1.642) gefolgt von bebauten (691) und unbebauten (245) Grundstücken. Bei letzteren weise der Bericht eine erfreuliche Steigerung auf, so Schorb, jedoch mit Ausnahme der Mehrfamilienhäuser, "für die Stillstand am Markt herrscht". Hier waren ganze zwei Kauffälle zu verzeichnen. Weil kaum noch Bauflächen verfügbar seien, handle es sich im Übrigen bei den unbebauten Grundstücken zumeist im Abbruchflächen.
Preise auf anhaltend hohem Niveau
Auf "anhaltend hohem Niveau" bewegen sich laut Rüdiger Huck die Preise. Für ein Grundstück zum Bau eines Ein- oder Zweifamilienhauses in guter Lage werden im Schnitt 890 Euro je Quadratmeter bezahlt. Bei gebrauchten Ein- oder Zweifamilienhäusern – angenommen werden hier ein modifiziertes Baujahr von 1975 und eine Grundstücksfläche von 550 Quadratmeter – sind im Schnitt rund 670.000 Euro fällig. Kaum weniger müssen Interessenten für Doppel- oder Reihenhäuser investieren: Hier beträgt der Preis rund 630.000 Euro. Als Beispiel dient das Baujahr 1995 und die Fläche von 330 Quadratmeter. Eigentumswohnungen in mittlerer und guter Lage bewegen sich im Erstverkauf durchschnittlich bei 5.840 Euro je Quadratmeter und 3.830 Euro im Weiterverkauf.
Einen interessanten Aspekt weist der Immobilienbericht außerdem bei den Sachwertfaktoren auf. Gerade im unteren Preissegment sind diese besonders hoch, etwa bei mit Reihenmittelhäusern bebauten Grundstücken beträgt dieser Faktor bis zu 2,1. Das bedeutet, dass mehr als das Doppelte des eigentlichen Wertes bezahlt wird, erläutert Timo Schorb, "ein Indiz für die große Nachfrage in diesem Segment".
Mitarbeit seit mehr als 30 Jahren
In der Sitzung des Gutachterausschusses ehrte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup für ihre mehr als 30-jährige Tätigkeit Wolfgang Karcher, Dr. Michael Mürle und Dr. Gerhard Leute. Als zusätzliches Mitglied verstärkt außerdem die Architektin Daniela Winter-Graf nun das Gremium.
Der Immobilienbericht 2025 ist als pdf-Datei bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses zum Preis von 50 Euro erhältlich.