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Gemeinsam verschieden

Seit zehn Jahren stehen im Citypark sieben Religionen Seite an Seite / Festakt setzt Zeichen

Antisemitismusbeauftragter Dr. Michael Blume (rechts neben OB Dr. Frank Mentrup), Vertretende der Religionsgemeinschaften und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei einer Veranstaltung im Garten der Religionen Antisemitismusbeauftragter Dr. Michael Blume (rechts neben OB Dr. Frank Mentrup), Vertretende der Religionsgemeinschaften und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei einer Veranstaltung im Garten der Religionen © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Der Garten der Religionen eröffnete 2015 zum 300-jährigen Stadtjubiläum im Citypark. Sieben der in der Fächerstadt beiheimateten Religionen sind dort durch Symbole, Zitate und Bodenmosaike repräsentiert: das Christentum, der Buddhismus, der Islam, das Judentum, der Hinduismus, die Bahá´i-Religion und die Freireligiöse Gemeinde. Ein ehrenamtlicher Verein kümmert sich um die Pflege des Gartens. Er steht allen Menschen offen und soll als Austauschort dienen. Das Projekt wurde seinerzeit vor dem Stadtgeburtstag mit deutlicher Mehrheit von der Bürgerschaft aus Projektvorschlägen ausgewählt und kurzfristig fertiggestellt. Abgesehen von der Beschädigung eines jüdischen Mosaiks 2024 ging es bislang dort friedlich zu.

Mirja Kon-Thederan vom der AG Garten der Religionen moderierte den Ablauf, für das Christentum sprach der Katholik Erhard Bechtold, Hans Hogen Straub (Zen-Dojo) für den Buddhismus, Rüstü Aslandur (DMK) für den Islam und der Rabbiner Dr. David Vinitz für das Judentum. Der Gartenbau-Archtiekt Stefan Helleckes, der den Garten durch das Büro Helleckes Landschaftsarchitektur geplant hatte, erläuterte Hintergründe zum Konzept. Zusätzlich sprachen Max Wäldele für die Freireligiöse Gemeinde sowie der religionslos engagierte Christoph Rapp.

Impression aus dem Garten der Religionen Sitzbank mit jüdischem Leuchter Menora und Zitat aus dem Deuteronomium

Als besonderer Gast nahm der Antisemitismusbeauftragte Dr. Michael Blume teil. Er lehrt Berufs- Medienethik am KIT und wolle seine Studierenden zum Garten der Religionen künftig mitnehmen, betonte er. Unabhängig der Religion passiere beim Beten im Gehirn laut Gehirnforschung praktisch dasselbe, verwies er auf Gemeinsamkeiten. Im Dialog müsse man die schwierigen Themen ansprechen, aber nicht nur – man schulde der jungen Generation ein positives Grundgefühl. Eine Verpflichtung gegenüber der Geschichte sei, die Errungenschaften nicht mehr herzugeben.

OB Dr. Frank Mentrup betonte, Multireligiösität gehöre seit Beginn zu Karlsruhe, etwa mit dem Privilegienbrief mehrere Monate nach der Stadtgründung, der Religionsfreiheit verkündete. Der Garten der Religionen sei eine erweiterte Form dessen. Das sei ein Schutz dafür, dass Religion nicht eingesetzt werden kann gegen Menschen, wofür es genügend Beispiele in der Geschichte gebe. Am Abend wurde der Rat der Religionen gegründet, der der Vernetzung von Religionsgemeinschaften dienen soll. Bei einem Folgetreffen im Herbst soll die förmliche Gründung erfolgen. -nke-

Dies ist ein Beitrag der StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers [www.bnn.de/epaper-stadtzeitung] sind digital verfügbar.

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