Mitten in Karlsruhe erlebten Heranwachsende die europäische Weltkriegsgeschichte hautnah: 21 junge Europäerinnen und Europäer nahmen an einem zweiwöchigen Camp des Volksbund-Landesverbandes teil. Im Mittelpunkt stand dabei die Pflege der Kriegsgräber und -denkmäler auf dem Hauptfriedhof.
Vorige Woche endete die Jugendbegegnung mit einer Gedenkveranstaltung für die Weltkriegsopfer. Erinnert wurde jedoch nicht nur an die Opfer der Weltkriege, sondern auch an die Betroffenen des Russland-Ukraine-Krieges.
Miteinander stärken
„Der Volksbund verbindet Erinnerungsarbeit mit Zukunftsarbeit“, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in seiner Rede mit Blick auf den andauernden Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. „Die Zukunft Europas liegt im Miteinander“ sagte Guido Wolf, Vorsitzender des Landesverbandes des Volksbundes. Das Miteinander begann bereits bei der Zusammensetzung: Die Teilnehmenden kamen aus Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Italien, Deutschland und der Türkei nach Karlsruhe, um die Gräber der Kriegsopfer zu pflegen. Nationenübergreifend arbeiteten sie zusammen, um der Schicksale zu gedenken – und einer Wiederholung der Geschichte vorzubeugen.
Dabei berührte sie das Schicksal von Heinrich Fehn besonders: Fehn fiel im Ersten Weltkrieg im Alter von 17 Jahren – die Jugendlichen befinden sich in einem ähnlichen Alter. Sie wählten sein Grab, um einen Trauerkranz niederzulegen und eine Gedenkminute abzuhalten. Die Begegnung des Volksbundes sendet eine klare Botschaft für den Frieden in Europa und den kulturellen Austausch über die Grenzen hinweg.