„Die Jugendlichen müssen erleben, wie wichtig uns das ist“, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in einer emotionalen Rede während der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus, die der Landtag Baden-Württemberg im Karlsruher Konzerthaus am Freitag der vergangenen Woche veranstaltete. „Wir haben es geschafft, dass niemand vergessen wird“, betonte Mentrup die vielen Anstrengungen, wie etwa die Verlegung von Stolpersteinen oder die jährliche Mahnwache an der ehemaligen Synagoge. „Die Namen sind zurück, die Menschen sind zurück, sie sind uns bekannt, wir erinnern uns.“ Doch jetzt sei es an der Zeit, mit anderen Strategien in eine demokratische Zukunft zu gehen. „Schreit uns das Gedenken nicht an, dass es nicht nur um die Vergangenheit, sondern dass es heute um uns und unsere Zukunft geht?“, blickte Mentrup mit Sorge auf die „erodierende Rechtsstaatlichkeit“ in den europäischen Nachbarländern, wie etwa Ungarn, Polen, Italien und dem Vereinigten Königreich.
Einsatz für Rechtsstaat
„Es ist ein alarmierendes Zeichen, dass hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und anderen Strukturen sich ernsthaft mit nationalsozialistischen Ideen und rechtsextremistischem Gedankengut auseinandersetzen“, sieht Oberbürgermeister Mentrup nach dem Bekanntwerden des Treffens in Potsdam auch gefährliche Entwicklungen im eigenen Land.