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Erinnern an NS-Opfer

Gedenkstunde am 27. Januar auf dem Karlsruher Hauptfriedhof und im Konzerthaus

Rami Suliman, Muhterem Aras MdL und OB Dr. Frank Mentrup vor dem Denkmal für die ermordeten Karlsruher Jüdinnen und Juden. Rami Suliman, Muhterem Aras MdL und OB Dr. Frank Mentrup vor dem Denkmal für die ermordeten Karlsruher Jüdinnen und Juden. © Stadt Karlsruhe, Paula Liebig

„Die Jugendlichen müssen erleben, wie wichtig uns das ist“, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in einer emotionalen Rede während der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus, die der Landtag Baden-Württemberg im Karlsruher Konzerthaus am Freitag der vergangenen Woche veranstaltete. „Wir haben es geschafft, dass niemand vergessen wird“, betonte Mentrup die vielen Anstrengungen, wie etwa die Verlegung von Stolpersteinen oder die jährliche Mahnwache an der ehemaligen Synagoge. „Die Namen sind zurück, die Menschen sind zurück, sie sind uns bekannt, wir erinnern uns.“ Doch jetzt sei es an der Zeit, mit anderen Strategien in eine demokratische Zukunft zu gehen. „Schreit uns das Gedenken nicht an, dass es nicht nur um die Vergangenheit, sondern dass es heute um uns und unsere Zukunft geht?“, blickte Mentrup mit Sorge auf die „erodierende Rechtsstaatlichkeit“ in den europäischen Nachbarländern, wie etwa Ungarn, Polen, Italien und dem Vereinigten Königreich.

Einsatz für Rechtsstaat

„Es ist ein alarmierendes Zeichen, dass hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und anderen Strukturen sich ernsthaft mit nationalsozialistischen Ideen und rechtsextremistischem Gedankengut auseinandersetzen“, sieht Oberbürgermeister Mentrup nach dem Bekanntwerden des Treffens in Potsdam auch gefährliche Entwicklungen im eigenen Land.

Ein Rabbiner betet vor dem Denkmal für die ermordeten Karlsruher Jüdinnen und Juden.
OB Dr. Frank Mentrup, Muhterem Aras MdL, Präsidentin des Landtags Baden-Württemberg und Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden sitzen im Konzerthaus nebeneinander.
Leinwand im Konzerthaus mit Überschrift "Gedenkstunde des Landtags von Baden-Württemberg zum Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus". Auf der Bühne spielt Fenella Bockmaier Klavier.

Es sei gut, dass gegen Rechts Bündnisse geschlossen werden, dennoch müsse man sich an einen Tisch setzen und der Frage nachgehen, wie man den Rechtsstaat und die Vielfalt erhalten könne, „damit wir so leben können, wie wir uns das vorstellen, in einem Wertekanon dem Grundgesetz folgend“, betonte der Karlsruher OB.

Mit dem jährlichen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar wird der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor 79 Jahren und allen Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Die diesjährige Gedenkstunde erinnerte an die Schicksale der Jüdinnen und Juden aus dem Badischen, die im Oktober 1940 zu den Opfern der ersten großen Deportationsaktion gehörten.

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 5 am 2. Februar 2024.

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