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Eichenprozessionsspinner im Stadtwald: Was Besucherinnen und Besucher jetzt wissen müssen

Hardtwald An verschiedenen Stellen im Stadtwald Karlsruhe können derzeit vereinzelt Nester des Eichenprozessionsspinners gefunden werden. © UA

An verschiedenen Stellen im Stadtwald Karlsruhe können derzeit vereinzelt Nester des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) gefunden werden. Mittlerweile kommt diese Art in fast allen eichengeprägten Wäldern Mitteleuropas vor. Als Lebensraum bevorzugt der Eichenprozessionsspinner besonnte Waldränder und Einzelbäume an Wegen und in lichteren Waldbereichen. Die Raupen dieses wärmeliebenden Nachtfalters sind an Eichen gebunden. Die sehr warmen und trockenen Frühjahrsbedingungen und der milde Winter haben die Entwicklung der Raupen stark begünstigt. 

Da Nester vereinzelt auch in der Nähe von Erholungseinrichtungen vorkommen können, informiert das Forstamt der Stadt Karlsruhe die Bevölkerung und Waldbesuchende über den richtigen Umgang mit den Vorkommen des Eichenprozessionsspinners.

Warnhinweise vor Ort an sensiblen Punkten

Das Forstamt überwacht die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners und den Befall der Eichen seit Jahren stichprobenartig und besonders an stark frequentierten Erholungseinrichtungen. An diesen Erholungseinrichtungen mit Vorkommen der Raupen des Eichenprozessionsspinners wurden daher von Seiten des Forstamtes bereits deutlich sichtbare Hinweisschilder angebracht, um Besucherinnen und Besucher zu sensibilisieren. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, die ausgewiesenen Wege im Wald nicht zu verlassen und einen großen Bogen um befallene Eichen zu machen.

Aktuelle Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner

Zum Schutz der Bevölkerung setzt das Forstamt derzeit auf Aufklärung, Informationskampagnen und Warnhinweise.

Welche Bekämpfungsmaßnahmen möglich sind, hängt vom Entwicklungsstand der Raupen und dem Umfang des Befalls ab. Vorbeugende Behandlungen sind nur in frühen Larvenstadien wirksam. Bei fortgeschrittenem geringem Befall, wie aktuell, kommen lediglich mechanische Verfahren wie das Absaugen der Nester infrage. Diese sind jedoch nur bei einzelnen Bäumen praktikabel und für größere Waldbestände weder geeignet noch nachhaltig wirksam.

Natur hilft sich auch selbst – natürliche Fressfeinde

Trotz seiner wirksamen Schutzmechanismen hat der Eichenprozessionsspinner natürliche Feinde. Dazu zählen insektenfressende Vögel wie Kuckuck und Meisen, Fledermäuse sowie räuberische Käfer. Auch bestimmte Pilze können den Schädling befallen und abtöten und tragen so zur natürlichen Regulierung seiner Bestände bei.

Gesundheitsschutz

In den ersten beiden Larvenstadien geht vom Eichenprozessionsspinner noch keine Gefahr aus. Ab dem dritten Stadium bilden die Raupen jedoch feine Brennhaare aus, die zwischen Mai und Juli die größte Gesundheitsgefahr darstellen. Diese winzigen Haare können Hautreizungen und andere Beschwerden auslösen und bei warmer Witterung durch den Wind auch über größere Entfernungen verbreitet werden.

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können Hautreizungen, juckende Ausschläge sowie Beschwerden an Augen und Atemwegen verursachen. Wie stark die Reaktion ausfällt, ist individuell unterschiedlich und hängt vor allem von der Menge der aufgenommenen Brennhaare ab.

Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen

Sollte es zu einem Kontakt gekommen sein, gelten folgende Sofortmaßnahmen:

  • Betroffene Stellen gründlich mit Wasser spülen und kühlen – nicht reiben oder kratzen!
  • Kleidung nach Möglichkeit noch im Freien wechseln und möglichst über 60 °C waschen. Schuhe mit Wasser spülen.
  • Gründlich duschen und die Haare intensiv waschen.
  • Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte eine Hausärztin oder einen Hausarzt aufgesucht werden.
  • Bei schweren allergischen oder anaphylaktischen Symptomen Notärztin bzw. Notarzt verständigen.

Das Forstamt der Stadt Karlsruhe bittet alle Waldbesuchenden um erhöhte Aufmerksamkeit und die Beachtung der angebrachten Hinweise. Der Eichenprozessionsspinner gehört mittlerweile zu den natürlichen Gefahren im Wald, auf die sich Erholungssuchende leider einstellen müssen. Ein flächendeckendes Freihalten der Wälder von diesem Insekt ist weder praktisch umsetzbar noch ökologisch sinnvoll. Umso wichtiger sind ein verantwortungsvoller Umgang und das Meiden befallener Bereiche.

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