Im Modell SKiBB – dem „Schulkind-, Bildungs- und Betreuungssystem – wird die tägliche Betreuungszeit für künftige Erstklässler ab dem kommenden Schuljahr 2026/27 auf den Zeitraum von 7:30 bis 16:30 Uhr schultäglich festgelegt. Das hat der Gemeinderat in seiner Januar-Sitzung einstimmig beschlossen. Das Gremium folgte damit den Empfehlungen der „Arbeitsgemeinschaft Pädagogisches Konzept“ sowie des Haupt- und Finanzausschusses.
Bereits im Dezember hatte der Gemeinderat entschieden, die Betreuungszeit im Modell „SKiBB“ temporär auf täglich neun Stunden festzulegen. Offen war, ob vom bisherigen zehnstündigen Konzept am Morgen oder am Nachmittag eine Stunde gekürzt werden soll. Da Eltern die Frühbetreuung stärker in Anspruch nehmen, haben sich die Gremien nun für die Streichung am Nachmittag ausgesprochen. Hintergrund der Reduzierung der Betreuungszeiten ist die Konsolidierung des städtischen Haushalts; eine Streichung der Ergänzenden Betreuung konnte so verhindert werden.
Sozialbürgermeisterin Yvette Melchien betonte in der Gemeinderatssitzung erneut, dass die Stadt am Ziel einer zehnstündigen Betreuung festhalten wolle. Das Schuljahr 2026/27 gilt als Übergangsjahr, für das die Entgelte für die einzelnen Module und die Ferienbetreuung angepasst wurden – auch hier votierte der Gemeinderat mehrheitlich bei zwei Enthaltungen für die neue Entgeltstruktur.
Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es?
In Karlsruhe gibt es Ganztagsgrundschulen und Halbtagsgrundschulen. Während der Schulzeit sind die Kinder im Unterricht betreut. Außerhalb des Unterrichts können Eltern ihre Kinder zur Betreuung im sogenannten „Modularen System“ anmelden. Folgende Module sind vorgesehen: Vor Unterrichtsbeginn (Modul 1: 7:30 bis 8:30 Uhr), Betreuung am Mittag (Modul 2: 12 bis 14 Uhr) und nach Unterrichtsende (Modul 3: 14 bis 16:30 Uhr); Modul 3 ist für Kinder im Halbtag an einer Ganztagsgrundschule nicht buchbar. Für Kinder im Ganztag an einer Ganztagsgrundschule gibt es noch das Modul 4 mit einer Betreuungszeit von 16 bis 16:30 Uhr (Montag bis Donnerstag) sowie 14 bis 16:30 Uhr (am Freitag). Für die Schulferien kann wochenweise ein Ferienmodul gebucht werden.
Was kosten die Betreuungsformen?
Die Module 1, 2, 3 und 4 kosten jeweils 50 Euro. Mittagessen wird mit 77 Euro berechnet, eine Ferienwoche mit 100 Euro. Da seitens des Landes Baden-Württemberg verbindliche Verwaltungsvorschriften ausstehen, ist eine Neuberechnung der Elternentgelte aktuell noch nicht möglich. Daher ist die von der Verwaltung vorgestellte Variante eine Übergangslösung.
Was ist mit Kindern der Klassenstufen 2 bis 4?
Für Kinder der zweiten bis vierten Klassenstufen gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung noch nicht. Die Stadt bietet diesen Kindern jedoch hinsichtlich ihrer Betreuung Bestandsschutz. Dies bedeutet, dass der Betreuungsumfang aus dem laufenden Schuljahr 2024/2025 erhalten bleibt und die Eltern dadurch Planungssicherheit haben.
Wie wurde das Thema im Gemeinderat diskutiert?
Iris Sardarabady (Grüne) lobte den Umgang der Stadtverwaltung mit dem komplexen Thema als „agil und zielorientiert“ und bekräftigte die Forderung ihrer Fraktion, am Ziel einer zehnstündigen Betreuung festzuhalten. „Wir müssen Eltern Sicherheit geben“, erklärte Bettina Meier-Augenstein (CDU). Sie sehe noch große Probleme hinsichtlich Personalkapazität und Räumlichkeiten. Den weiteren Prozess wolle die CDU „engmaschig begleiten“, so Meier-Augenstein. Melis Schmid (SPD) forderte mit Blick auf die Entgeltstruktur, dass die Betreuung bezahlbar bleiben müsse. Oliver Schnell (AfD) signalisierte Unterstützung für den Verwaltungsvorschlag. Sonja Döring (KAL) forderte, zu gegebener Zeit „nachjustieren“ zu können, etwa beim Thema flexible Abholzeiten. „Viele Eltern sind unendlich dankbar für die Flexibilität“, lobte FÜR-Stadtrat Friedemann Kalmbach auch im Namen der Fraktion der FW/FDP das von der Verwaltung erarbeitete Gesamtpaket. -jd-