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Die Ortsverwaltung Grötzingen ist eine örtliche und bürgernahe Verwaltung mit der Aufgabe, die Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteils zu bearbeiten und darüber hinaus allgemein zu beraten. Ortsvorsteher Jens Jägle leitet die Ortsverwaltung.
Liebe Grötzingerinnen und Grötzinger,
liebe Besucherinnen und Besucher,
mit seinem historischen Charme am Eingang in das romantische Pfinztal bietet Grötzingen über 9.000 Menschen ein attraktives Zuhause in einer starken Gemeinschaft. Als heutiger Stadtteil Karlsruhes mit einer über 1.000-jährigen Geschichte vereint Grötzingen seinen dörflichen Charakter mit urbaner Lebensqualität und bietet allen, die Ruhe suchen, in den umliegenden Erholungsgebieten eine Zuflucht inmitten idyllischer Natur.
Wir leben in einem Grötzingen, das von seiner ausgeprägten Vereinsstruktur sowie einem großen Maß an bürgerschaftlichem Engagement getragen wird. Dieses Miteinander wird in Grötzingen im Ehrenamt, durch viele unterschiedliche Freizeitmöglichkeiten und bei den beliebten Veranstaltungen im Ort spürbar und erlebbar.
Als badisches Malerdorf und historische Künstlerkolonie ist Grötzingen zudem im Besitz einer Strahlkraft, die weit über die Grenzen der Region hinausgeht. Das reiche kulturelle Erbe wird mit Stolz bewahrt und in die Gegenwart fortgelebt. Das heutige Grötzingen ist nach wie vor Heimat und Werkstatt zahlreicher Kulturschaffender, deren Werke an vielen Stellen im Ort sichtbar sind.
Als Ortsvorsteher ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass die Entwicklungen in Grötzingen im Einklang mit dessen Identität stehen. Wir sind gut beraten, mit dem Fortschritt der Zeit zu gehen ohne zugleich die Traditionen der Vergangenheit zu vernachlässigen. Ich lade Sie herzlich ein, diese Entwicklung aktiv gemeinsam mit dem Ortschaftsrat, der Ortsverwaltung Grötzingen sowie der Stadtverwaltung Karlsruhe zu gestalten.
Ihre Ideen und Anregungen sind ebenso herzlich willkommen wie Ihre sachdienliche Kritik. Zögern Sie bitte nicht, mich oder die Mitarbeitenden der Ortsverwaltung jederzeit anzusprechen.
Herzliche Grüße
Jens Jägle
Ortsvorsteher
Laut Hauptsatzung wird ein Gemeindebeamter oder eine Gemeindebeamtin zum hauptamtlichen Ortsvorsteher beziehungsweise Ortsvorsteherin bestellt.
In Grötzingen hat Jens Jägle ab März 2025 das Amt des Ortsvorsteher inne. Er ist der Vorsitzende des Ortschaftsrats ohne Stimmrecht und Leiter der Ortsverwaltung. Er ist auf Zeit ernannt. Die Amtszeit endet mit der der Ortschaftsräte.
Er vertritt den Oberbürgermeister ständig in der Leitung der örtlichen Verwaltung. Er hat das Recht zur Teilnahme an den Verhandlungen des Gemeinderats der Stadt Karlsruhe beziehungsweise der Ausschüsse.
Grötzingerinnen und Grötzinger können direkt bei der Ortsverwaltung Behördengänge erledigen, sei es einen Personalausweis zu beantragen oder eine Eheschließung anzumelden. Wir helfen gerne weiter.
Zentrale Anlaufstelle für Angelegenheiten im Pass-/Meldewesen sowie für Kfz-Dienstleistungen ist das Bürgerbüro Grötzingen.
Dienstleistungen des Bürgerbüros können nur nach vorheriger Terminvereinbarung erbracht werden. Terminvereinbarungen sind möglich:
Die Ortsverwaltung optimiert den Bürgerservice durch erweiterte Öffnungszeiten.
Ab 1. Februar 2025 können Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen im Standesamt, Bürgerbüro und Infopoint noch flexibler erledigen. Alle drei Serviceangebote befinden sich im Fachwerkrathaus.
Infopoint:
Der Infopoint steht Bürgerinnen und Bürgern ohne Termin als erste Anlaufstelle zur Verfügung.
Kontakt: infopoint(at)groetzingen.karlsruhe.de | 0721 133-7610
Bürgerbüro:
Die Abholung von Ausweisdokumenten ist ohne Termin möglich. Für alle anderen Dienstleistungen bittet die Ortsverwaltung um vorherige Terminvereinbarung. Termine können per E-Mail, telefonisch, über die Karlsruhe-App oder online unter www.karlsruhe.de/terminvereinbarung vereinbart werden.
Kontakt: buergerbuero(at)groetzingen.karlsruhe.de | 0721 133-7628 (Anrufbeantworter)
Standesamt:
Für standesamtliche Anliegen wird ebenfalls um Terminvereinbarung gebeten.
Kontakt: standesamt(at)groetzingen.karlsruhe.de | 0721 133-7614 oder -7613
Die Ortsverwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger ohne Termin im Bürgerbüro oder Standesamt um Verständnis, dass in solchen Fällen möglicherweise längere Wartezeiten oder ein erneuter Besuch erforderlich sein können.
In erster Linie finden Trauungen im Bürgersaal des Rathauses statt (kostenfrei). Der Raum bietet Platz für bis zu 80 Personen. Darüber hinaus werden auch Trauungen im Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen, Niddastraße 9, angeboten (entgeltpflichtig).
Das Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen ist barrierefrei. Durch die Verwendung von viel Holz, haben alle Räume eine warme, einladende Atmosphäre. Im Niddaraum finden 80 Personen und im Augustaraum bis zu 40 Personen Platz. Im Saal bieten wir Hochzeiten für große Gesellschaften ab 100 Personen an.
Weitere Informationen erhalten Interessierte unter den Rufnummern:
0721 133-7613 oder 0721 133-7614
Der Ort Grötzingen ist älter als seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 991. Der Name "Grezzingen" taucht erstmals im Lagerbuch des Klosters Weißenburg auf. Dieses belegt auch eine Sozialstruktur, die Grundherren, zweierlei Hörige und Knechte und Mägde umfaßte. Das Leben der folgenden Jahrhunderte prägte die Dreifelderwirtschaft und die Abhängigkeit von einem Landesherren, dem gegenüber man zins- und fronpflichtig war. Die Dorfherren wechselten jedoch: um 1100 waren es die Herren von Hohenberg, die auf dem Turmberg saßen, dazu kamen die Kloster Gottesaue, Herrenalb und Lichtental und später die Grafen von Grötzingen, die im 13. Jahrhundert von den badischen Markgrafen abgelöst wurden. Das bäuerliche Leben charakterisierte die Dreifelderwirtschaft, Viehhaltung und der Weinanbau. Die Besiedlung umliegender Ortschaften wie Hagsfeld und Durlach erfolgte von Grötzingen aus.
Es gibt keine Belege dafür, dass sich die Bevölkerung Grötzingens am Bauernkrieg des 16. Jahrhunderts beteiligte, dennoch ist zu vermuten, dass sie in die Aufstände des Bundschuhs hineingezogen wurden. 1556 wechselte Grötzingen auf Befehl des Landesherrn Markgraf Karl II. von Baden-Durlach zum protestantischen Glauben über. Die mit der Reformation verbundenen Änderungen der Herrschaftsstruktur verlangte von der Dorfbevölkerung eine Neuorganisation ihres Zusammenlebens: eine gewisse Eigenständigkeit ermöglichte den Aufbau einer Dorfverwaltung. Um 1600 war Grötzingen ein wohlhabendes Dorf, dessen Felder und Rebberge reiche Ernte brachten und dessen Höfe und Gebäude von einem geordneten Gemeinwesen berichteten. All dies wurde im 17. Jahrhundert zerstört, der Dreißigjährige Krieg, die Pest und weitere Kriege brachten Grötzingen und seinen Menschen Elend und Armut.
Die markgräfliche Wirtschaftsförderung bestand aus der Förderung von Gewerbe und den ersten Anfängen der Industrie und der Verbesserung der Landwirtschaft. 1778 wurde eine Krappfabrik in Grötzingen angesiedelt, in der Viehhaltung wurde die Stallfütterung mühsam durchgesetzt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte man die Fruchtwechselwirtschaft ein, die die bislang als Weideland genutzte Brache zugunsten der Bebauung mit Klee, Kartoffeln, Dickrüben, Zuckerrüben, Krapp, Raps, Mohn und Tabak abschaffte. Zur Förderung der Wirtschaft gehörte auch die Durchführung von Vieh- und Krämermärkten. Nach der Wende zum 18. Jahrhundert beherbergte die Augustenburg einige Jahrzenhnte lang einen fürstlichen Haushalt, nach dem Tod der Markgräfin Augusta Maria im Jahr 1728 verlor sie ihre Bedeutung als fürstliche Wohnung. Das Verschwinden des Hofes läutete den langsamen wirtschaftlichen und kulturellen Abstieg Grötzingens im 18. Jahrhundert ein. Im Spanischen, im Polnischen und im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde der Südwesten Deutschland jedesmal zum Durchmarschgebiet und das Pfinztal zur Heerstraße. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte die Gemeinde einen mühsamen Neuanfang. Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg war in Grötzingen eine jüdische Gemeinde entstanden, 1797 lebten dort 23 Erwachsene, 27 Kinder und neun Dienstboten jüdischen Glaubens, 1798 wurde die sehr einfache Synagoge fertiggestellt.
Das 19. Jahrhundert brachte die endgültige Auflösung traditioneller Strukturen, die Emanzipation der Bauern und auch der Juden. 1783 war in Baden die Leibeigenschaft abgeschafft worden, die Kriege gegen das revolutionäre und napoleonische Frankreich brachten neben allem Elend auch einen großen Modernisierungsschub nach Baden. Der moderne Verwaltungsstaat wurde geschaffen, die Abschaffung von Fronen und Zehnten ging mit der Umstellung von Naturalleistungen zur Geldwirtschaft einher. Die Gemeindereform von 1831 brachte eine innergemeindliche Demokratisierung mit sich.
Die große Massenarmut seit Ende der Napoleonischen Kriege resultierte in einer Auswanderungswelle, die seit Mitte der 1840er Jahre viele Grötzingerinnen und Grötzinger erfasste. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wanderten über 200 Menschen aus, die meisten nach Amerika. Im Revolutionsjahr 1849 setzte sich auch die Grötzinger Volkswehr für Demokratie und Freiheit ein. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Grötzingen an das in Deutschland entstehende Eisenbahnnetz angeschlossen. Die neue Mobilität förderte den Wandel vom Bauerndorf zur Arbeiterwohngemeinde, in der die Landwirtschaft nur noch dem Nebenerwerb diente. Die Industrialisierung veränderte das Leben der Dorfbewohner grundlegend, es wurde bürgerlich und städtisch. Kultur- und Sportvereine und Ortsvereine politischer Parteien wurden gegründet. In den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg änderte das Dorfbild sein Äußeres, mit der wachsenden Bevölkerungszahl und der Ansiedlung von Industrie wurde die Erschließung neuer Baugebiete notwendig.
Während des Ersten Weltkriegs fielen 153 Grötzinger. Trotz aller politischen Erschütterungen zeichnete sich das dörfliche Leben in den ersten Jahren nach Kriegsende durch Kontinuität aus, die Bevölkerung lebte weiterhin zu 80 Prozent von der Industrie, die Landwirtschaft spielte aber im Alltag immer noch eine Rolle. Im Arbeiterdorf Grötzingen war in der Zeit der Weimarer Republik die Arbeitslosigkeit hoch. Ende 1929 wurde die Grötzinger Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei gegründet, nach der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler hielten Terror und Gewalt im Dorf Einzug. Die jüdische Gemeinde Grötzingens wurde vernichtet, im Zweiten Weltkrieg wurden 24 Prozent des Dorfes durch Luftangriffe zerstört, und 236 Grötzinger fielen oder sind vermisst.
Der Wiederaufbau war schwierig, Lebensmittelknappheit und Wohnungsnot wurden durch Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Osten verschärft. In den 1950er Jahren wuchs das Dorf über seine jahrhundertealten Grenzen hinaus. Mitte der 1960er Jahre waren die schlimmsten Wiederaufbauprobleme gelöst, und Grötzingen konnte damit beginnen die Infrastruktur der Gemeinde zu verbessern und ihren Wohnwert zu erhöhen. 1974 wurde Grötzingen durch Eingemeindung zu einem Stadtteil Karlsruhes, 1991 feierte Grötzingen die 1.000-Jahrfeier seiner ersten urkundlichen Erwähnung.
Aus: Susanne Asche, Eintausend Jahre Grötzingen. Die Geschichte eines Dorfes. Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Band 13, Karlsruhe 1991.