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Spielplätze zukunftsfähig gestalten

Gemeinderat votiert für Rückbau der ersten 20 Spielplätze, um Qualität des übrigen Angebots zu erhalten

Lindenplatz Kaum zu sehen, sind die Spielgeräte auf dem Lindenplatz. Die einzelnen Drehgeräte werden wenig bespielt. Nach deren Rückbau könnte der gesamte Platz genutzt werden. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

„Hmm, lecker - Sandkuchen“, „Komm‘ da sofort runter“ und „Nein, nicht in den Mund nehmen“: Spielplätze bereichern schon immer das Leben in Karlsruhe. Über dreihundert sind es bisweilen. Um den Großteil davon auch in Zukunft erhalten zu können, muss die Stadt sich in den nächsten fünf Jahren von 80 Spielflächen trennen – so ein Beschluss im Zuge der Haushaltsberatungen. Das Gartenbauamt hat dem Gemeinderat jetzt eine Liste mit den ersten 20 Standorten vorgelegt. Die Auswahl erfolgte nach mehreren Kriterien, etwa erhöhter Reparatur- und Sanierungsaufwand, wie gut der Spielplatz angenommen wird und ob andere Spielflächen in der Nähe sind. Abgebaute, noch intakte Spielgeräte werden auf anderen Spielplätzen weiterverwendet. Die freiwerdenden Flächen sollen zu öffentlichen Grünflächen werden.

„Wir müssen die verbleibenden Spielplätze sichern und instandhalten“, so Jorinda Fahringer (GRÜNE). Trotz des Rückbaus habe die Stadt im Landesvergleich ein gutes Angebot.

„Wir haben eine wahnsinnig hohe Spielplatzdichte in Karlsruhe – die höchste in den Großstädten des Landes“, betonte Bettina Meier-Augenstein (CDU). Daran werde der Beschluss nichts ändern.

So sah es auch Elke Ernemann (SPD): „Attraktive Spielplätze gibt es fußläufig überall.“ Auch habe im Rahmen der Anhörungen kein Ortschaftsrat dem Plan widersprochen – „weil es Sinn macht“.

Dr. Paul Schmidt (AfD) begrüßte, dass die Entscheidung über den Spielplatz Albgrün/Theodor-Söhner-Weg zunächst zurückgestellt wurde. Außerdem wollte er noch zwei weitere Spielplätze erhalten wissen, was der Rat ablehnte.

Blick auf den Spieplatz am Oberbühlweg in Grötzingen.

Auch Thomas Hock (FDP) fand es gut, „den wichtigen Spielplatz da rauszunehmen“. Aufgrund der sehr guten Vorbereitung durch das Gartenbauamt sei es leicht gefallen, die Entscheidung mitzugehen.

Kaputte Wipptiere abzubauen sei ok, befand Adina Geißinger (Volt).  

Sparen an dieser Stelle sei nicht leicht, dennoch sei das Angebot an Spielplätzen in Karlsruhe immer noch überdurchschnittlich, urteilte Michael Haug (KAL).

„Wir nehmen nicht nur etwas weg, sondern wir geben auch etwas“, betonte Friedemann Kalmbach (FÜR) mit Blick auf die freiwerdenden Flächen. Darauf könne genauso „Urban Gardening“ stattfinden wie auch Blüh- oder Biodiversitäts-Patenschaften, so die Stellungnahme der Verwaltung auf seinen Antrag.

Blick auf die Spielfläche am Alte Bach in Hagsfeld.

Einzig Die Linke stimmte gegen den Rückbau der Spielplätze. Dies stehe nicht im Verhältnis zu den Konsequenzen, so Tanja Kaufmann.

„Die nächsten 60 werden nicht so schlecht sein, das wird noch wehtun“, blickte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup auf die noch ausstehenden Rückbau-Tranchen. Die Alternative sei, irgendwann Spielplätze absperren zu müssen, weil sie nicht mehr nutzbar seien. -has-

Übersichtsplan über den geplanten Rückbau von Spielplätzen

Dieser Beitrag gehört zur StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

 

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung

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