Die Aufstellung des Doppelhaushalts für die Jahre 2026 und 2027 werde das zentrale Thema des kommenden Herbstes sein, erklärte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup auf seiner Sommer-Pressekonferenz am vergangenen Freitag. Mentrup resümierte, dass entgegen der ursprünglichen Planungen bereits 50 Millionen im laufenden Haushaltsjahr eingespart werden mussten. Um den genehmigungsfähigen Haushaltsrahmen einzuhalten, hatte die Stadt erstmals in ihrer Geschichte eine Haushaltssperre verhängen müssen.
Mentrup äußerte nun die Befürchtung, dass sich die Prognosen für 2026 und 2027 weiter verschlechtern könnten. Statt der bisher vorgesehenen Einsparungen von 80 Millionen Euro könnten je nach Steuerschätzung im Oktober zusätzliche Mittel in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro eingespart werden müssen. Daher Mentrups Appell: „Wenn es für bestimmte Angebote freiwilliger Art jetzt kein verstärktes Engagement aus der Bürgerschaft und der Wirtschaft gibt, werden wir uns damit abfinden müssen, dass es bestimmte Qualitäten im Kulturprogramm, in der sozialen Infrastruktur, aber auch bei den Dienstleistungen der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr geben wird.“ All dies werde im Herbst zu emotionalen und schwierigen Diskussionen führen, so der Rathauschef weiter.
Ein Lichtblick sei, dass die Stadthalle als Herzstück des Kongresszentrums nach umfangreicher Sanierung zum Jahreswechsel wieder in den Betrieb genommen werde. Dies sei ein gewichtiger Schritt nach vorne. „Wir erwarten eine weitere Steigerung der Übernachtungszahlungen und Verbesserung des Images sowie eine Stärkung des Standorts Karlsruhe“, freut sich Mentrup.
Pünktlich zum Stadtfest Ende Oktober soll auch der erste Bauabschnitt der Kaiserstraße in der Karlsruher Innenstadt komplett fertiggestellt sein. Die Resonanz auf den bereits fertigen Bereich sei „außerordentlich positiv“. „Dies ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Attraktivität in Karlsruhe“, betonte Mentrup, der einräumte, dass es für alle Beteiligten sehr anstrengend war. Nach dem Stadtfest gehe es mit dem zweiten Bauabschnitt parallel in Richtung Osten zum Berliner Platz sowie in Richtung Westen zum Europaplatz weiter.
Neu in diesem Jahr ist die Veranstaltung „Der Ball“: „Wir wollen die verschiedenen Ballkulturen, die teilweise verloren gegangen sind, wie etwa KIT-Ball oder Opernball sowie andere Bälle zusammenführen.“ Es gebe ein Bedürfnis, zusammen zu kommen und sich auszutauschen. Mentrup hofft, damit „eine kleine Tradition“ aufbauen zu können. Geplant sei, den Ball alle zwei Jahre zu veranstalten.