In der ersten Sitzung nach der Sommerpause erhielt der Gemeinderat den jüngsten Beteiligungsbericht. Dieser liefert eine Übersicht über die Entwicklungen im „Konzern Stadt Karlsruhe“ und zeigt die wirtschaftliche Lage der städtischen Beteiligungen.
Eine gute Nachricht zu Beginn: Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten investieren die kommunalen Unternehmen – 2024 rund 552 Millionen Euro – was Finanzdezernentin Gabriele Luczak-Schwarz positiv hervorhob. Bei der Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH) wurde das Jahresergebnis zwar gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert (-61,2 Millionen nach -68,3 Millionen Euro), die strukturellen Herausforderungen im Bereich Mobilität bleiben jedoch bestehen. Ohne zusätzliche Unterstützung von Bund und Land könnten weitere Fehlbeträge entstehen. Das Städtische Klinikum Karlsruhe gGmbH steht unter wirtschaftlichem Druck, insbesondere wegen unklarer gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen. Ohne umfassende Finanzierungsreformen sind auch künftig Zuschüsse notwendig. Die Heimstiftung Karlsruhe musste trotz hoher Belegungsquoten einen Fehlbetrag von rund 1,9 Millionen Euro ausweisen, hauptsächlich durch gestiegene Personalkosten und unzureichende Refinanzierung durch Kostenträger. Auch der Eigenbetrieb Team Sauberes Karlsruhe rechnet mit einem Fehlbetrag von 16,8 Millionen Euro. Zur Deckung der Kosten wurden die
Gebühren für Restmüll erhöht.
Volkswohnung und Messe Karlsruhe stabil
Die Volkswohnung (Vowo) zeigt hingegen eine stabile wirtschaftliche Lage. 2024 wurden 286 neue Mietwohnungen fertiggestellt; bis Ende 2026 sind weitere 464 Einheiten geplant. Positiv zeigt sich auch der Abschluss der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK): Die KMK verzeichnete 2024 im Bereich Kongress und Kultur den höchsten Umsatz ihrer Unternehmensgeschichte.
Der Jahresfehlbetrag fiel mit – 13,4 Millionen Euro geringer aus als erwartet.
Frauenanteil in der ersten Führungsebene leicht gestiegen
Der Bericht weist auch auf soziale Entwicklungen in den Unternehmen hin: So haben im Jahr 2024 einige Gesellschaften erneut nicht die vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent für Menschen mit Behinderungen erreicht. Der Anteil von Frauen in der ersten Führungsebene stieg 2024 auf rund 28 Prozent – neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. In den darunterliegenden Führungsebenen blieb der Frauenanteil mit etwa 45 Prozent in der zweiten Ebene und 26 Prozent in der dritten Ebene konstant.