Leo will ein Mädchen sein und erzählt der Familie, dass sie ab jetzt Jennifer heißt – ein schöner Name, der nun endlich passt, denn „falsche Namen haben nur Spione und Heiratsschwindler“. Eltern und Großeltern sind geschockt, aber ihre Freunde stehen hinter ihr – und der Katze ist’s sowieso gleich. Mit dem Theaterstück „Der Katze ist es ganz egal“ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Franz Orghandl eröffneten am Dienstag die Kinderliteraturtage in Karlsruhe (KliK) unter dem Motto: „that’s me!“ im Jungen Staatstheater.
„Verschiedenheit ist eine gute Sache“, das sei die zentrale Botschaft, erklärte Bürgermeister Dr. Albert Käuflein. Noch bis zum 25. Juli stehen Familienkonstellationen, Identitäten sowie der Umgang mit schwierigen Themen wie Gewalt und Flucht im Fokus der mittlerweile 11. Ausgabe. Die Veranstaltungsreihe, die alle zwei Jahre stattfindet, bietet Lesungen und Workshops in Schulen an, damit Autorinnen und Autoren mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen können. Ein Höhepunkt, die Verleihung des Prosapreises „JuLi/Junge Literatur“ an junge Menschen im Alter von 15 bis 21 Jahren, fand bereits am gestrigen Donnerstag in der Literarischen Gesellschaft im Prinz-Max-Palais statt. 2025 lautete das Thema – passenderweise – „Ich“.
Vielseitiges Programm
Öffentlich wird bis zum Abschluss von KLiK noch einiges geboten: Am 2. Juli liest Stefanie Höfler im Prinz-Max-Palais aus „Feuerwanzen lügen nicht“, einem Roman über die Suche des Protagonisten Nits nach dem geheimnisvollen Leben seines besten Freundes Mischa. Am 4. Juli folgt dort Anna Dimitrova mit „Kanak Kids“, das die Geschichte von Dessi erzählt, die zwischen zwei Identitäten in ihrem multikulturellen Umfeld hin- und hergerissen ist. Ebenfalls am 4. Juli findet im Gemeindesaal St. Nikolaus ein Theaterprojekt zu Rollenbildern statt. Am 5. Juli zeigt das Marotte-Figurentheater „Der kleine Eisbär“, und im Prinz-Max-Palais dürfen sich 12- bis 16-Jährige am Manga-Zeichnen ausprobieren.
Zum Abschluss von KLiK liest Christina Korzen am 25. Juli in der Städtischen Galerie aus „Der Katze ist es ganz egal“ vor – jenem Buch, das bereits als Theaterstück den Auftakt der Veranstaltung bildete. Die Geschichte von Protagonistin Jennifer verdeutlicht exemplarisch das diesjährige Motto, so sagt sie selbst: „Ich bin niemand anderes als früher, nur dass ich einer Verwechslung auf die Spur gekommen bin.“