Kinder stärken, ihre eigenen Grenzen aufzeigen und sie so vor sexualisierter Gewalt schützen – das ist Ziel des „Echte Schätze! Präventionsprogramms“ und der „Starke Kinder Kiste“. In der Kiste sind verschiedene Materialien enthalten, mit denen Kinder spielerisch ihren eigenen Körper entdecken und sich mit den eigenen Grenzen und Gefühlen vertraut machen können. Eine dieser roten Kisten ist nun an die drei städtischen Kindertagesstätten Egon-Eiermann-Allee, Lassallestraße und Thomas-Mann-Straße übergeben worden.
Ein Projekt der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel
Das Projekt wurde von der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel in Kooperation mit dem Petze Institut initiiert. Jerome Braun, Geschäftsführer von Hänsel+Gretel, sagte bei der Übergabe: „Mit den Inhalten dieser Kiste werden sechs wichtige Präventionsmechanismen vermittelt.“ So gehe es um Themen wie gute und schlechte Geheimnisse, Berührungen und Nein-Sagen. Die Inhalte richten sich an fünf- bis sechsjährige Kinder. Auch die Eltern werden unter anderem durch einen Elternabend mit einbezogen. Martina Mohr, Leiterin der Kita Lassallestraße, betonte: "Wir haben das Bestreben, Kinder von Anfang an in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken."
Denn, so unterstrich auch Braun: "Häufig beginnt sexueller Missbrauch schon im Vorschulalter. Deshalb ist es wichtig, Kinder so früh wie möglich zu informieren und starkzumachen. Kitas sind neben der Familie die erste Sozialisationsinstanz und sehr gut geeignet, den Schutz vor sexueller und körperlicher Gewalt an Kindern zu verbessern."
Möglichst viele Kinder sollen erreicht werden
An dem 2016 gestarteten Projekt beteiligen sich inzwischen 20 Kindertagesstätten in Karlsruhe mit elf Kisten. Deutschlandweit sind aktuell 466 Kisten im Einsatz. Ziel ist es, die Zahl bis 2029 zu verdoppeln. "Wir sind bestrebt, so viele wie möglich zu erreichen", erklärte Braun. Interessierte Kitas können sich für das Projekt bewerben. Dabei sollten sich drei bis fünf Einrichtungen zusammenschließen, die dann die Kiste untereinander weitergeben. Eine Schulung und ein Handbuch erläutern, wie mit den Materialien gearbeitet wird. Ungefähr sechs bis zehn Wochen verbleibt die Kiste in einer Kita, bevor sie an die nächste weitergereicht wird.
Die Finanzierung der Kiste an die städtischen Kitas wurde vom Internationalen Frauenclub Karlsruhe durch Erlöse des Pfennigbasars übernommen. Annerose Lauterwasser, Mitglied im Spendenausschuss des Internationalen Frauenclubs, sagte: "Wir finden den Ansatz gut, möglichst früh mit der Prävention zu beginnen." -gia-