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Hängepartie bei den Parkgebühren

"Nein" zur Brötchentaste bekräftigt / Keine Preisanpassung in den Parkhäusern

geparkte Autos am Straßenrand geparkte Autos am Straßenrand © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

"Ich bin erstaunt über die Emotionen, die ein großes Stück Blech hervorruft". Mit diesem Kommentar traf Anne Berghoff (Die Linke) den Nagel auf den Kopf. Sobald es um das Thema Parkplätze ging, nahmen die Debatten im Gemeinderat an Schärfe merklich zu. So sorgten die Parkgebühren nicht nur für teilweise kontroverse Diskussionen, sondern sogar für eine "Hängepartie": Während alle anderen Einsparvorschläge bis zum Ende der dreitägigen Beratungen vergangene Woche über die Bühne gingen, wurde der letzte Beschluss erst in der Sitzung am Montag nachgereicht. Hier ging es um die Gebühren für Parkscheinautomaten.

Nachdem die Verwaltung ursprünglich eine Verdoppelung der Preise auf acht Euro pro Stunde vorgeschlagen hatte, verständigte sich das Gremium nach zweimaliger Vertagung schließlich auf einen Kompromiss von sechs Euro pro Stunde. Mit der Zustimmung dazu wolle seine Fraktion "Übersprungseffekte", vermeiden, erklärte Aljoscha Löffler (Grüne), Autofahrerinnen und Autofahrer sollten nicht in angrenzende Wohngebiete ausweichen. Gleichzeitig knüpften die Grünen ihr "Ja" an die Bedingung, dass sowohl die Bewohnerparkzonen als auch die Parkraumbewirtschaftung weiter ausgedehnt wird. Beide Maßnahmen sollen ab 2027 umgesetzt werden, so die Zusage von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, und jeweils rund 800.000 Euro Mehreinnahmen in die städtischen Kassen spülen. Damit ließen sich die Mindererträge bei den Parkgebühren in Höhe von rund 2,65 Millionen Euro pro Jahr teilweise ausgleichen. Während die FDP/FW-Fraktion zähneknirschend die Beschluss mittrug, der ihr nach Aussage des Vorsitzenden Stefan Noé "extrem weh tut", stimmte die AfD als einzige Ratsfraktion dagegen. Oliver Schnell sprach von einem "bemerkenswert faulen Kompromiss" und einer "enormen Abzocke der Autofahrer". Zuvor war bereits ein Antrag der AfD auf eine nur 15-prozentige Erhöhung der Parkgebühren mit großer Mehrheit abgelehnt worden. 

Preise in Parkhäusern stabil

Nicht in die Verlängerung gingen hingegen die übrigen Abstimmungen zum Thema Parken. Neben den Gebühren für Bewohnerparkausweise beschäftigte sich der Gemeinderat mit zwei Anträgen, die beide keine Mehrheit fanden. Zum einen forderten die Grünen eine Anpassung auch bei den Preise in Parkhäusern, weil "die enormen Kosten hierfür durch die Einnahmen nicht gedeckt sind", so Stadtrat Christian Klinkhardt. Dem hielt Dr. Raphael Fechler (SPD) – ebenso wie Tilman Pfannkuch und Fabian Gaukel (Volt) – entgegen, dass "im Sinne eines Verdrängungswettbewerbs die Autos in Parkhäuser müssen", damit man den öffentlichen Raum autofrei genießen könne.

Kein "Zuckerle" für Handel

Zum anderen scheiterte ein Antrag der FDP/FW-Fraktion auf Wiedereinführung der "Brötchentaste" in Mühlburg und Durlach. Das hierbei vorgesehene halbstündige kostenlose Parken bezeichnete Stefan Noé als "einfaches Instrument der Wirtschaftsförderung", auch weil "der Einzelhandel in den B-Zentren massiv unter Druck steht". Unterstützung erhielt er von Andreas Kehrle (CDU), der ein "kleines Zuckerle für den Handel" spendieren wollte. Mit den Stimmen von Grünen, SPD, Die Linke, Volt und KAL wurde der Antrag jedoch abgelehnt.

Eingang des Parkhauses am Kronenplatz

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