Mit einem großen Mitmach-Programm und zahlreichen Info-Ständen lockten am Samstag Europatag sowie Energie- und Klimafestival Karlsruhe auf den Marktplatz. Musik, Quiz, Austausch und Talks zeigten, dass ein gemeinsames Europa alles andere als eine trockene Angelegenheit ist.
„Ein Grenzgebiet ist eine absolute Bereicherung. Gerade wir in Karlsruhe mit der Nähe zu Frankreich und dem Elsass erleben dies täglich“, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup in seiner Begrüßung beim Europatag am 9. Mai. Es liege noch gar nicht so lange zurück, dass Frankreich als Erbfeind gesehen wurde und die Elsässer im Laufe der Jahrzehnte mehrmals die Nationalität wechseln mussten. Wie groß der Wandel im Miteinander sei, zeige beispielsweise die Städtepartnerschaft mit Nancy, deren 70. Geburtstag sich 2025 jährte „und gebührend gefeiert wurde“, so Mentrup. Gemeinsam mit der lothringischen Jugendstil-Stadt habe man gar eine trinationale Städtekooperation mit dem ukrainischen Winnyzja ins Leben gerufen. Die Lobrede auf Europa bekräftige der Deutsch-Französische Chor Karlsruhe mit Beethovens „Ode an die Freude“, der offiziellen Europahymne. Das Badische Staatstheater feierte ebenso mit wie die Bürgerrechtsbewegung „Pulse of Europe“, die eine riesige Flagge mit den EU-Staaten auf dem Marktplatz ausbreitete.
An den Ständen herrschte derweil reger Austausch. Irene Schäfer von der deutsch-französischen PAMINA-VHS erläuterte die Kursprogramme. Ob gemeinsames Macaron-Backen im Elsass, Jugendstil und Neustadt in Straßburg entdecken, Kräuterwanderung in den Vogesen oder Schreibwerkstatt in Wissembourg – „hier lebt Europa auf einer Mikro-Ebene, hier kommen sich Franzosen und Deutsche näher“, so Schäfer. Direkt daneben setzte „Pulse of Europe“ ein Zeichen für die Zukunft Europas. Gerade in diesen Zeiten sei es wichtig, dass alle, denen Europa wichtig ist, aktiv werden.