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Schädlingsbekämpfer stehen in den Startlöchern

Stadt geht gegen invasive Arten vor

Tapinoma magnum breitet sich in der Region aus. Tapinoma magnum breitet sich in der Region aus. © Bellersheim

Karlsruhe hat invasiven Arten den Kampf angesagt: Mit einem neu eingestellten Schädlingsbekämpfer und einem weiteren Kollegen rückt die Stadt den Ameisenarten „Tapinoma magnum“ und „Lasius neglectus“ zu Leibe. Bei einem Pressegespräch wurde nun das geplante Vorgehen erläutert.

„Die Asiatische Hornisse und die Tapinoma magnum werden zunehmend problematisch in Karlsruhe“, sagte Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach. „Wir als Stadt nehmen die Entwicklung sehr ernst.“ Die Tiere verdrängen nicht nur heimische Ameisenarten, sondern verursachen Schäden an Bauwerken und Infrastruktur. Inzwischen gibt es in Karlsruhe acht Kolonien der Tapinoma magnum – zwei davon lassen sich sogar als sogenannte Superkolonien mit mehreren Millionen Tieren einstufen. Vor allem in Neureut haben sie sich über ganze Straßenzüge ausgebreitet. „Die Befallsgebiete wurden umfangreich untersucht und wir haben Karten erstellt“, erläuterte Karen Eßrich, Koordinatorin zur Bekämpfung der invasiven Ameisen beim Gartenbauamt. Aktuell wartet die Dienststelle noch auf die Auslieferung des Heißwasserdampfgerätes, das zur Bekämpfung eingesetzt wird. Damit wird bis zu 130 Grad heißer Wasserdampf unter die Gehwegplatten und die Erde geleitet, um die Ameisennester unterirdisch abzutöten. Das sei keine einmalige Aktion, erläuterte Schädlingsbekämpfer Maximilian Wierzewski. „Wir werden wöchentlich hinfahren.“ In Innenräumen wie den Neureuter Schulgebäuden werden Köder ausgebracht.

Doch im Alleingang könne die Stadt wenig ausrichten. „Wir können es nicht auf kommunaler Ebene alleine lösen. Wir sind auf die Unterstützung von Bund und Land angewiesen“, betonte Lisbach. Vor Ort müssten sich Privatleute an der Bekämpfung beteiligen. Das Gartenbauamt informiert Anwohnende in Befallsgebieten über das Vorgehen und stellt im Internet Leitfäden zur Identifizierung und Bekämpfung bereit. Bei stärkerem Befall rät Wierzewski, einen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen.

Auch Hornissen werden weiterhin bekämpft

Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist inzwischen ebenfalls beim Gartenbauamt angesiedelt. War bis 2025 ihre Bekämpfung nach Vorgaben der Europäischen Union noch Pflicht, hat sich die Art inzwischen soweit etabliert, dass dies nun nicht mehr der Fall ist. „Wir wollen sie aber trotzdem bekämpfen“, betonte Lisbach. Das bedeute allerdings auch, dass Privatleute sich selbst um die Entfernung von Nestern auf eigenen Grundstücken kümmern müssten. Die Stadt beschränke sich auf den öffentlichen Raum und konzentriere sich vor allem auf besonders kritische öffentliche Bereiche um Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen, erklärte die Erste Bürgermeisterin. Auch hier wird ein Heißwasserdampfverfahren angewendet.

Invasive Arten

Invasive Arten breiten sich stark aus und verursachen nachweislich ökologische, wirtschaftliche oder gesundheitliche Schäden, etwa durch Verdrängung heimischer Arten oder Veränderungen von Lebensräumen.

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