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„Den Männern besser einheizen!“: Luise Naumann warb für mehr politische Teilhabe von Frauen

Ihre politische Heimat fand Luise Naumann in der CDU. Ihre politische Heimat fand Luise Naumann in der CDU. © Stadtarchiv Karlsruhe

Vor 125 Jahren, am 19. Mai 1901, wurde Luise Karoline Duppler in Karlsruhe geboren. Sie studierte nach dem Besuch des Mädchengymnasiums Medizin in Heidelberg und Freiburg. Das Studium brach sie 1924 nach der Hochzeit mit dem Ministerialrat Erich Naumann ab, um sich fortan um ihre Familie mit drei Söhnen zu kümmern.

Als ihr Mann 1935 aufgrund seiner jüdischen Abstammung zwangsweise in den Ruhestand versetzt wurde, musste sie zum größten Teil für den Unterhalt der Familie sorgen. Ihre Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus veranlassten sie, sich nach dem Zweiten Weltkrieg politisch zu betätigen.

Als aktive Protestantin trat sie der CDU bei, die sich als politische Heimat für evangelische und katholische Christen anbot. 1948 übernahm sie den Vorsitz der CDU-Frauengruppe in Karlsruhe, 1950 in Nordbaden, zudem war sie Mitglied des CDU-Landesvorstands.

Von 1953 bis 1965 gehörte sie dem Gemeinderat an, ihre Arbeitsschwerpunkte waren hier das Krankenhaus- und Schulwesen. Aus eher konservativer Perspektive sah Naumann traditionell den Frauen zugeordnete Themen wie Schulen, Fürsorge oder Krankenhäuser auch als für Politikerinnen besonders geeignet.

Andererseits erkannte sie angesichts der wenigen Frauen in den Parlamenten, dass diese sich gegen die Vorherrschaft der Männer in den Parteien durchsetzen mussten. So forderte sie in einer Veranstaltung zum Landtagswahlkampf 1956 die Frauen auf: „Wählen Sie – und wählen Sie richtig. Aber danach entschließen Sie sich, einer Partei beizutreten, – dann werden wir das nächste Mal den Männern besser einheizen!“.

Luise Naumann war zudem 1948 an der Gründung der bis 1968 bestehenden Notverkaufsstelle beteiligt. Diese stellte Bedürftigen aus Trümmern geborgenen Hausrat zur Verfügung, später versorgte die Stelle diese mit preiswerter Kleidung. Luise Naumann erhielt für ihr Engagement 1969 das Bundesverdienstkreuz, 1974 verstarb sie. -vs-

Dies ist ein Beitrag der StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung.

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