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Bundesweiter Warntag am 10. September

Karlsruhe informiert über Warnsysteme und Anlaufstellen im Krisenfall

Eine Karte zeigt die Notfalltreffpunkte im Stadtgebiet. Eine Karte zeigt die Notfalltreffpunkte im Stadtgebiet. © Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Boris Burghardt

Der Bundesweite Warntag am heutigen Donnerstag stand auch in Karlsruhe im Zeichen der Erprobung und Weiterentwicklung der Bevölkerungswarnung. Bund, Länder und Kommunen testen an diesem Aktionstag gemeinsam ihre Warnsysteme und machen zugleich auf die Bedeutung von Warnung und Vorsorge aufmerksam.

Warnmittelmix in Karlsruhe

Im Stadtkreis Karlsruhe stehen 60 stationäre elektronische Sirenenanlagen für die Bevölkerungswarnung zur Verfügung. Die Anlagen verfügen über eine Batterie-Pufferung und können damit auch bei einem Ausfall der regulären Stromversorgung funktionsfähig bleiben.

Die Karlsruher Sirenen sind ein wichtiger Bestandteil des Warnmittelmixes. Ergänzend stehen unter anderem Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast, Rundfunk, die städtische Internetseite, Social-Media-Kanäle und Lautsprecherdurchsagen zur Verfügung. Seit dem vergangenen Warntag sind zudem rund 30 digitale Stadtinformationsanlagen an MoWaS angebunden und können für Warn- und Informationshinweise im öffentlichen Raum genutzt werden.

Der Leiter der Branddirektion, Florian Geldner, Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach und Jens Weber (Branddirektion, Bevölkerungsschutz) bei der Pressekonferenz zum Warntag 2026.

Der Warntag dient dabei nicht nur dem technischen Test der Systeme. Auch die Bevölkerung soll die verschiedenen Warnmittel kennenlernen und im Ernstfall richtig einordnen können. Der einminütige auf- und abschwellende Heulton bedeutet: In dem betroffenen Gebiet besteht eine unmittelbare Gefahr oder eine solche Gefahr ist in Kürze zu erwarten. In diesem Fall sollten sich Bürgerinnen und Bürger in geschlossene Räume begeben, alle verfügbaren Informationsmedien nutzen, um sich über die konkrete Gefahrenlage und weitere Verhaltenshinweise zu informieren, und den amtlichen Anweisungen folgen. Der einminütige Dauerton steht für Entwarnung: Es besteht keine akute Gefahr mehr. Auch dann sollten weitere amtliche Informationen beachtet werden.

Anlaufstellen für den Krisenfall

Neben der Bevölkerungswarnung standen beim heutigen Pressetermin die Anlaufstellen im Krisenfall im Mittelpunkt. Bei größeren Schadenslagen oder einem länger andauernden Ausfall kritischer Infrastrukturen können in Karlsruhe Notfallmeldestellen und Notfalltreffpunkte eingerichtet werden.

Notfallmeldestellen dienen insbesondere dazu, Notrufe und Hilfeersuchen abzusetzen und an die Integrierte Leitstelle weiterzuleiten, wenn Telefonnetz oder Mobilfunk nicht mehr funktionieren. Die 23 vorgeplanten, notstromversorgten Standorte befinden sich bei den Feuerwehrhäusern der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe und den fünf Karlsruher Polizeirevieren. Ergänzend sind drei mobile Notfallmeldestellen vorgesehen.

Notfalltreffpunkte sind dagegen universelle Anlaufstellen für die Bevölkerung. Dort können Informationen zur aktuellen Lage, ein zeitweiser Aufenthalt sowie die Vermittlung von Hilfeangeboten und Hilfegesuchen ermöglicht werden. Je nach Lage können sie auch als Notunterkunft genutzt werden. Insgesamt sind 15 Standorte vorgesehen, bei denen es sich überwiegend um Sport- und Veranstaltungshallen handelt.

Die Planungen für die Notfalltreffpunkte werden derzeit schrittweise umgesetzt und auch praktisch erprobt. Ziel ist es, Abläufe und Technik unter realen Bedingungen zu überprüfen und die Konzepte kontinuierlich weiterzuentwickeln. Am heutigen Warntag wurde hierzu die bisherige Planung am Standort Reinhold-Crocoll-Halle in Knielingen demonstriert.

Notfallmeldestellen und Notfalltreffpunkte sind nicht dauerhaft geöffnet. Sie werden ausschließlich bei außergewöhnlichen Ereignissen und abhängig von der jeweiligen Lage eingerichtet. Über die tatsächlich geöffneten Standorte informiert die Stadt Karlsruhe über ihre Warn- und Informationskanäle.

Die vorgesehenen Standorte der Anlaufstellen und weitere Informationen sind ab heute auf der Internetseite der Stadt Karlsruhe abrufbar unter https://www.karlsruhe.de/krisenfall-anlaufstellen.

Eigenvorsorge als wichtiger Baustein

Auch persönliche Vorsorge trägt dazu bei, Krisen zu bewältigen. Ein angemessener Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser, notwendige Medikamente, Erste-Hilfe-Material sowie eine grundlegende Ausstattung für einen Stromausfall helfen, vorübergehende Einschränkungen zu überbrücken.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt eine möglichst zehntägige Selbstversorgung. Wer noch nicht vorgesorgt hat, kann schrittweise beginnen – auch ein Vorrat für zunächst drei Tage ist ein sinnvoller Anfang.

Weitere praktische Empfehlungen bietet der Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des BBK. Ergänzende Informationen zu Warnung, Bevölkerungsschutz und Vorsorge stellt die Stadt Karlsruhe auf ihrer Internetseite bereit oder sind auf der Homepage des BBK zu finden.

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