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Bevölkerung wächst und bleibt weiter jung

Neue Statistik-Broschüre weist deutliches Plus bei Carsharing-Nutzung und Öko-Strom-Erzeugung aus

Das Bild zeigt Studierende mit einem Hund im Schlossgarten. Den größten Anteil an der Bevölkerung bilden laut städtischer Statistikstelle die 20- bis 30-Jährigen. Damit liegt Karlsruhe deutlich über dem Landesdurchschnitt. © Dennis Dorwarth Photographie

So unterschiedlich die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen Ukraine als weltbewegende Großereignisse sind, haben sie eines gemeinsam: Beide hinterließen ihre Spuren in der Karlsruher Bevölkerungsstatistik. Neben vielen weiteren interessanten Ergebnissen hat dies die Statistikstelle des Amts für Stadtentwicklung in der neuen Broschüre "Daten und Fakten 2023/2024" aufbereitet.

Ukraine im Ausländerranking vorgerückt

Nach jahrzehntelangem Bevölkerungswachstum, zu dem vor allem junge Erwachsene im Studierendenalter beigetragen hatten, "änderte sich dies infolge der mit der Corona-Pandemie verbundenen politischen und gesellschaftlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ab Frühjahr 2020 erheblich", berichtet die Statistikstelle. Hatten 2019 noch 304 411 Menschen ihren Hauptwohnsitz in Karlsruhe, so sank deren Zahl bis 2021 auf 297 664. Dann allerdings setzte ein Umschwung ein, welcher wiederum zum Teil Folge des russischen Angriffskriegs ist. Ab Frühjahr 2022 kamen zahlreiche Schutzsuchende aus der Ukraine nach Karlsruhe, was sowohl die Einwohnerzahl der Fächerstadt steigen ließ als auch deren Ausländeranteil. 2022 betrug dieser knapp 20 Prozent. Unter den häufigsten Staatsangehörigkeiten der ausländischen Bevölkerung rangierte die Ukraine bereits im Dezember 2022 auf dem vierten Platz hinter Rumänien, der Türkei und Italien; aktuell sind Menschen aus der Ukraine im Ausländerranking auf den dritten Platz vorgerückt.

Hochschulstandort spiegelt sich wider

Nicht nur historisch gesehen ist Karlsruhe eine junge Stadt, sondern auch beim Altersdurchschnitt der Bevölkerung. Während landesweit im Mittelwert die 50- bis 70-Jährigen die größte Gruppe bilden, sind es in der Fächerstadt die 20- bis 40-Jährigen. Hier spiegelt sich die Bedeutung als Hochschulstandort wider – und vielleicht aufgrund der technischen Ausbildung wohl auch der Männerüberschuss in dieser Altersklasse. Zudem liegt der Anteil lediger Personen in Karlsruhe deutlich über dem Landesdurchschnitt. Auffällig ist des Weiteren der anhaltende Schwund bei der katholischen und evangelischen Bevölkerung. Inzwischen zählen 52,3 Prozent aller Karlsruherinnen und Karlsruher zu anderen Religionen oder sind konfessionslos.

Kinderreiches Palmbach

Vergleicht man die 27 Stadtteile untereinander, fällt auf, dass Palmbach zwar bei Fläche und Einwohnerzahl der kleinste Ortsteil ist, dort aber der meiste Nachwuchs hervorgebracht wird. 21,1 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner sind dort unter 18 Jahre, während in Weiherfeld-Dammerstock 28,1 Prozent über 65 Jahre alt sind. Gleich zwei Superlative vereint die Innenstadt West. Hier haben sowohl Kinder (8,5 Prozent) als auch Senioren (11,7 Prozent) den geringsten Anteil an der Bevölkerung.

Weniger Unfälle nach Corona

Beim Blättern durch die Statistik-Broschüre erschließen sich zahlreiche weitere interessante Fakten, wie diese, dass die Zahl der Verkehrsunfälle sich nach Corona auf niedrigerem Niveau einzupendeln scheint, oder dass den 108 676 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die täglich aus dem Umland in das Oberzentrum kommen, immerhin 49 698 Auspendelnde gegenüberstehen. Ebenso positiv wie das Durchschreiten der Corona-Talsohle bei Beherbergungsbetrieben, Museen und Bädern stimmen manch weitere Zahlen. Hier sei nur an die Zuwachsraten beim Carsharing oder beim regenerativ erzeugten Strom um jeweils mehr als 20 Prozent binnen eins Jahres erinnert.

Drei Fragen an

Christoph Riedel, Leiter des Amts für Stadtentwicklung

Aus welchen Quellen stammen die Daten?

Für unsere Veröffentlichung "Daten und Fakten 2023/2024" nutzen wir unterschiedlichste Datenquellen. Vom Einwohnermelderegister über Daten des Statistischen Landesamts bis hin zu Daten, die wir bei den jeweiligen Institutionen direkt abfragen. Ich bedanke mich bei allen, die uns regelmäßig mit den entsprechenden Daten unterstützen.

Wo sehen Sie 2022 die auffälligsten Veränderungen?

Wir sehen, dass die Corona-Pandemie immer weniger Einfluss hat. Zudem ist – auch aufgrund des Zuzugs vieler Schutzsuchender aus der Ukraine – nach mehreren Jahren des Bevölkerungsrückgangs wieder ein Wachstum erkennbar.

Wo waren aus statistischer Sicht die größten Auswirkungen der Corona-Pandemie?

Die Corona-Pandemie hatte Einfluss auf viele unserer Datenauswertungen. Am deutlichsten sind die Auswirkungen aber im Bereich Tourismus- und Kulturstatistik erkennbar. Die Reisebeschränkungen und die Schließung von Kultureinrichtungen machten sich massiv bemerkbar.

Christoph Riedel

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 01/02 am 11. Januar 2024.

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