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Abschied von Ehrenbürger und Alt-OB Gerhard Seiler

Den Bürgerinnen und Bürgern gedient

Die Stadt trägt schwarz: Rund 300 Gäste nahmen an der Trauerfeier für den Karlsruher Ehrenbürger und Alt-OB Gerhard Seiler in der Evangelischen Stadtkirche teil. Die Stadt trägt schwarz: Rund 300 Gäste nahmen an der Trauerfeier für den Karlsruher Ehrenbürger und Alt-OB Gerhard Seiler in der Evangelischen Stadtkirche teil. © Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Monika Müller-Gmelin

Die Stadtgesellschaft hat am vergangenen Freitag, 11. Juli 2025, Abschied genommen von Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe Prof. Dr. Gerhard Seiler. Rund 300 Gäste nahmen an der Trauerfeier in der Evangelischen Stadtkirche teil.

Nach der Nachricht von Seilers Tod habe jeder über persönliche Begegnungen mit ihm oder über prägende Erinnerungen an ihn berichten können, so Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in seinem Nachruf. Seiler sei so präsent gewesen, als sei er immer noch da. „Was für ein Mensch, der in der Stadtgesellschaft diese integrierende Wirkung aufgebaut hat“, so Mentrup weiter.

Er habe das unerschütterliche „urbadische Überzeugtsein“ in sich getragen, mit hintergründigem Humor und mit Ecken und Kanten – ein echter Charakterkopf, befand Mentrup. Ein Arbeitsmensch, der „oft morgens der erste und abends der letzte im Rathaus war“, und der kurze Wege und ämterübergreifendes Arbeiten schätzte. Viele Termine habe er bereits mit dem Fahrrad wahrgenommen, erzählte Mentrup weiter, für damalige Zeiten ungewöhnlich. Dem Fahrrad blieb er bis ins hohe Alter treu. Seiler habe stets vorgelebt, was Bürgernähe bedeutet.

Er sei immer einer von ihnen gewesen, diente der Stadt und damit auch jedem Bürger und jeder Bürgerin. Als Marathonläufer habe Seiler bei vielen politischen Themen einen langen Atem bewiesen. So verwies Mentrup etwa auf zukunftsweise Entscheidungen während Seilers Amtszeit - etwa die Ausweisung großer Wohngebiete, seinen Einsatz für Städtepartnerschaften und überregionale Zusammenarbeit, die Konversion des IWKA-Areals mit ZKM, Bundesanwaltschaft und Filmpalast sowie der Verbleib von Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

„Retter des KSC“

Als Staatsmann im besten Sinne und treuem Freund des KSC beschrieb ihn KSC-Präsident Holger Siegmund-Schultze. Leise habe der „Retter des KSC“ geführt, mit Klarheit und Überzeugung, immer die Sache in den Mittelpunkt stellend. „Seine Haltung zeichnete ihn aus.“ Der KSC habe ihm viel zu verdanken, „vielleicht sogar alles“, betonte Siegmund-Schultze.

Als der Verein 2002 sich in „extremer wirtschaftlicher Notlage“ befand, habe Seiler angepackt, um zu helfen. Er übernahm das Amt des Präsidenten, habe Hoffnung und Zuversicht gebracht und dem KSC seine Glaubwürdigkeit zurückgegeben. Dabei gab es keinen lauten spektakulären Kraftakt, sondern „stilles Wirken“. „Ohne ihn gäbe es vielleicht keinen Verein mehr, keine Aufstiege, keine Derbys“, dankte Siegmund-Schultze für Seilers Mut, Einsatz und Herz.

„Wir nehmen heute Abschied und danken für das, was Gerhard Seiler uns geschenkt hat“, so Pfarrerin Claudia Rauch. Ein Familienmensch durch und durch sei er gewesen. Den letzten Lauf als Marathonläufer habe er mit Bravour gemeistert. Prof. Dr. Gerhard Seiler verstarb am 1. Juli 2025 im Alter von 94 Jahren. -has-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 29 am 18. Juli 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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