Wer Michael Matern fragt, warum er sich ehrenamtlich engagiert, der bekommt nicht sofort eine klare Antwort. „Ich weiß gar nicht so genau, ich mache das einfach“, stellt er fest. Matern ist seit mehr als drei Jahrzehnten beim Deutschen Roten Kreuz ehrenamtlich aktiv und in dieser Funktion Leiter des Einsatzleitwagens in der Bereitschaft Albsiedlung. Müssen größere Einsätze gefahren werden, dann ist Matern in der Regel mit dabei, um die Rettungsdienste zu koordinieren. Für dieses große und zeitaufwändige Engagement wurde er vor wenigen Tagen von der Stadt Karlsruhe geehrt – gemeinsam mit rund 70 anderen Ehrenamtlichen, die zusammen auf etwa 1445 Jahre Ehrenamt kommen.
„Man macht es, weil man Menschen helfen will, das ist eine sinnhafte Tätigkeit“, erklärt Matern. Die Aussage steht vielleicht sinnbildlich für die Motivation jener, die sich an irgendeiner Stelle für die Gesellschaft einbringen. Wohlfahrtsverbände, Selbsthilfegruppen, Bürgervereine, Einsatz für Kinder und Jugendliche, Klimaschutz, Kultur und Sport – es sind Tausende in Karlsruhe, die regelmäßig Gruppen anleiten oder sich für andere einsetzen.
Unverzichtbarer Einsatz
„Denkt man sich dieses Engagement weg, wäre die Stadtgesellschaft um einiges ärmer“, betont Bürgermeister Dr. Albert Käuflein, der die Urkunden übergibt. Vorgeschlagen werden die zu Ehrenden von den Verbänden und Vereinen selbst – der beste Weg, um die „Richtigen“ zu treffen.
Das gilt beispielsweise auch für Edeltraud Wrtal vom Turn- und Sportverein Bulach, die sich dort seit 65 Jahren in unterschiedlichen Funktionen einbringt – beispielsweise als Turnwartin. Sie besucht ältere Mitglieder an ihren runden Geburtstagen. Oder Gunter Spathelf, der seit 1966 in der Nordweststadt engagiert ist – als Jugendleiter, Vorsitzender des Ältestenkreises in der Kirchengemeinde, in der Bürgergemeinschaft des Stadtteils oder als Gründer des Trauernetzes in der Nordweststadt.
Auf jeweils fünf Jahrzehnte Ehrenamt kommen Hans-Joachim Kellmann als Organisator von Konzertreisen beim Polizeichor Karlsruhe und Manfred Klingler als ehrenamtlicher Dirigent. Geehrt wurden außerdem Hildegard Legler, die mehr als vier Jahrzehnte die Gymnastikgruppe in der Luthergemeinde geleitet hat, und Peter Schmerbeck, der ähnlich lange verschiedene Funktionen beim Malteser Hilfsdienst ausgeübt hat.
Bürgermeister Dr. Albert Käuflein erinnerte an den Tag des Ehrenamts, der jährlich Anfang Dezember gefeiert wird. Das sei ein schöner Anlass, den Menschen „Danke“ zu sagen, „die sich herausragend für die Gesellschaft einsetzen und anderen helfen“. Dieses Engagement sei unverzichtbar, Kitt der Gesellschaft und ein Ausdruck der Demokratie.