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100 Jahre AKB

„Dachverein“ der 25 Karlsruher Bürgervereine feiert

Redner bei der Feier im Bürgersaal waren Dr. ­Helmut Rempp (Vorsitzender AKB), OB Dr. Frank Mentrup, BVG-Richter Dr. Ulrich ­Maidowkski und Joachim Hornuff (AKB). Redner bei der Feier im Bürgersaal waren Dr. ­Helmut Rempp (Vorsitzender AKB), OB Dr. Frank Mentrup, BVG-Richter Dr. Ulrich ­Maidowkski und Joachim Hornuff (AKB). © Thomas Riedel

1925 gründete sich die Arbeitsgemeinschaft Bürgervereine (AKB). Sie bündelt die Interessen der Stadtteile bei der Stadtverwaltung. Beim Empfang zum runden Jubiläum im gut gefüllten Bürgersaal bedankte sich Dr. Helmut Rempp, Vorsitzender der AKB, beim Gemeinderat und der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit.

Da die AKB politisch, aber nicht parteipolitisch unterwegs sei, sähen sie sich als ein wichtiges demokratisches Element. Rempp sprach auch die Zeit im Nationalsozialismus an, als sich die AKB 1936 auflöste, da Mitgestaltung nicht gewünscht gewesen sei – gefolgt von der Wiedergründung 1953. Ein zentrales Thema sei bereits bei der Gründung Verkehr gewesen, so Oberbürgermeister Mentrup in seiner Rede – das habe sich nicht geändert. Dafür seien weitere Themen hinzugekommen, die bei zwei jährlichen Kooperationsgesprächen mit der Stadtverwaltung besprochen werden. Er verwies etwa auf den Energieleitplan, die Wertstoffentsorgung; die Versorgung mit Arztpraxen, Kindertagesstätten und Pflegeheimen, den Lärmaktionsplan oder Gehwegparken.

Knapp 30 Prozent aller Bürger ehrenamtlich engagiert

Insgesamt sei die Stadtgesellschaft lebendig und international. Die Biografien und Lebenserfahrungen leisteten einen Beitrag zu Problemlösungen. Hier sei die Arbeit der Bürgervereine hilfreich. Mentrup verwies auf eine Bürgerumfrage von 2023, wonach knapp 30 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner sich im Ehrenamt betätigten, vorwiegend aus Verantwortungsgefühl und dem Gemeinschaftserlebnis heraus. Das seien „ermutigende Signale“ entgegen dem Streit in sozialen Medien.

Als Gastredner betonte Bundesverfassungsrichter Dr. Ulrich Maidowski, dass das Engagement der Menschen, die ihre Freizeit im Ehrenamt opferten, für Demokratie unverzichtbar sei. Demokratie sei „die anstrengendste und zugleich verletzlichste Staatsform. „Es reicht nicht, sie zu wollen.“ Falsche Erwartungen, wonach das System „liefern“ müsse, führe zu Enttäuschung, die für Autokratien anfällig mache. „Die Demokratie ist kein Lieferdienst. Wir sind keine Konsumenten, die ihr spezielles ‚Demokratie-Menü‘ bestellen können.“ Menü-Wünsche müssten entgegengenommen und überdacht werden, aber das Ergebnis müsse für alle verträglich sein. „Alle Menschen in Deutschland sind aufgefordert und haben das Recht, Demokratie aktiv zu leben – woher sie auch kommen, wie lange sie auch Teil unserer Gesellschaft bleiben.“ Auf einer gemeinsamen verbindlichen Basis existierten viele individuelle Wege. „Wir brauchen mehr ‚Wir‘ als ‚Ich‘“, schloss Maidowski sein Plädoyer.

Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Trio Tirantes des Badischen Staatstheaters mit Jazz sowie vom A-Capella-Chor „Die Zehn aus Bulach“ umrahmt. Eine Festschrift zu 100 Jahren AKB ist über die Bürgervereine und künftig per Download auf der AKB-Webseite erhältlich.

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 29 am 18. Juli 2025.

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