PikoParks, Naturerfahrungsräume und Urbane Waldgärten – diese drei Arten von Naturoasen sollen im Stadtgebiet die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger verbessern und den Klimawandel aktiv bekämpfen.
Im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) möchte die Stadt Karlsruhe entscheidend dazu beitragen, den allgemeinen Zustand der Ökosysteme im Stadtgebiet deutlich zu verbessern. Denn gesunde Ökosysteme sind resilient und dadurch in der Lage, einen dauerhaften Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Urbane Naturoasen sind kleine Grünräume in baulich stark verdichteten und häufig stark erhitzten Siedlungsräumen. Die naturnahe Gestaltung mit einer Vielzahl an heimischen Gehölzen, mehrjährigen Stauden, biodiversitätsfördernden Elementen und schattigen Aufenthaltsbereichen trägt nachweislich zu einer Verbesserung des Lokalklimas bei. Naturoasen fördern die Erhöhung der Arten- und Biotopvielfalt, binden Kohlenstoff, verstärken den Wasserrückhalt im Boden und bieten unseren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Natur im Stadtgebiet erleben zu können.
Über die Schaffung naturnah gestalteter PikoParks, Naturerfahrungsräume für Kinder und urbaner Waldgärten können neben den positiven Effekten für den natürlichen Klimaschutz im direkten Wohnumfeld Räume für Bewegung, Erholung, Begegnung und insbesondere zur gesunden Entwicklung von Kindern entstehen
Mehrwert für unsere Bürgerinnen und Bürger
Die neuen Naturoasen bieten zahlreiche Vorteile für die Menschen in Karlsruhe:
Klimaschutz durch CO₂-Speicherung
Abkühlung durch Verdunstung und Schatten
Gesunde, vielfältige Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze
Erholung und Begegnung im öffentlichen Raum
Bildung und Entwicklung, vor allem für Kinder und Familien
Krisenresilienz durch natürlichen Wasserrückhalt
Mitmachen und mitgestalten erwünscht
Sie möchten Naturoasen als lebendige Orte im Stadtgebiet mitgestalten? Sie möchten ihre Ideen bei der Planung dieser Grünräume mit einbringen? Sie möchten bei der Umsetzung – beispielsweise bei Pflanzaktionen – mitmachen? Sie möchten neue Menschen kennenlernen?
Wir möchten Sie als Bürgerinnen und Bürger partnerschaftlich und gestalterisch mit einbeziehen, denn so können unsere zukünftigen urbanen Naturoasen möglichst zielgenau gestaltet, das Lokalklima verbessert und Gemeinschaft gestärkt werden. Lust auf Mitmachen und Mitgestalten:
Der PikoPark Kaiserallee nimmt Gestalt an! Wir möchten Sie herzlich einladen, die Entwurfsplanung kennenzulernen, mehr über die kommenden Bau- und Pflanzaktivitäten sowie die zukünftige Nutzung zu erfahren und mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Am Donnerstag, den 29.09.2026 treffen wir uns um 18:00 Uhr auf der Fläche des zukünftigen PikoParks vor der Christuskirche. Bei schlechtem Wetter können wir in den großen Saal des Albert-Schweizer-Komplexes ausweichen.
Welche Naturoasen möchte die Stadt umsetzen?
PikoParks, Naturerfahrungsräume und Urbane Waldgärten – diese drei unterschiedlichen Arten von Naturoasen sollen in den kommenden Monaten im Stadtgebiet die Lebensqualität unserer Bürger:innen verbessern, den städtischen Klimaschutz stärken und die Biodiversität fördern.
PikoParks sind kompakte, grüne Rückzugsräume, die in dicht besiedelten Stadtteilen angelegt werden. Auf kleinem Raum entsteht hier ein artenreicher, naturnaher Lebensraum mit heimischen Pflanzenarten. Die Flächen tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei, speichern Regenwasser und bieten zugleich Erholungsorte für Anwohnerinnen und Anwohner. Insbesondere in Quartieren mit wenig Grün schaffen sie eine neue Lebensqualität. PikoParks verwandeln monotone Grünflächen mitten in Wohnquartieren zu attraktiven, lebendigen und vielfältigen kleinen Parks. Die kleinen Parkanlagen sind meist 300 bis 500 Quadratmeter groß, fördern die Biodiversität und schaffen wertvolle Erhohlungs- und Begegnungsflächen.
Gestaltungsmerkmale
Größtenteils unversiegelte Fläche
Naturnahe Gestaltung mit biodiversitätsfördernden Elementen wie beispielsweise Natursteinmauern, Totholz, Sandlinsen und Feuchtstellen
Vielfältige, heimische Bepflanzung
Beschattung durch Bäume schafft hohe Aufenthaltsqualität
Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner
Neben der Förderung der biologischen Vielfalt steht das Wohlbefinden der Anwohnenden im Vordergrund. Sie sind ausdrücklich eingeladen, sich aktiv an der Entstehung von PikoParks in ihrem Wohnquartier zu beteiligen. Deshalb wird bewusst keine fertige Planung vorgesetzt, viel mehr sollen die Anwohnenden motiviert werden, ihr Quartier mit ihren eigenen Ideen aufzuwerten. Dazu wird unter fachlicher Leitung gemeinsam geplant, gestaltet und gepflegt. Mitmachaktionen laden dazu ein, neue Bekanntschaften zu schließen, sich auszutauschen und mehr über den Nutzen einer vielfältigen Natur zu erfahren.
Über verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten in Workshops, Mitmachaktionen und Festen erfahren und erleben die Anwohnerinnen und Anwohner hautnah und praxisbezogen, was "naturnahe Gestaltung" bedeutet.
PikoPark Kaiserallee
Ein weiterer PikoPark entsteht in der Kaiserallee auf der Grünfläche vor der Christuskirche. In zentraler Lage wird eine etwa 490 Quadratmeter große Teilfäche zum naturnahen und vielfältigen Begegnungs- und Aufenthaltsort. Der kleine Park soll die biologische Vielfalt fördern, das Mikroklima verbessern und einen Mehrwert für Mensch und Natur im Quartier schaffen.
Am 08. Mai 2026 durfte gemeinschaftlich geplant werden. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Helmholtz-Gymnasiums sowie interessierten Anwohnenden wurden in einem dreistündigen Workshop Ideen zur Gestaltung des PikoParks erarbeitet.
Im Rahmen eines Schulprojektes befasst sich die Schülergruppe bereits seit mehreren Monaten mit Konzepten zur Erhöhung der Biodiversität dieser Fläche. Die bei Beobachtung und Analyse gewonnenen Erkenntnisse wurden zum Auftakt des Workshops durch die Schülerinnen und Schüler allen anderen Teilnehmenden vorgestellt, bevor dann kreative Gestaltungsvorschläge in mehreren Gruppen erarbeitet wurden. Diese Ideen bilden somit die Basis für die Entwurfsplanung des Gartenbauamts.
Kurz vor Beginn der Sommerferien wurden im Juli bereits erste Ideen aus dem Planungsworkshop umgesetzt. Gemeinsam errichteten die Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums einen geschützten Unterschlupf, einen sogenannten Käferkeller. Dafür hoben sie eine Grube aus, welche sie anschließend mit Totholz, Astmaterial und weiteren käfergerechten Materialien wie Rinden- und Holzhäcksel, Sägemehl und Grünschnitt ausstaffierten. Außerdem entstand eine meterhohe Benjeshecke aus Reisig und Ästen. Ein besonderes Highlight für zwei Schüler war das Aufhängen eines selbstgebauten Vogelnistkastens: Im Hubwagen der Baumpflege des Gartenbauamts ging es hoch hinaus bis in die Baumwipfel.
Ein weiterer wichtiger Schritt findet am 29. September 2026 statt, wenn die Entwurfsplanung für den PikoPark Kaiserallee vor Ort öffentlich vorgestellt und über die kommenden Bau- und Pflanzaktivitäten sowie die zukünftige Nutzung informiert wird.
Danach wird die Planung durch das Gartenbauamt im Herbst 2026 finalisiert. Im Winter 2026/27 sollen die notwendigen landschaftsbaulichen Arbeiten durchgeführt werden, bevor der neue PikoPark im Frühjahr gemeinschaftlich bepflanzt und feierlich eröffnet werden kann.
PikoPark Knielingen
In Knielingen entsteht der erste PikoPark in Karlsruhe – ein grüner Rückzugsort für Mensch und Tier. Auf einer Teilfläche der Grünanlage zwischen Egon-Eiermann-Alle und Grünhutstraße wird auf kleinem Raum rund um den bestehenden Bouleplatz ein naturnaher Lebensraum geschaffen. Dieser soll die Artenvielfalt fördert, das Mikroklima verbessern und zugleich ein neuer Erholungs- und Aufenthaltsort für Anwohnerinnen und Anwohner sein.
Der Stadt ist es besonders wichtig, dass alle Interessierten die Möglichkeit haben, sich aktiv am Planungs- und Umsetzungsprozess zu beteiligen. Am 15. Januar 2026 fand daher zum Auftakt des Beteiligungsprozesses eine Info-Veranstaltung im Bürger- und Gemeindezentrum Knielingen statt. Dort wurde das Projekt vorgestellt und bereits erste Wünsche, Bedenken und offene Fragen gesammelt.
Am 31. Januar 2026 verwandelte sich das Bürger- und Gemeindezentrum Knielingen in eine lebendige Ideen- und Planungswerkstatt. Mehr als 45 Interessierte folgten der gemeinsamen Einladung des Gartenbauamts der Stadt Karlsruhe und des Bürgervereins Knielingen und beteiligten sich aktiv an der Planung des zukünftigen PikoParks Knielingen.
Ausgestattet mit vielfältigen Naturmaterialien wie Sand, Kies, Erde, Ton, kleinen Zweigen sowie weiteren Bastel- und Gestaltungsmaterialien erarbeiteten die Teilnehmenden in bunt gemischten Kleingruppen anschauliche Modelle.
Ziel des dreistündigen Workshops war es, zentrale Wünsche, Nutzungsideen und Gestaltungsvorstellungen für den neuen PikoPark sichtbar zu machen. In den Gruppenarbeiten entstanden unterschiedliche Modellideen, die im Anschluss vorgestellt und erläutert wurden. Dabei hoben die Gruppen jeweils die wichtigsten Aspekte und Schwerpunkte ihrer Entwürfe hervor.
Alle während der Ideen-Werkstatt entwickelten Gestaltungsideen wurden sorgfältig dokumentiert. Die gebauten Modelle wurden fotografisch festgehalten und bilden nun eine wichtige Grundlage für die weitere Planung.
Basierend auf den vielen guten Gestaltungsideen der Bürgerinnen und Bürger wurde durch das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe eine Entwurfsplanung für den Knielinger PikoPark erstellt. Dieser beinhaltet vieflältige Pflanzbereiche mit heimischen Gehölzen und Stauden. Mit biodiversitätsfördernden Elementen wie zum Beispiel einem Sandarium, einer Eidechsenburg, Trockenmauern und einem Schwammbeet werden aktiv Lebensräume für Tiere geschaffen. Und auch zahlreiche neue Sitzgelegenheiten zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität sind im Entwurf enthalten.
Die landschaftsbaulichen Arbeiten sollen voraussichtlich im September 2026 durchgeführt werden. Danach sind im Oktober 2026 gemeinschaftliche Pflanzaktionen geplant, zu denen wir alle Interessierten schon jetzt herzlich einladen möchten. Nähere Informationen hierzu werden im Laufe des Septembers bekannt gegeben.
2. Naturerfahrungsräume für Kinder – Natur erleben, spielerisch lernen
Diese Flächen werden bewusst naturnah angelegt, um Kindern Raum für freies Spiel, Entdeckung und Naturerfahrung zu bieten. Hier können sie mit Erde, Wasser, Pflanzen und Tieren in Kontakt kommen – fernab von Spielplätzen aus Kunststoff und Beton. Naturerfahrungsräume fördern nicht nur das Umweltbewusstsein der nächsten Generation, sondern auch motorische Fähigkeiten, Kreativität und soziale Kompetenzen. Der Raum für freies Spiel von Kindern ist gerade in Großstädten schwer zu finden.
Verzicht auf vorgegebene Spielelemente, stattdessen Gehölz-, Wiesen- und Ruderalflächen, Modellierung des Geländes, bekletterbare Steinlandschaften, Wasser in verschiedenen Erscheinungsformen
Fläche komplett unversiegelt
Förderung der Biodiversität
Der gemeinsame Weg zum Entwurf
Um die künftigen Nutzenden des Waldgartens von Beginn an aktiv in die Entwicklung der Fläche mit einzubeziehen, ist der Entwurfsprozess eng in einen intensiven Beteiligungsprozess eingebunden.
Herzstück des Prozesses sind mehrere Veranstaltungstermine, die sicherstellen sollen, dass die konkreten Interessen und Anliegen der künftigen Nutzerinnen und Nutzer in die Entwufsplanung des Urbanen Waldgartens mit einfließen.
Außerdem kann sich dabei eine Projektgruppe zusammenfinden, die später für Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung des Gartens verantwortlich sein wird.
3. Urbane Waldgärten – Essbare Natur mitten in der Stadt
Ein Waldgarten vereint ökologische Vielfalt mit Nutzbarkeit: In mehreren Pflanzenschichten wachsen hier Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter und Gemüse in einer symbiotischen Gemeinschaft – ganz ohne Pestizide oder Kunstdünger. Urbane Waldgärten sind nicht nur CO₂-Speicher und Lebensraum für Insekten und Vögel, sondern laden auch Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Beteiligung, Ernte und zum Naturgenuss ein. Ein Urbaner Waldgarten ist ein naturnaher, mehrschichtiger und gemeinschaftlich genutzter Garten in der Stadt. Er zeichnet sich durch eine hohe Artenvielfalt, insbesondere von essbaren Pflanzen, und eine nachhaltige Bewirtschaftung aus. Ziel ist es, einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen, der gleichzeitig der Stadtbevölkerung als Nutzgarten, Ort der Erholung, Begegnung und Bildung dient.
Gestaltungsmerkmale
Gezielt geplanter Nutzgarten
Mehrschichtige, auf Dauer angelegte Vegetationsstruktur mit Obst- und Nussbäumen, Beerensträuchern, mehrjährigen, essbare Stauden, Kräutern & essbaren Bodendeckern und Kletterpflanzen
Anbau im Boden
Einrichtungen eines Gemeinschaftsgartens (beispielsweise Ort für Gartenwerkzeug, Bewässerung, Kompostplatz, und Ähnliches)
Der gemeinsame Weg zum Entwurf
Um die künftigen Nutzenden des Waldgartens von Beginn an aktiv in die Entwicklung der Fläche mit einzubeziehen, ist der Entwurfsprozess eng in einen intensiven Beteiligungsprozess eingebunden.
Herzstück des Prozesses sind mehrere Veranstaltungstermine, die sicherstellen sollen, dass die konkreten Interessen und Anliegen der künftigen Nutzer:innen in die Entwufsplanung des Urbanen Waldgartens mit einfließen.
Außerdem kann sich dabei eine Projektgruppe zusammenfinden, die später für Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung des Gartens verantwortlich sein wird.
Das Projekt wird als Teil des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ gefördert, vom Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe koordiniert und gemeinsam mit lokalen Umweltinitiativen und Bürgergruppen umgesetzt.