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Zum Tag gegen Gewalt an Frauen: Aufmerksamkeit und Prävention

„Orange Days“ in Karlsruhe

Citylight Plakat Karlsruhe_2025.jpg Die „Orange Days“ machen auf Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen aufmerksam. © Stadt Karlsruhe, Müller-Gmelin

Am 25. November wird der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Rund um den Aktionstag beteiligt sich die Stadt Karlsruhe mit den „Orange Days“ bis zum 10. Dezember. Die Kampagne dient zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen. 

Bei den „Orange Days“ werden Veranstaltungen zum Thema angeboten, darunter eine Informationsveranstaltung mit Frühstück im Internationalen Begegnungszentrum, wo über Hilfen und Angebote in Karlsruhe für betroffene Frauen informiert werden soll. Im Kulturzentrum Jubez macht eine Veranstaltung auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam. An Dialoginseln in der Stadt sollen Passanten zu der Frage „An welchen Orten in Karlsruhe möchte ich mich sicherer fühlen?“ ins Gespräch kommen.

Einen Workshop "Gewaltfreie Kommunikation" bietet die Stadtbibliothek an, ebenso wie eine Podiumsdiskussion zu selbstbestimmter Geburt. Der CSD Karlsruhe informiert gegen Gewalt an sogenannten „FLINTA*-Personen“ (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen). In der Pädagogischen Hochschule findet ein Vortrag „Organisierter Antifeminismus in Baden-Württemberg“ statt. Alle erwähnten Veranstaltungen sind kostenfrei.

Grafik zu den "Orange Days".

Der ursprüngliche Hintergrund des Aktionstags ist der Fall der Schwestern Patria, Minerva und María Mirabal in der Dominikanischen Republik, die als Regimegegnerinnen mehrfach verhaftet und am 25. November 1960 von Militärangehörigen des Diktators Rafael Trujillo umgebracht wurden. 1999 erklärten die Vereinten Nationen das Datum zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Unter anderem Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, weibliche Armut oder Frauenmorde sollen dabei zur Sprache kommen. Daraus entstand die UN-Kampagne „Orange the World“, die Karlsruhe mit den „Orange Days“ aufgreift.

Rechtlich ist die Bekämpfung von Ge-walt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in der sogenannten „Istanbul-Konvention“ verankert, ein Übereinkommen des Europarats. Der völkerrechtliche Vertrag wurde erstmals 2011 in Istanbul unterzeichnet. Seit dem 1. Februar 2018 ist die Konvention in Deutschland einem Bundesge-setz gleichgesetzt und muss auf allen staatlichen Ebenen umgesetzt werden. Eine 2024 erlassene EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt verpflichtet die Mitgliedsstaaten zur Einrichtung eines entsprechenden Gesetzes.

In Deutschland trat dazu das Gewalthilfegesetzes 2025 in Kraft. Das besagt, dass die Bundesländer bis 2027 ein Hilfsnetz sicherstellen müssen. Karlsruhe hat dazu bereits eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die durch entsprechende Arbeit die Bekämpfung geschlechtsbezogener Gewalt langfristig gewährleisten soll. -red-/-nke-

Mehr zu den Veranstaltungen der "Orange Days"

Drei Fragen an Gleichstellungsbeauftragte Verena Meister

Verena Meister, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, beantwortet im Kurzinterview Fragen zu den Orange Days Karlsruhe und zum Thema häuslicher Gewalt.

 

Was sind die Orange Days?

Die Orange Days sind Teil der UN-Kampagne ‚Orange the World‘ gegen Gewalt an Frauen. Vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, machen sie auf Ursachen von Gewalt aufmerksam – und zeigen, wie ihr aktiv entgegengetreten werden kann und wo Betroffene Hilfe finden. Auch in Karlsruhe beteiligen sich zahlreiche Organisationen mit Fahnen und Veranstaltungen wie Lesungen, Diskussionen und Workshops.

Wie verbreitet ist Gewalt gegen Frauen?

Gewalt gegen Frauen ist in Deutschland weit verbreitet. Sie wurzelt in Machtunterschieden zwischen den Geschlechtern, in einer Kultur der Verharmlosung und in Männlichkeitsbildern, die Frauen und queere Menschen abwerten. Allein in Karlsruhe wurden 2024 insgesamt 630 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Fast täglich ereignet sich in Deutschland ein Femizid.

Was können Menschen tun, die von häuslicher Gewalt betroffen sind?

Betroffene von häuslicher Gewalt finden in Karlsruhe vertrauliche und kostenfreie Hilfe in zwei Frauenberatungsstellen. Dort erhalten sie Unterstützung, um einen sicheren Weg aus der Gewalt zu finden. Außerdem bietet das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016 rund um die Uhr Beratung in 18 Sprachen – telefonisch, per Mail oder Chat. -jd-

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Karlsruhe, Verena Meister.

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 47 am 21. November 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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