Emotionen versus Rationalität fanden sich in der Debatte des Gemeinderats über einen CDU-Antrag zum Verbleib der Waldweihnacht auf dem Friedrichsplatz. Bereits am Mittag vor der Sitzung überreichten die Schausteller der Stadt mehrere Tausend Unterschriften, die für den Erhalt der Waldweihnacht stimmten.
„Am Ende ist es eine Glaubensfrage, die eher aus dem Bauch heraus entschieden wird als nach Kriterien“, zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Ende der Debatte überzeugt. Die Atmosphäre auf dem Friedrichsplatz sei einzigartig und lasse die Besucher in diesen Krisenzeiten in eine andere Welt eintauchen, so Bettina Meier-Augenstein (CDU). Durchaus sehe man den Platz als Grün-Oase der Stadt, aber diesen einen Monat müsse eine Ausnahme gemacht werden. „Wir alle lieben die Waldweihnacht“, sagte auch Dr. Sonja Klingert (GRÜNE). Einen Aufschrei habe es schon damals gegeben, als Teile des Marktes auf den Friedrichsplatz verlegt werden sollten. Sie erinnerte an die hundert Jahre alten Bäume auf dem Platz, denen solche Großveranstaltungen nicht gut täten sowie an die Kosten insgesamt – ohne Waldweihnacht läge der Kostendeckungsgrad knapp zehn Prozent höher.
Thomas Hock (FDP/FW) forderte für seine Fraktion, etwa das Kinderland auf den Friedrichsplatz zu ziehen und die vom Marktplatz kommende Hebelstraße als Fußgängermeile mit Buden umzugestalten. Die Situation der Bäume sei mittlerweile eine andere.
SPD und Volt gingen die Anträge zu weit. Zu viele Informationen fehlten, um jetzt eine Entscheidung treffen zu können, gab Dr. Anton Huber (SPD) zu bedenken. Etwa die Frage nach der neuen Gestaltung des Friedrichsplatzes sowie nach dem aktuellen Stand der Tiefgarage. Das Thema soll daher zunächst im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 28. Januar debattiert werden. -has-