Am Thema Sicherheit dürfe nicht gespart werden – darin war sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 28. Juli einig. Einstimmig sprachen sich die Stadträtinnen und Stadträte dafür aus, das Vorhaben weiterzuverfolgen. Damit beauftragten sie die Verwaltung zugleich, zur Klärung der Finanzierung Kontakt zum Regierungspräsidium aufzunehmen. Der Kostenrahmen für den Neubau des Feuerwehrhauses wird im Konzept auf rund 21,3 Millionen Euro geschätzt.
Dem Beschluss ging eine Phase der Prüfung und Abstimmung sowie eine Flächensuche voraus. Diese wurde nun an der Siemensallee 84 gefunden. „Die Flächensuche war anspruchsvoll“, betont Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Der neu gefundene Standort sei dafür nun sehr gut geeignet. Um über das Areal verfügen zu können, war zunächst ein Flächentausch mit dem bisherigen Eigentümer erforderlich.
Katastrophenschutzlager soll neu entstehen
Künftig sollen dort die beiden ehrenamtlichen Abteilungen aus Knielingen und der ABC-Zug Platz finden. Die bisherigen Standorte der beiden Einheiten sind jeweils stark abgenutzt und befinden sich in einem schlechten energetischen Zustand. Perspektivisch wären umfassende Sanierungsarbeiten notwendig, die wirtschaftlich nicht mehr vertretbar wären. Der Neubau bietet zudem die Möglichkeit, ein Katastrophenschutzlager zu integrieren, das der Feuerwehr Karlsruhe bislang fehlt.
Der Neubau eröffnet außerdem die Chance, an einem neuen Standort die aktuellen Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden die bisherigen Flächen in der Knielinger Saarlandstraße und bei der Appenmühle für andere Nutzungen frei.
Große Unterstützung aus dem Gemeinderat
Aus dem Gemeinderat kam großer Zuspruch für die Planung, auch angesichts der aktuellen Haushaltssituation: „Knappe Kassen dürfen kein Hindernis für den Katastrophenschutz sein“, erklärt Ivo Dujmović (GRÜNE). Von einer dauerhaften Verbesserung der Nutzung spricht Andreas Kehrle (CDU): „Das ist eine Wertschätzung für die Mitglieder des Katastrophenschutzes.“ Der AfD-Stadtrat Rouven Stolz bezeichnet das Zusammenführen der beiden Abteilungen als „sachlich richtig und überfällig“ und betont zugleich, dass diese Investition erst der Anfang sei. Auch andere Feuerwehrhäuser in Karlsruhe müssten dringend saniert werden, so Stolz.
„Jeder, der die Feuerwehr bereits in Anspruch nehmen musste, weiß, wie gut investiert das Geld ist“, sagt Petra Lorenz (FDP|FW) und dankt gleichzeitig allen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. Mit der Zustimmung zum Konzept sieht Elke Ernemann (SPD) auch das Stimmungsbild der Bevölkerung widergespiegelt, das diese Entwicklung bei der Feuerwehr unterstützt.
Fertigstellung in 2032 geplant
Sobald die Finanzierung mit dem Regierungspräsidium abgestimmt ist, wird dem Gemeinderat der Baubeschluss vorgelegt. Dies ist für Ende 2028 geplant. Laut Konzept soll der Bau 2030 beginnen und der neue Standort 2032 in Betrieb gehen. -kau-